Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 1 (1900)
- Issue
- 4 (8.1900)
- Date
- 1900-08-01
- Page
- Seite 45 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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45. werk wird nur wenig gepflegt; nicht unbedeutend ist die Fabrikation von Saffian. Der Jagd in den wilden Bergen des Daghestan obliegen die meisten unter ihnen mit Leidenschaft. Nur wenige sind wohlhabend zu nennen, die Mehrzahl hat nur sehr geringen Grundbesitz; viele nehmen aber von ihren muhammedanischen Nachbarn noch Ackerland in Pacht. Die Viehzucht spielt keine bedeutende Rolle; erst in neuerer Zeit wird an einigen Orten Schafzucht in grösserem Masse getrieben. Die tägliche Beschäftigung, die Kämpfe früherer Zeiten und die Berührung mit der erhabenen, aber rauhen Natur des Landes, welche in tausenderlei Gefahren den Mannesmut stählt, haben einen bestimmenden Einfluss auf den Charakter des Bergjuden gehabt. Seine urwüchsige Kraft und Frische rufen auch bei christlichen Reisenden unverhehlte Bewunderung hervor, selbst bei einem so unverfälschten Antisemiten, wie es Nemirowitsch-Dantschenko ist. Professor Hahn aus Tiflis, ein tüchtiger Kenner des' Kaukasus, schildert sie u. a. mit den Worten: „Sie sind die bravsten und ehrlichsten Menschen der Welt; gastfrei bis zur Aufopferung, zuverlässig wie ihre Degen, flink und gewandt wie ihre Rosse, tapfer gegen den Feind und freundlich, ruhig und besonnen im Verkehr mit Freunden und auch mit Fremden". Seine Tapferkeit, sein Mut, seine Gewandtheit in allen Leibesübungen sind ausserordentlich. Seine Waffen sind sein grösster Stolz, seinen Dolch legt er selbst in der Synagoge nicht ab. Bei der Arbeit ist er sehr fleissig und scheut keine Mühe; doch ist sie gethan, dann giebt er sich einem behaglichen dolce far niente hin. Mit echt orientalischem Gleichmut sorgt er nicht um den kommenden Tag und legt überhaupt keinen grossen Wert auf irdische Güter. Der Gemeinsinn ist unter den Bergjuden lebhaft entwickelt; die Bewohner eines Dorfes unterstützen einander nach Kräften und teilen Freud und Leid mit einander. Die Achtung vor dem Alter gilt als hohes Gebot und wird selbst unter den Gliedern einer Familie streng gewahrt. (Fortsetzung folgt.) VereinsZUttteilungea St^iBflÖbcriditf über Me ftattgefunbene (Beneratoerfammlung unb Dorturner-Derfammlung etfd; einen wegen bes befdpränften Haumes Mefet Ztummer erft im September. Spiele im freien fanben am 22. b. ITt unter einer ^Beteiligung oon 22 ßerren jtatt. Ilm 26. Jlugujt wirb nrieber in Keinicfenborf, fjauptßr. t«, gefpielt »erben.