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Jüdische Turnzeitung · 1901-07-01 · 7/8 (7.1901) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
2 (1901)
Issue
7/8 (7.1901)
Date
1901-07-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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9i. No. 7/8. an, indem er den landwirtschaftlichen Blättern eine Mitteilung entnahm, nach welcher statistisch nachgewiesen sei, dass Kühe bei Stallfütterung infolge besserer Ventilation erheblich mehr Milch lieferten! Und der Turnbetrieb erinnere unwillkürlich an Stallfütterung, während der Turnplatz der schönen, grünen Weide gleiche! Diese schöne, grüne Weide schwebt nun auch den Freilichtturnern vor. Manche von ihnen begnügen sich n/cht auf die verkehrte Anlage vieler Turnhallen hinzuweisen, sie verurteilen das Turnen in der Halle überhaupt. Sommer und Winter, abends und bei scharfem Ostwinde müsse man draussen turnen. Denn erst so lässt sich eine regelrechte Abhärtung unseres Körpers gegen alle Witterungsverhältnisse durchführen! Und wenn ein grimmiger Frost ein Einzelturnen draussen nicht zulässt, dann müssen eben, selbst im Ueberzieher (!), gemeinsame Marsch- und Laufübungen vorgenommen werden. Das mag für Soldaten zutreffen, aber nicht für Schüler und Vereinsturner, und schon jetzt kann man sich ein Bild von der Frequenz eines Winterturnplatzes machen, wenn man die geringe Teilnahme am Turnen in ungeheizten Hallen berücksichtigt, die doch nicht so wie ein freier Platz dem Wind und Wetter ausgesetzt sind. Ueberdies würde die Mehrzahl der Turnlehrer im bildlichen und unbildlichen Sinne ,,verschnupft" sein, wenn derartige Ansichten durchdringen würden. Die Eltern der Turnschüler aber würden mit allen Mitteln ihre Kinder von dieser die Gesundheit bedrohenden Gesundheitspflege abhalten. Anders steht es mit der Benutzung der Turnplätze bei günstigem Wetter. Hier kann man mit den Freilichtturnern entschieden dafür eintreten, dass, so oft wie möglich, im schönen Herbst, auch vielleicht an sonnigen Wintertagen, und an regenfreien Tagen des Vorfrühlings draussen zu turnen sei. Die Einführung der Spiele in den Turnbetrieb hat für das Schul- und Vereinsturnen verschieden zu erfolgen. Im Vercinsturnen wird man die vortrefflichen Vorschläge von Dr R. Gasch5) berücksichtigen müssen, während im Schulturnen schon jetzt allgemein fakultative Spielnachmittage eingerichtet sind. Eine Aufnahme von Spielstunden in die an sich schon geringe Turnstundenanzahl würde das eigentliche Turnen, an dem zweifellos die Jugend u) Mitgeteilt in der vorigen Nummer der Jüdischen Turnaeitung.

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