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Jüdische Turnzeitung · 1900-09-01 · 5 (9.1900) · p. Seite 57

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
1 (1900)
Issue
5 (9.1900)
Date
1900-09-01
Page
Seite 57 (sequence 9)
Language
German
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No. 5. 57. entsprechende Geister auf die beiden Schalen einer Wage. Ueberwiegen die ersteren, kommt die Seele ins Paradies, nachdem sie vorher in der Hölle von ihren Schlacken gereinigt worden ist. die sündigen Seelen dagegen werden in das Gelgel (Umlauf) getrieben, wo sie 100-1000 Jahre ohne Ruhe von einem Ende der Welt zum andern irren. Dabei wandert die Seele unter grossen ()ualen durch alle möglichen Gestalten; erst wohnt sie in Gras, das immer wieder verdorrt, darauf in Insekten, zuletzt in Tier- und Menschenleibern, um dann erst in die Hölle zu gelangen. Hier nimmt sie wieder die ursprüngliche Körpergestalt an und wird nun den Strafen und Foltern der bösen Geister ausgesetzt, deren Ausmalung der Phantasie eines Dante würdig ist. Nur am Sabbat ruht die Strafvollstreckung. Erst wenn alle Sünden ausgetrieben sind, gelangt die Seele ins Paradies, das sich über dem siebenten Himmel befindet. Hier ist der Thron Gottes, vor ibm stehen Engel und preisen seinen Namen. In der Nähe sitzen die Erzväter und die Frommen, die anderen weiter ab, je nach ihrer Würdigkeit. (Schluss folgt) Vereins-Nachrichten. In den Ende Juli in Paris stattgefundenen olympischen Epielen hat unser Mitglied Richard Genscrowsky, der von dem deutsche» Loinitee für die olympischen Wettspiele (Protektorat Prinz Aribert von Anhalt) mit einigen anderen Turnern nach Paris entsandt wurde, einen Preis errungen. Zcitschriften-Rundschau. Von der „jüdischen Turnzeitung" nahmen ferner Notiz: The American Israelit (Cincinatti), Deutsche Turnzeitung (Leipzig), Hameliz (Rußland), Hazewi (Jerusalem). Hauptversammlung vom 3. Juli 1000. (Bei Apitsch) Nach einer Ansprache und allgemeinem Bericht des Herrn I)r. Katz giebt Herr R. Blum eine kurze Uebersicht über die turnerischen Angelegenheiten des verflossenen Semesters und lobt besonders den starken Turnbesuch trotz der heißen Jahreszeit. — Beim zweiten Punkt der Tagesordnung wurde zunächst die künftige Stellung der Frauen-Abtheilung zur Diskussion gestellt. An der lebhaften und teilweise heftigen Debatte beteiligten sich die Herren Zirker, Blum, Besser, Baum, Lewy, ferner die Damen Frl. Bergmann und Frl. Salomon. Mit erdrückender Majorität wurde beschlossen, den Damen eine Sonderstellung im Verein zu geben, da jedoch keine präzisen Anträge gestellt wurden, herrschte über die wesentlichen Punkte Unklarheit. Die Damen stimmten nicht mit. Wegen der vorgerückten Zeit wurde die Hauptversammlung vertagt. Beginn >/, 10 Uhr abds., Schluß der Sitzung >/, 1 Uhr nachts, lieber 80 Damen uitd Herren waren anwesend. Hauptversammlung vom 24. Juli 1000. (Bei Apitsch.) Laut Vorstandsbeschluß vom 0. Juli wurde die Hauptversammlung für den 24. festgesetzt. Es waren ca. 100 Personen anwesend, als Dr. Zloristi die Versammlung um 0 Uhr

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