Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 1 (1900)
- Issue
- 6 (10.1900)
- Date
- 1900-10-01
- Page
- Seite 62 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ZTo. 6. 62. Unser Ziel ist eine national-jüdische Erziehung, die ihren Ausdruck nicht zum geringsten in der Erziehung zur Persönlichkeit fiudet. Wir modernen Juden machen uns bei unseren Neuschaffungen die Vorteile fortschrittlicher Erkenntnis zu Gute. Sollen wir unsere Augen den Erfolgen verschliessen, die das deutsche Volk mit seinen Turnern zu verzeichnen hatte? „Nur die einträgliche Ausbildung des gesamten Menschen bewahrt vor aller und jeder leiblichen und geistigen Verkrüppelung und Verzerrung (Jahn)". Neben den günstigen körperlichen wie geistigen und seelischen Wirkungen des Turnens, ist besonders das Zusammengehörigkeitsgefühl, das in dem jugendlichen Herzen auf dem Turnplatz geweckt wird, von nachhaltiger Wirkung für das ganze Leben. Drum an's Werk! Werbet für unsere neue Abteilung! An der jüdischen Jugend ist es, unserem Rufe zu folgen. Sie soll einen Nachwuchs bilden, der später mit aller Entschiedenheit und ganzer Kraft unsere Ideale verficht. „Frühe mit Seinesgleichen und unter Seinesgleichen leben, ist die Wiege für den künftigen Mann." (Jahnji Gehört uns die Jugend, so gehört uns die Zukunft! Richard Blum. Anmeldungen eind an H. Jalowicz, Schönhauser Allee 182a, zu richten. — Tnrnzoit und Ort werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. Die Frage der körperlichen Hebung der osteuropäischen Juden. Auszug aus dem Referat des Professors Dr. Mandelstamm (Kiew). (Fortsetzung.) Ich selbst könnte aus eigener Anschauung tausend gleichwertige Bilder socialen Elends schildern. Dass es von diesen unheimlichen Nestern allmähliche üebergänge bis zum allergrössten Comfort, ja bis zur luxuriösen Einrichtung innerhalb des Ghetto giebt, versteht sich von selbst, aber ebenso selbstverständlich ist es, dass das Gros der jüdischen Behausungen geradezu darnach angethan ist, die Gesundheit der kräftigsten Organismen zu untergraben. Leicht erklärlich werden diese Wohnungsverhältnisse, wenn man in Betracht zieht, wovon diese Leute ihren Lebensunterhalt fristen. Mit Ausnahme einiger Millionäre, Glückspilze, die überall anzutreffen sind, mit Ausnahme der an Zahl geringeren Klasse, die Universitätsbildung genossen — Aerzte, Advokaten, Ingenieure — die vor 10 bis 15 Jahren materiell ziemlich geborgen war, jetzt dagegen, wo ihr na-