Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 11 (11.1901)
- Date
- 1901-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11. 140. schiedene körperliche Veranlagung der Turner. Aber auch davon ganz abgesehen, sind die Selge'schen Vorschläge nur auf das Schulturnen zugeschnitten und lassen das regelmässig abends stattfindende Vereinsturnen ganz unberücksichtigt. Und dieses Vereinsturnen ist aus ganz nahe liegenden Gründen in der offnen Turnhalle, wie sie Herr Selge sich ausmalt, einfach undurchführbar. Ich übergehe die sonstigen, übrigens berechtigten Wünsche dieses Herrn, da sie von anderer Seite schon längst besser vorgebracht worden sind, und möchte die Aufmerksamkeit auf einen andern, schon etliche Jahre zurückliegenden Aufsatz lenken, den ein ungenannter Verfasser im Jahre 1895 in der Deutschen Turnzeitung**) unter der Überschrift „Zeitgemässe Turnhallen" veröffentlicht hat; einen Aufsatz, der das Interesse weitester Kreise verdient hätte, aber leider nicht gefunden hat. Der Verfasser fordert, dass jedeTurnhalle so einzurichten sei, dass sie bei ungünstiger Witterung als geschlossene, bei günstiger aber als offene benutzt werden kann. Um diesen Doppelzweck zu erreichen, müsste jede Turnhalle mindestens nach einer Seite mit leicht zu beseitigenden Wänden versehen sein, so dass der eigentliche Turnraum mehr einen überdachten Turnplatz darstellt, der beliebig in einen halb oder ganz geschlossenen Raum umgewandelt werden könnte. Durch Einfügung eiserner Säulen oder Träger in Entfernung von fünf bis sechs Metern Hesse sich auch für die schwerste Bedachung das Mauerwerk wohl ersetzen, ohne der Festigkeit des Baues Abbruch zu thun. Die Frage, ob eine seitliche Verschiebung, ein Aufziehen, Aufrollen, Aufklappen oder Versenken der Wandseiten, d. h. der Füllungen zwischen den Säulen vorteilhafter ist, wird füglich dem Baumeister überlassen werden müssen. Die Hauptaufgabe bleibt, der Luft ungehinderten Zutritt zu verschaffen, ohne Zugluft zu erzeugen, der Herstellung des halben oder ganzen Verschlusses schnell und leicht ausführbar für jedermann zu ermöglichen und dabei doch der Turnhalle ein gefälliges Äussere zu geben. Die Vortheile liegen auf der Hand: Der Staub kann sich leicht nach Aussen verflüchtigen; die bei regnerischem Wetter in der geschlossenen Halle übliche nahezu erstickende Luft fehlt. Der Transport der Geräte aus der Halle wird, da ja die Halle auch gleichzeitig Turnplatz ist, vermieden.***) Der Zutritt der Luft und des Lichtes **) S. Deutsche Turnzeitung 1895 S. 133 ff. *"*) I» dieser Hinsicht stimme ich mit dem betr. Verfasser nicht überein. Es kann in. E. ganz wohl neben der „zeitgemässen" Turnhalle ein Turnplatz vor-