Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1901-06-01 · 6 (6.1901) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
2 (1901)
Issue
6 (6.1901)
Date
1901-06-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4921092-5965005-5965150--0217-4921294
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 6. 79- Fällen von einem Verein gepachtet oder gar gekauft werdet: können. Wird nun ein bestimmter turnfreier Wochenabend zum Spielen bestimmt, so beschränkt sich das Spielen dann immerhin nur auf die wärmere Zeit, etwa von Mitte Mai bis Anfang September, und auf die Zeit von Va7 Uhr abends bis etwa 7a Stunde nach Sonnenuntergang. Dieser erfolgt in Mitteldeutschland am 1. Mai 7,24 Uhr abends, am 1. Juni 8,10 Uhr, am 1. Juli 8,24 Uhr, am 1. August 7,51 Uhr, am 1. September 6,48 Uhr. Nun ist aber gerade im September und Oktober das Wetter bei uns am schönsten und beständigsten, oft auch noch im November und Dezember recht günstig. Es empfiehlt sich also, das Spielen an einem Wochenabende nur aushilfsweise anzusetzen, in der Hauptsache aber den Sonntagvormittag2) zum Spielen und, was ich sehr empfehlen möchte, zum Betriebe von volkstümlichen Übungen auf dem gleichen Platze zu bestimmen. Ich bin der Ansicht, dass wir Turner überhaupt den Sonntag für unsere Übungen viel mehr ausnützen müssen, als das bisher geschieht. In dieser Beziehung können wir von den Spiel- und Sportklubs noch lernen. Diese sind mit ihrem ganzen Betrieb aus den obengenannten Gründen auf den Sonntag angewiesen. Sie spielen oft vormittags und ausserdem nachmittags und ziehen dazu in der Grossstadt doch auch Leute heran, die eben die ganze Woche keine Zeit haben, volkstümliche Übungen zu treiben. — Ich will nicht verhehlen, dass bei einem Spielbetriebe ausserhalb des Turnplatzes immerhin ziemlich bedeutende Kosten entstehen, da ein Raum zur Aufbewahrung der Geräte und Wascheinrichtungen, auch zur Unterkunft bei schlechtem Wetter nicht gut entbehrt werden kann, und dass die Lederbälle ausser den ziemlich hohen Anschaffungskosten beständig Ausgaben für Erneuerung und Instandhaltung notwendig machen. Ältere und verheiratete Mitglieder, die in der Woche schon mehrmals den Turnplatz besuchen, werden Sonntags nicht regelmässig oder gar nicht erscheinen, so dass sich wie bei den Sportvereinen hauptsächlich Leute unter 20 Jahren beteiligen werden, denen man ausserordentliche Ausgaben nicht gut aufbürden kann. Schon aus diesem Grunde empfiehlt es sich also, den ganzen Spielbetrieb zur Vereinssache zu machen und nicht zu *) Der JOdiiche Turnverein „Bar Kochba"-Berlin spielt seit vorigem Jahre fast jeden Sonntag Nachmittag von 4 resp. 5 Uhr ab in Reinickendorf. Diese Einrichtung hat sich sehr bewahrt und findet allseitig Beifall. Ebenda wird auch volkstümliches Turnen gepflegt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.