Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 2 (2.1901)
- Date
- 1901-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2. 20. nur ein Frühtalent dar, das zu kühnen Hoffnungen und damit zur kecken Ausnützung reizt, nicht selten aber unter der vom elterlichen Stolze diktierten Geistesarbeit zusammenbrechen kann. Wenn die Begabung ächt ist, wird das Kind auch ohne Sporn und Stachel seinen Weg finden und durch ungestümes Antreiben nur in seiner ererbten nervösen Disposition gesteigert werden. Diese Vorsichtsmassregeln können selbstverständlich nicht davon abhalten, die notwendige geistige Arbeit des Kindes zu lenken und zu fördern. Körperliche Bethätigung und harmonische Qemütsbildung bilden stets ein Gegengewicht gegen die Anstrengungen der unerlässlicheft geistigen Arbeit, Im jüdischen Volke war seit den biblischen Zeiten ein tiefes Verständnis für die Erziehung und ihre Aufgaben verbreitet und wie vom deutschen Lehrer gesagt wurde, dass er die Schlachten von Königgrätz und Sedan gewonnen habe, so hat auch die jüdische Erziehung in unzähligen Schlachten dem jüdischen Volke Leben und Existenz gerettet. Möge sie auch die veränderten Aufgaben, welche ihr aus unserer eigenartigen Stellung in der modernen Kulturwelt erwachsen, sieghaft lösen! Wanderlied. Hei.: Wohlauf die Luft geht Mach und rein. Allmächtig durch die Herzen ruft Und klingt ein neues „Werde!„ Hinaus In freie Gottesluft! Auch uns gehört die Erde! Die Erde hat nicht Gräber nur Und enge Mauergröfte, Hinaus zu Berg und Strom und Flur, :,: In frische Wälderdüfte! :,: Die Welt schlägt ihren Pendelschlag, Ein jeder klingt: zum Schaffen! In jeder Brust ist lauter Tag, So lasst auch uns nicht schlafen. Wir schliefen lang genug die Nacht Mit bleichen, hohlen Wangen; Genug geträumt, nun aufgewacht! :,: Vergangen Ist vergangen! :,: