Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 2 (2.1901)
- Date
- 1901-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2. Die Welt geht ihren strengen Gang, Was rastet, tritt sie nieder; Was selbst nicht drängt, zermalmt der Drang, Nur Kraft gewinnt sich Brüder. Drum stark den Arm und hoch das Haupt, Nicht hin und her gesonnen! Eh' uns die Welt das Letzte raubt, :,: Die letzte Lust zerronnen. :,: Die Welt ist frei und stark und schön, Auch wir sind ihre Glieder! Die Adler auf den Bergeshöhn, Die seien unsre Brüder. Hinaus in freie Gottesluft! Allmächtig quillt ein „Werde" Aus Feld und Strom und Wälderduft. :,: Auch uns gehört die Erde! :,: Sein Junge. Von J. Auerbach. Wie rasend der Wind um die Ecke heult! Den Schnee jagt er auf, der unter den Schritten der Menschen schreit und wirft ihn wie eine Sturzwelle über den Kopf der Laterne. Für Momente verfinstert sich dann ihr Licht, wie das Auge sich schliesst, wenn eine Staubwolke kommt. Das ist ein wilder Januarmorgen. Was fliehen kann, flieht vor ihm. Nur ein paar Strasseniungen halten aus, die Hände tief in den Hosentaschen, von einem Bein auf das andere trampelnd, Grimassen schneidend und rohe Witze zu einander rufend. Doch nein, noch jemand hält aus. Grad' vor der Laterne Und die Strassenjungen lachen und grinsen hinter ihm. Ein graubärtiges Männlein mit einem krummen, zu kurzen Bein, das eine Krücke schwer stützt. Schnee umwirbelt, so steht es da, und schaut und schaut in das Licht der sehneeumwirbelten Gaslaterne. Die kleinen halbverlöschten alten Augen so sonnig verklärt, als sähen sie lachenden Sonnenschein, und nicht Wintersturm.