Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 6 (6.1901)
- Date
- 1901-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6. 78. vielleicht mit Ausnahme des Stossballes, der sehr anstrengt, in 15 oder 20 Minuten noch nicht viel für diese oder jene Partei gewonnen, und eigentlich lohnt es sich unter einer halben Stunde gar nicht anzufangen, ausser bei einer Vorführung, wo man für die Zuschauer spielt. Es hätte also gar keinen Zweck, am Schlüsse des Turnens etwa noch eine viertel Stunde Fussball zu spielen, selbst wenn es die Beleuchtungseinrichtung des Platzes gestatten sollte, deren Pfähle anderseits hindern und deren Glasteile leicht bei jedem Ballspiele zerbrochen werden. Vor dem Turnen sind aber meist nicht genug Spieler zeitig da, auch würden sich diese für den ganzen Turnabend sehr stark abmatten und schliesslich doch lieber weiter spielen als turnen wollen. So erscheint der Anschluss an das Vereinsturnen an einem Turnabend zeitlich nicht geeignet, selbst wenn ein Verein den passenden Turnplatz besitzen sollte. Darunter verstehe ich allerdings keinen Sandplatz, der für Laufspiele wie Barlauf, Schlag und Fussball, wo man scharf umwenden muss, leicht hinfallen kann oder sich unter Umständen auf die Erde wirft, wenig geeignet ist. Soll ferner wirklich ein grosser Teil der Mitglieder spielen — und sonst hat die Sache für die Allgemeinheit doch keinen Zweck —, so muss der Platz bei vielen Vereinen schon ziemlich gross sein. Wenn etwa 80 Mann ebenso wie zum Riegenturnen zum Spielen antreten würden, so könnten etwa 24 Mann Schleuderball auf ziemlich schmalen Bahnen in zwei Gruppen spielen, etwa 20 Mann Faustball, die übrigen 86 müssten zum Barlauf antreten. Man würde dann die ältesten Leute bei dem sehr bequemen Faustball beschäftigen und die jüngsten zum Barlaufen nehmen. Solche günstige. Verhältnisse werden sich aber selten finden, Vereine, die einen kleinen Platz besitzen oder die sehr stark sind, können ihren Turnplatz nicht zum Spielen benutzen, denn es ist eine Eigentümlichkeit der Spiele im Freien, dass sie auf grossem Räume nur wenig Leute beschäftigen können. Wollten jene 80 Mann z. B. alle Fussball spielen, so brauchten sie neben der Ausstattung mit Malstangen, Fahnen und Bällen für vier Mannschaften, mindestens 20000 qm Platz, soll heben dem Fussballspiel noch Schlagball und Faustball gespielt werden, so müsste der Platz mindestens 10000 qm gross sein, dabei muss er eben, ohne Löcher und Bäume und möglichst mit Gras bewachsen sein. So drängen die Ansprüche an Zeit und Ort die Spiele vom Turnplatz auf besondere Plätze, die wiederum nur in günstigen'