Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 7/8 (7.1901)
- Date
- 1901-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7/8. 90. schlechte Beleuchtung, die in früheren Jahren bestand, wild oder ist jetzt allgemein beseitigt; statt der offenen Gasflammen an den Seitenwänden der Halle, bei welchen nicht bloss die Uebungen der Turnenden vom Kommandotische aus schlecht zu sehen waren, sondern auch umgekehrt die Vorübungen des Turnwarts resp. Vorturners den in hinteren Reihen stehenden Turnern etwas verschwommen erschienen, und durch welche überdies Kohlenoxyd in reichlicher Menge in den Turnraum einströmte, ist man zu dem Oberlicht übergegangen. Aspirationsschächte sorgen für den Abzug der schlechten Luft und der unreinen Bestandteile. Die Heizungsfrage ist noch immer ungelöst. Jedenfalls hat sich die Heizung durch Oefen wohl am besten bewährt. Und nun vor allem die Staubfragc, die selbst schon so viel Staub aufgewirbelt hat! Man kann als das bisherige Ergebnis bezeichnen, dass bei peinlicher Sorgfalt der Staub auf ein Minimum zu beschränken ist. Alle die Versuche, statt des Holzbodens Lohe oder Mischung von Sägespähnen etc. oder Linoleum zu benutzen, haben sich nicht bewährt. Der Linoleumbelag hat vieles für sich, der Transport von Turngeräten soll ihn aber ungemein angreifen. Keiner wird bestreiten, dass die möglichste Beseitigung des Staubes ausserordentlich zu erstreben ist durch gute Ventilation etc. Die Ventilation vor allem bedarf noch sehr der Vervollkommnung. Man braucht nicht soweit zu gehen, wie es Selge-Gr. Lichterfelde im Juniheft der Monatsschrift fürs Turnwesen neuerdings wünscht, statt der Turnhallen „Unterstände" nach Art der kleineren Eisenbahnstationen der Berliner Stadtbahn zu verlangen4), und kann dennoch, selbst bei geschlossener Halle mehr für frische Luft sorgen, als es bisher geschieht. Die Jalousieklappen, die allgemein üblich sind, funktionieren oft nicht. Ist es da nicht besser, durch einen mechanischen Griff die oberen Fenster ganz zu öffnen? Bei Aspirationsschächten über den Lampen genügen schliesslich auch Jalousieklappen. Am besten sind natürlich, wo eine elektrische Anlage vorhanden ist, elektrische Ventilatoren. Jedenfalls trägt eine gute Ventilation sehr viel zum Wohlbefinden der Turnenden bei. Ein scherzhaftes Beispiel hierfür führte Th. Bach *) Paul Selge wünscht flbrigens als Fussboden festgetretene Erde. In den Monatsblttttern für das Schulturnen wird neuerdings eine ahnliehe Turnhalle (zu Leimbach bei Zürich) geschildert, die ebenfalls einen Sandboden hat, „auf welchem beim Haschieren die Luft so mit Staub erfüllt wird, dass der gesundheitliche "Wert des Turnens dadurch illusorisch gemacht wird."