Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 1 (1900)
- Issue
- 6 (10.1900)
- Date
- 1900-10-01
- Page
- Seite 67 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ho 6. 67. äass bei manchen Epidemieen, wie z. B. der Cholera, die Sterblichkeit der Juden manchmal eine geringere ist, als die der Nichtjuden. Es ist einem jeden vielbeschäftigten Arzte geradezu auffallend, wie manchmal wegen eines kranken Kindes oder eines anderen Familienmitgliedes — Vater, Mutter und womöglich sogar Grossmutter in sein Consultations- Zimmer dringen, wie gerne die Juden Consultationen mit ärztlichen Autoritäten verlangen und den letzten bitter ersparten Pfennig dafür herstrecken — im crassen Gegensätze zu der nichtjtidischen Bevölkerung, namentlich der Bauern, die mit geradezu beneidenswertem, fatalistischem Gleichmuth ihr Schicksal, Leben oder Tod, erwarten. (Schluss folgt). Zum Kampfe! (Melodie: „0 Deutschland, hoch in Ehreu") Von frohem Jugendmute Hebt stolz sich uns're Brust, Wenn sich die Reihen schaaren Voll kühner Kampfeslust. Wir streiten für die Wahrheit, Wir steiten für das Recht; Drum auf, ihr trägen Schläfer, Zum heiligen Gefecht. Wachet auf, wachet auf! Zeiget stolz, welch'Stamm's ihr seid! Zaget nicht, wanket nicht, Machet euch zum Kampf bereit! Lasst der Ahnen Mut in euch erglühn, Lernet für das Recht die Waffen zieh 'n! :,: Harret aus Im Sturmgebraus :,: Führ', Gott, auf Adlersschwingen Uns zu der Freiheit Licht, Lass uns das Ziel erschauen Eh' unser Ange bricht. Wie du der Maccabäer Schaar Durch Nacht zum Licht geführt, So gieb auch unsermWerk den Sieg, Das Recht, das uns gebührt. Wachet auf, wachet auf! Zeiget stolz, welch'Stamm's ihr seid! Zaget nicht, wanket nicht, Machet euch zum Kampf bereit, Lasst der Ahnen Mut in euch erglühn, Lernet für dasRechtdie Wäffenziehn! :,: Harret aus Im Sturmgebraus :,: R. Blum. Die Bergjuden im Kaukasus. Von Max Hecker. (Schluss). Die Sitten der Bergjuden beruhen z. T. auf den Vorschriften ihrer jüdisch-heidnischen Religion, z. T. auf den von den Vorfahren überlieferten Gebräuchen, den „adati", in denen sich derEinfiuss der Nachbarvölker stark zeigt. Sehr charakteristisch ist eine Art Kommunismus, der ihrem schon erwähnten Gemeinsinn entspringt. Gewisse Arbeiten werden stets gemeinschaftlich ausgeführt, so der Bau eines Hauses, die Vorbereitung der Fleischvorräte für den Winter, das Brotbacken u. A. Es gilt als heilige Pflicht, dem Nachbarn mit Geld und der Hände Arbeit beizustehen. Am Sabbat und an Festen schicken Wohlhabende ihren unbemittelten Verwandten Speisen; überhaupt werden die Armen