Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 6 (6.1901)
- Date
- 1901-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6. 80. einem Privatvergnügen weniger Mitglieder. Dazu zwingt schon eine Frage, die vor denen nach Ort und Zeit mit den ersten Platz bei der Einfügung der Spiele im Freien in das Ganze das Turnbetriebes einnimmt, die Frage; Wer soll die Spiele leiten? Unser Vereinsturnen wird von den Turnwarten und Vorturnern geleitet, die in vielen Vereinen von den Anmännern der Vorturnerschaft unterstützt werden. Nun ist aber die Arbeitskraft dieser Vereinsturnwarte, gerade in den Vereinen, die den oben geschilderten Spielbetrieb am leichtesten einrichten können und auch schon eingerichtet haben, meist schon derart in Anspruch genommen, dass sie wirklich keine Zeit zum Spielen haben. Es giebt aber doch wohl ältere Vorturner und ehemalige Turnwarte, die als verantwortliche .Spielwarte die Leitung einer Sonntagsabteilung übernehmen, einer Abteilung, die zur Übung von Spielen und volkstümlichen Übungen auf Kosten des ganzen Vereins eingerichtet wird. Die Gründung sogenannter Fussballriegen ist ganz abzuraten, da sich diese meist nach kurzer Zeit in Fussballklubs umwandeln und für das Turnen verloren gehen. Sind doch auch überall bei den sogenannten Spielvereinigungen, die das Spielen neben dem Turnen unter eigener Leitung betreiben, leider sehr viel Mitglieder übergetreten und dem Turnen ganz entfremdet worden. Die Schuld lag meist daran, dass sich die Spielvereinignng mit Sportvereinen in Fussballwettspiele einliess, wobei die Sportleute, deren ganzer Spielbetrieb eine höchst einseitige Vorbereitung einer oder mehrerer Mannschaften nur für Fussballwettspiele ist, die jetzt sogar gegen Eintrittsgeld und fast das ganze Jahr hindurch veranstaltet werden, unsre Turner, die natürlich mehrere Spiele betreiben, besiegten. Darauf traten dann die besseren Spieler aus, weil sie sich bei den Turnern nicht genügend ausbilden könnten. Andererseits teilten Spielvcreinigungen ihre Mitglieder wie die Sportvereine nach Fertigkeit in verschiedene Mannschaften ein, und innerhalb derselben wurden sogar die Leute ganz einseitig etwa für den Posten eines Stürmers oder das Amt eines Malwärters ausgebildet. Beim Schlagballspiel, wo nicht gegen Sportvereine gespielt wird, kommen dergleichen Missstände nicht vor, doch ist es hier für spielunkundige Turner viel schwerer, das Spiel zu erlernen als beim Fussball. Jene Mitglieder aber, deren Interesse sich wie bei den Sportmännern nur auf Wettkämpfe richtet, haben weder Zeit noch Lust, ihre Turngenossen etwa so zu unterweisen, wie auf dem Turnplatze ein Vorturner seine Riegen-