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Jüdische Turnzeitung · 1901-09-01 · 9 (9.1901) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
2 (1901)
Issue
9 (9.1901)
Date
1901-09-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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No. 9. 115. Wie uns aus Posen geschrieben wird, mussdie dort beabsichtigte Gründung eines jüdischen Turnvereins vorläufig aufgegeben werden, da die städtischen Turnhallen besetzt sind, und die Benutzung der Turnhalle des Gymnasiums dem Vereine verweigert wird. Durch die Herstellung der neuen städtischen Turnhalle wird der junge Bruderverein sicherlich bald ein gutes Unterkommen finden. Wie wir der hiesigen „Israelitischen Rundschau" entnehmen, hat sich in der Mannheimer zionistischen Ortsgruppe eine Turnnege gebildet, die sich gedeihlich entwickelt. Sie turnt jeden Donnerstag Abend. Der Olmützer jüdische Turnelub erhält sich, nach einem an uns gerichteten Schreiben, trotz der Gehässigkeit der Grossjuden und der entjudeten Sozialdemokraten. „Bis zum heutigen Tage hielten wir 35 Turnstunden ab, die im Ganzen von 374 Turnern besucht waren, so dass im Durchschnitte ca. 11 Turner auf die Stunde entfallen. Ausserdem hatten wir 6 Turngänge mit im Ganzen 66 Teilnehmern. Das Ziel des letzten Turngangs am 1. Septemher war Prossnitz, wo an diesem Tage die zionistischen Delegierten Mährens und Schlesiens zusammentraten. Um /» 7 früh marschierten 10 Turner von Olmütz ab, erreichten das 18 km entfernte Prossnitz in drei Stunden, brachen nach den Strapazen des Tages (Beratungen, Volksversammlung, Kneipe) Ura Vi 2 Uhr nachts wieder auf und erreichten bei Morgengrauen Olmütz." Lltteratur. deutliche Yolksturnbücher, herausgegeben von Dr.;Rud. Gauch. Leipzig 1901, Verlag von Max Hesse. Heft 1—28. Preis des einfachen Heftes 80 Pfg., des Doppelheftes 60 Pfg. Eine alte Klage unserer Turnschriftsteller geht dahin, dass ihre Bücher sich eines'sehr spärlich gesäten Leserkreises erfreuen. Die allermeisten praktischen Turner erweitern eben, abgesehen von den wenigen, die neue Uebungen ersinnen oder eigenartig zusammenstellen, ihr turnerisches üebungsfeld lediglich auf dem We?e der Nachahmung, jund man könnte, Tarde folgend, sagen, die Turngesellschaft sei eine Gruppe von Wesen, die sich Junter einander nachahmen, °der die ähnliche Nachkommen solcher Wesen sind,* die^sich früher nachgeahmt haben. Nur der Mangel an Geld zur Anschaffung der teueren Turnbücher u»d die knappe Zeit sind die Grunde dafür,' dass die Turnlitteratur so Wenig studirt wird. Denn ein wahres Studium ist es, die in reinster und

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