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Jüdische Turnzeitung · 1900-11-01 · 7 (11.1900) · p. Seite 77

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
1 (1900)
Issue
7 (11.1900)
Date
1900-11-01
Page
Seite 77 (sequence 5)
Language
German
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Zlo. 7. 77. nissen der Hygiene entsprechend, ersetzt werden; der Unterricht mfisste competenten Händen anvertraut werden, wozu specielle Lehrerseminare ins Leben gerufen und fürs erste aus dem jetzigen Material die besten Kräfte herangezogen werden müssten. Es mttsste in den Schulen obligatorisch Gymnastik eingeführt werden, wobei wir allerdings nicht sowohl auf den Wiederstand der Behörden, als vielmehr auf den der orthodoxen Dunkelmänner stossen würden, der „Sobar-Anbeter", die da im Gegensatze zum Talmud behaupten, dass Je schwächer der Körper, desto gesünder der Geist". Es müssten in den grösseren jüdischen Centren tüchtige Handwerkerschulen, nach dem Muster der Odessaer, der bekannten „Trud" errichtet werden. r s Es müssten Turnvereine ins Leben gerufen werden, wozu die Behörden, wie ich glaube, gern ihre Einwilligung geben würden, indem die Jünglinge zu tüchtigen Soldaten herangezogen und der Procentsatz der zum Militärdienst Untauglichen bedeutend herabgesetzt werden würde. Es müsste den jungen Recruten eingeprägt und durch Wort und Schrift klar gemacht werden, dass sie während ihrer Dienstzeit sich dem Soldatenhandwerk mit Leib und Seele ergeben und alle noch so schweren Pflichten aufs peinlichste erfüllen. Sie würden dadurch nicht nur ihrer Bürgerpflicht genügen, sondern vor allen Dingen sich selbst den grössten Nutzen bringen und ihren schwachen Körper stärken. In den kleineren Städten, die bald hier, bald da alljährlich ein' Raub der Flammen werden und hunderte von Familien an den Bettelstab bringen, müssten durchaus freiwillige Feuerwehr-Vereine creiert werden, wozu alle Insassen, wenn auch nur einen minimalen Beitrag liefern müssten. Für die Fabrikarbeiter und die Arbeiter in grösseren Werkstätten und gegen alle Uebelstände, die dort vorkommen, ist an eine . Selbsthilfe insofern nicht zu denken, als diese brennenden Fragen keine speciflsch jüdischen, sondern allgemeiner Natur sind und ausserhalb des Rahmens unserer Competenz liegen. Dafür aber wäre Sorge zu tragen, dass T»glöhner, die den Sommer Uber in den Städten und Städtchen unbeschäftigt herumlungern, mit Hilfe von Verständen sich organisieren und für die Säe- und Erntezeit Arbeit bei den jüdischen Gutsbesitzern, die bie und da anzutreffen, und auch bei nichtjüdischen — suchten. Der doppelte Zweck: die nothdürftigste Versorgung für den Winter und ein längerer Aufenthalt in frischer Landtuft—• wäre dadurch erreicht, . . Es müssten landwirtschaftliche Musterfarmen nebst Baumschulen

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