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Jüdische Turnzeitung · 1901-07-01 · 7/8 (7.1901) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
2 (1901)
Issue
7/8 (7.1901)
Date
1901-07-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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No. 7/8. 92. ebenso, vielleicht noch mehr Gefallen findet als am „ewigen Spielen", sehr zurückdrängen6). Die Einwände der Freilichtturner gegen das Geräteturnen, dass dieses, vom hygienischen Standpunkt aus betrachtet, zum grossen Theil wertlos, teilweise direkt schädlich sei, sind zwar von Aerzten erhoben, aber auch von Aerzten widerlegt worden. Man muss überhaupt nicht das ganze Turnen vom Standpunkte des Arztes aus ansehen. Wir treiben doch keine Heilgymnastik! Unsre Jugend will sich austoben, sie will ihr Kraftgefiihl zeigen, und ihre Freude an manchen, selbst hygienisch indifferenten Uebungen soll man ihr nicht nehmen. Die Turnlehre gehört nicht in die medizinische, sondern in die philologische facultas, und man möge alle diese kleinlichen Erwägungen fallen lassen. Noch ist keiner daran gestorben, oder hat sich eine Herzkrankheit zugezogen, weil er Hang- oder Stützübungen mit Vorliebe gepflegt hatl Zum Schlüsse aber möchte ich noch darauf hinweisen, dass mit der Aufstellung von Grundsätzen allein nichts gewonnen ist. Mit aller Entschiedenheit, schlimmstenfalls auch öffentlich, in Tagesblättern, in Versammlungen etc., müssen die Forderungen der Turner betont werden, dann werden die Behörden nachgiebiger werden 1 Es giebt ja so vieles noch zu verbessern. Die Anlage eines Brauseraümes in der Turnhalle ist schon vor einem Jahrzehnt gefordert worden, noch aber hat, so viel ich weiss, keine Halle Brausebäder aufzuweisen. Die Auskleideräume entsprechen meistens nicht den Anforderungen, die man an sie gerechterweise stellen darf. Im Winter müssen statt der Turnspiele weit mehr Schlittschuhfahrten, als es bisher üblich war, vorgenommen werden. Und so sind noch viele Missstände vorhanden, deren Beseitigung nur möglich sein wird, wenn alle Turner mit vereinten Kräften und der Energie, die ihnen innewohnen sollte, dafür eintreten werden. *>) An dieser Stelle Bei gesagt, dasg „Turnhalle" etymologisch eine „Halle zum Turnen" also keinen von allen Seiten geschlossenen, sondern einen, mindestens nach einer Seite hin offnen Raum bedeutet. Die Frage der „offnen Turnhalle" werden wir im Anschluss an diese Arbeit in der nächsten Nummer kurz behandeln, darauf hingewiesen, wenn auch nur andeutungsweise, ist bereits Seite 90.

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