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Jüdische Turnzeitung · 1901-07-01 · 7/8 (7.1901) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
2 (1901)
Issue
7/8 (7.1901)
Date
1901-07-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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87 No. 7/8. jugend ihn am eignen Leibe. Denn, das sei gleich hier gesagt, alle Ummodelungen und Modernisierungen an den Turnhäusern werden das nicht ersetzen, was Raum, Licht und Luft heissen. Diese Fehler wieder völlig gut zu machen, wird Millionen und aber Millionen kosten, denn die alten Plätze reichen nicht aus, und die Bodenpreise sind ins Unermessliche gestiegen. Denselben Erscheinungen begegnen wir übrigens noch heute. Doch zurück zu unserem Ausgangspunkte! Der allenthalben stattfindende Bau von Turnhäusern Hess die Turnlehrer' frohlocken, und der systematische Unterricht nach Spiess war an immer mehr Orten durchführbar. Aber was dieser Meister der Turnkunst sicherlich nicht gewollt hatte, es geschah! Der Turnunterricht conzentrierte sich in der Turnhalle, der Turnplatz, sofern er überhaupt vorhanden war3), wurde wenig, mitunter überhaupt nicht benutzt. Dies gilt für das Schulturnen. Das Vereinsturnen, das wegen der wirtschaftlichen Verhältnisse seiner Teilnehmer und infolge der Ueberbürdung der Turnhalle durch das Schulturnen, am Abend stattfinden musste, musste natürlich noch mehr auf die Benutzung des Turnplatzes verzichten. Und mit dieser Verlegung in die Turnhalle fiel von vornherein die Vornahme solcher Uebungen fort, die sich nur auf weichem Boden oder im Freien ausführen lassen. Das Gebiet des Turnstoffes wurde also enger, vertiefte sich aber, indem man häufig mehr der Logik, als dem praktischen Bedürfnis folgend, die einzelnen Uebungen „entwickelte", zusammenstellte und zu grösseren Gruppen vereinigte. Das Spiel wurde im allgemeinen vernachlässigt, da sonst die Erledigung des gesamten Pensums in ra£e gestel't wurde. Plötzlich, aber mit mächtiger Gewalt entlud sich über diesen Verhunzungen ein Gewitter! Die Schrift des Amtsrichters Hartwich fand allenthalben lebhaften Widerhall, und °s erschien der bekannte Erlass des Kultusministers von Gossler ans dem Jahre 1882. Der Ruf „zurück zur Natur" richtete sich vor allem auch gegen die übermässige Bevorzugung der Turnhallen und entfesselte einen Kampf um die Berechtigung des Hallenturnens, einen Kampf, der zu Uebertreibungen und Gehässigkeiten auf beiden Seiten führte, der zwar die Heftigkeit der ersten Jahre etwas verloren, aber noch heute nicht seinen Abschluss gefunden hat. Als Resultat aber kann man getrost sagen, dass die a) "Was eine preussische Cirkular - Verfilmung vum 4. Juni 1862 unter allen Umständen fordert.

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