Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 3 (3.1901)
- Date
- 1901-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3. 39erfahren. — In vielen Turnvereinen besteht die nachahmenswerte Sitte, eine Reisesparkasse einzurichten, die vom Kassierer geführt wird, und in welche jeder Teilnehmer Betrage von einer bestimmten Höhe an einzahlen kann; für jeden Sparer ist ein besonderes Konto eingerichtet, dessen Betrage der Kassierer kurz vor der Turnfahrt dem Betreffenden auszahlt. Derartige Reisesparkassen haben natürlich nur für grössere Turnfahrten Zweck und müssen möglichst lange, bevor diese stattfinden, eingerichtet sein. — Die grösste Turnfahrt im Jahre sollte jeder Verein zusammen mit oder zu einem nahen befreundeten Turnvereine unternehmen. Es ist augenscheinlich, dass dies eine Kräftigung der Turnsache im allgemeinen wie ein inniges Freundschaftsverhältnis zwischen den Einzelvereinen zur Folge haben wird. So empfiehlt es sich insbesondere für die in der Nähe der schlesischen und sachsischen Gebirge gelegenen jüdischen Turnvereine, schon in diesem SDuraar (vielleich t zu Pfingsten?) eine gemeinschaftliche mehrtägige Turnfahrt nach einem von diesen Gebirgen zu veranstalten. — Einen andern, ebenfalls für die jüdischen Turnvereine äusserst beachtenswerten Vorschlag des Herrn Moses Friedlander-Berlin möchte ich hier nur in aller Kürze anführen, behalte mir aber für spater eine ausführliche Erörterung desselben vor, nämlich an die jüdischen Gemeindevorst finde der auf der Turnfahrt zu passierenden Orte die Anfrage zu richten, ob dieselben bereit waren, für Quartier und Beköstigung, aber nur gegen Entgelt zu sorgen; ich sage ausdrücklich „nur gegen Entgelt", weil ohne diese besondere Hervorhebung die Vorstände vielleicht den Verdacht haben könnten, es handle sich um eine moderne Form der „Nassauerei"; eine solche Vermutung, die bei den üblen Erfahrungen mancher Vorstande an sich leider begreiflich ist, kann von vornherein durch den ausdrücklichen Zusatz der Entgeltlichkeit überhaupt nicht aufkommen. Sie ist ganz besonders ausgeschlossen, wenn die Anfrage von einem oder mehreren gesellschaftlich hervorragenden Mitgliedern des Vereins unterzeichnet ist. Ich bin Uberzeugt, dass auf solche höfliche Anfrage hin sicherlich eine Zusage seitens der Gemeindevorstande erfolgen wird. Der ausserordentliche Wert einer derartigen Fühlungnahme für die Stärkung und Verbreitung unserer Ideen liegt auf der Hand. Nur ist zu befürchten, dass man versuchen wird, bei dieser Gelegenheit unsere Bestrebungen, vielleicht sogar in etwas aufdringlicher Weise, zu betonen; die Klugheit gebietet hier, speciell beim ersten Zusammentreffen, Reserve. (Fortsetzung folgt.) Turnerische Rundschau. In der „Deutschen Turn-Zeltung« No. 8 und 9 dieses Jahrgangs schreibt der In akademischen Turnerkreisen besonders bekannte Oberlehrer J. Heinrich-(Schöneberg-Berlin) über „Turnen und Turnlehrerbildung an deutschen Hochschulen". Am Schlüsse des lesenswerten Aufsatzes fasst der Autor seine Ausführungen In folgenden Leitsätzen zusammen: „1. Der Turnunterricht ist in den Rahmen der Hochschullektionen aufzu-