Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 6 (6.1901)
- Date
- 1901-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 6. 81. genossen. Sollen wir ferner einer solchen unverantwortlichen Spielvereinigung unsre jungen Turner anvertrauen, die beim Zusammentreffen mit Sportvereinen durch Äusserlichkeiten, wie bunte Tracht und englische Kunstausdrücke, leicht bestochen werden. Ich meine: die einfache Notwendigkeit der Selbsterhaltung zwingt die Turnvereine, ihre Zöglinge im Geiste schlichter, einfacher Turnerei heranzuziehen, denn aus ihrer Mitte wollen wir den Nachwuchs unserer Vorturnerschaft ausbilden, auf deren gesunder Kraft unser ganzer Vereinsbetrieb ruht. Bei den Zöglingen ist die Gefahr einer einseitigen Ausbildung in den Turnspielen zum Schaden des Turnbetriebes weit grösser als bei erwachsenen Turnern. Hier ist die Forderung fast unerlässlich, dass der Turnwart der Jugendabteilung zugleich ihr Spielwart ist. Turnfahrten, wobei auch gespielt werden kann, und das auch für Männerabteilungen empfohlene Ritter- und Bürgerspiel in Wald und Flur sollen hier häufiger mit den Spielen auf der Spielwiese abwechseln. Mein Ideal von dem Spielbetriebe eines Vereins ist das, dass der ganze Verein, die älteren Mitglieder mit ihren Familien, des Sonntags nach einer Wiese am Walde oder im Walde hinauszieht oder mit den bequemen und billigen Verkehrsmitteln der Gegenwart hinausführt. Draussen befindet sich ein einfaches Haus mit bescheidener Wirtschaft, einem Kleiderraume und einem Geräteschuppen. Auf dem Wiesenplane mögen nun unsere Wettturner stossen, laufen, springen und ringen, unsre Zöglinge Fussball, Schlagball und Schleuderball spielen, unsre Turnerinnen und die alten Herren den Faustball und Tamburinball schlagen, unsre Knaben und Mädchen allerlei Lauf- und Ballspiele betreiben. Ein solcher Spielbetrieb würde eine erfreuliche Ergänzung unsres Turnens in der Halle und auf dem Platze sein, er würde die Mitglieder vom Kneipenleben fern halten und sie gesellschaftlich näher bringen, er würde dem Ansehen und der Ausbreitung unsrer Turnsache gerade durch die Öffentlichkeit des Ganzen sehr förderlich sein..... Aus der jüdischen Turnerwelt. Wir bitten dl« Vorstände der jüdischen Turnvereine dringlichst, uns von allen wichtigeren Vorfällen sofort Mitteilung zu machen, damit wir rechtzeitig in der Lage sind, die betreffende Notiz aufzunehmen!