Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 1 (1.1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 1. 9. der Deutsche arischer Abkunft mit dem slavischen Namen, es mit der Wahrheit nicht so ganz genau genommen. Sollte aber seine Darstellung, wenn auch nur im wesentlichen, richtig sein, dann können wir jene Juden, welche sich in dieser niedrigen Weise aufdrängen, nur bejjauerq und müssen sagen, dass sie den Ausdruck „Schmarotzer" mit Recht verdienen. — Dieselbe Nummer dieses Blattes beschäftigt sich' piit der „Jüdischen Turnzeitung"; die betr. Notiz schliesst mit der Frage: „Wem fallen dabei nicht die deutsch-polnischen Turnvereine ein? Was ^vürde Vater Jahn wohl zu solchen Turnvereinen sagen?" Uns kann es ganz gleichmütig sein, was Jahn zu jüdischen Turnvereinen gesagt haben würde. Doch gegen die Unterstellung, mit den polnischen und tschechischen Sokols uns in einen Topf zu werfen, verwahren wir uns entschieden. Auf dem Turnsaal treiben wir keine Politik I Wir sind keineswegs nationale Fanatiker, sondern turnen als Angehörige eines Volkes,welche nicht um die Gunst der Aufnahme in andern Vereinen betteln wollen, da wir es für anständiger halten, als vollwertige Mitglieder in jüdischen Turnvereinen unseren Körper zn stählen. Jüdische Chronik. ». Juda< Gesänge von Börries, Freiherrn von Münchhausen. Buchschmuck von E. M. Lilien. Verlag von F. A. Lattmann, Goslar 1901. Zum Judentag. Auf die Anregung Prof. Philippson's, mit der Errichtung eines Judentages — nach Analogie des Katholikentages — eine politische Institution zu schaffen, die von allen Juden in Deutschland zur Erlangung voller Gleichberechtigung unterstützt werden muss, sind eine tinmenge Zeitungsartikel erschienen, in denen das pro und contra eifrige Erwägung fand. Selbstverständlich wurde Philippson's Vorschlag auch von dem Gesichtspunkt aus bekämpft, dass man den Antisemiten mit einer derartigen Einrichtung Wasser auf die Mühle leite, dass es gefährlich sei, jüdische Sonderpolitik zu treiben, etc. Bei gewissen Leuten stellt, wenn die Argumente fehlen, die Furcht vor Gefahr zur rechten Zeit sich ein. Ein ganz anderer Geist weht in einem von Dr. Kahn verfasstenSchriftenen*), der os für durchaus gerechtfertigt, ja dringend notwendig hält, dass man für seine eigenen Interessen selbst eintrete und nicht ängstl ich bitte, wo man fordern dürfe. Eine gesunde Realpolitik wird gepredigt, der wir Nationaljuden nur das Wort reden kennen. Wir wollen nicht unterlassen, die lesenswerte Broschüre zu empfehlen. *) DerJndentag. Gedruckt und zu beziehen durch Jean Trapp, Bonn, Stlftsgaase 1». Preis 30 Pfg. 2