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Jüdische Turnzeitung · 1900-10-01 · 6 (10.1900) · p. Seite 61

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
1 (1900)
Issue
6 (10.1900)
Date
1900-10-01
Page
Seite 61 (sequence 1)
Language
German
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Jüdische TurnMung Offizielles Organ des Jüdischen Turnvereins „Bar Kochba”, Berlin. Redaktionsausschu s: Hermann Jalowicz, N., Schönhauser Allee iÖ2a; Richard Blum, C, Uosenthalerstr. 72; Max Zirker, N., Krausnirkatr. 16. Das Blatt erscheint in der ersten Woche eines jeden Monats. Einsendungen müssen spätestens am 20 jedes Monats bei ii. Jalowicz einlaufen; Geldsendungen und Abonnementsbestelhmgen sind an R. Blum zu richten. Bezugspreis für Nichtmitglieder (incl. Porto) jährlich Mk. 2, - , einzelne Nummern 20 Pfg. Jff 6. Oktober 1900. j. Jahrgang. Zum Jahreswechsel allen Mitgliedern, Freunden und Gönnern unseren herzlichsten Glückwunsch. Die Redaktion. Zur Gründung unserer Lehrlingsabteilung. Die Zukunft habt ihr, ihr habt das Vaterland, Ihr habt der Jugend Herz, Erzieher, in der Hand. Was ihr dem lockern Grund einpflanzt, wird Wurzel schlagen, Was ihr dem zarten .Zweig einimpft, wird Früchte tragen! Bedenkt, dass sie zum Heil das werden sollen, Was wir geworden nicht und haben werden wollen. (Httckert). Was „der Pädagoge unter den Dichtern“ gesagt hat, diene uns als Richtschnur. Die Jugend, die soeben aus der Schulstube in den krassen Realismus des Erwerbslebens eintritt, ist bei der leichten Lenkbarkeit ihres Gemütes am ehesten den Einflüssen ihrer Umgebung ausgesetzt. Bei der entscheidenden Bedeutung dieses Zeitpunktes für das ganze fernere Leben, müssen wir es als unsere vornehmste Aufgabe betrachten, jenen entgegenzuarbeiten, die in ihrer Nivellierungssucht — oft unbewusst — die Jugend um jeden Preis, selbst um den der Persönlichkeit, zu sich herabziehen. Lassen wir diesen Zeitpunkt verstreichen, versäumen wir unsere Ideale in die jugendlichen Herzen einzupflanzen, so sind unsere Bemühungen erschwert, wenn nicht ergebnislos. Dann müssen wir uns mit dem Dichterworte trösten: Du wirkest nicht, Alles bleibt so stumpf, Sei guter Dinge! Der Stein im Sumpf Macht keine Ringe. Und gerade unsere, die jüdische Jugend ist am meisten der Gefahr ausgesetzt, in falsche Bahnen geleitet zu werden und den Zusammenhang mit dem Judentum zu verlieren. Ein Blick in’s Leben lehrt uns, mit welcher Gleichgiltigkeit sie allem, was jüdisch heisst, gegenübersteht. 6

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