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Jüdische Turnzeitung · 1901-09-01 · 9 (9.1901) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
2 (1901)
Issue
9 (9.1901)
Date
1901-09-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 9. 114. auffiel, war die geringe Zahl jüdischer junger Männer, die es wagen konnten, sich überhaupt an dem Wettstreit zu beteiligen. Doch verwundert hat mich das nicht. Wohl sah man dort unter den Juden genug Turner mit breiter Brust und mächtigen Armen; aber woher soll auch der strotzende Gliederbau, das Gleichmass und der ragende Körperwuchs kommen? Der Jude, der noch im Elend des Golus steckt, ist schwach und gebeugt; wer Willenskraft hat, sammelt Kraft und Ausdauer. Wir streben nach Stärke, weil die Schwäche bisher unser Teil war. Die Schönheit werden wir wohl erst als freie Menschen auf eigenem Boden finden, E. Auerbach. Aus der jüdischen Turnerwelt. Berlin. Eines unserer besten Mitglieder Herr Leopold Kikoler, hat seinen Wohnsitz nach Freiburg i. B. verlegt. Wir bedauern aufs lebhafteste seinen Fortgang, da er mit seltener Treue zu uns gestanden und unermüdlich für den „Bar Kochba" gearbeitet hat; wir bedauern, in ihm einen unserer vorzüglichsten Turner verloren zu haben, hat er doch beim vorjährigen Wetturnen den zweiten, bei dem diesjährigen den ersten Preis erhalten. Möge er drunten im herrlichen Schwarzwald sich noch ganz als der unsrige fühlen und möge es ihm dort gelingen, für unsere Idee einen neuen Boden zu schaffen. — Am 1. Oktober dieses Jahres treten unsere Mitglieder Martin Cohn, A. Heilbrunn und Markus zum Militär über. Wir haben die zuversichtliche Hoffnung, dass sie auch als Soldaten uns Ehre machen und ihre turnerischen Fertigkeiten im besten Lichte zeigen werden. Herr Markus war zweiter Sieger unseres diesjährigen Wetturnens. Die Herren scheiden wahrend ihrer Dienstzeit aus dem Bar Kochba. — Unser turneifriger Dr. Heinrich Löwe hat sich am 10. September mit Frl. Auerbach, der Schwester unseres Schriftführers Elias Auerbach, in Wronke a. W. vermahlt. Dem jungen Paare unsere innigsten Glückwünsche! In Vng. Hradisch (Mähren) hat der Ferialverband jüdischer Hochschüler „Achiwah" eine jüdische Turnriege gegründet; die Umwandlung in einen selbständigen Turnverein soll noch in diesem Jahre erfolgen. Desgleichen schreitet in Krakau der akademische Verein „Haschachar" in Verbindung mit dem Vereine „Achdus" zur Errichtung eines jüdischen Turnvereins. Schliesslich dürfte in Brünn die schon längst gehegte Absicht, einen Turnverein zu organisieren, demnächst verwirklicht werden. (Jüdische Volksstimrne.)

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