Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 1 (1900)
- Issue
- 4 (8.1900)
- Date
- 1900-08-01
- Page
- Seite 43 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Ho. 4. Fortschritten gehabt and das Tarnen um so eifriger fortgesetzt bitte. Die Erfahrung auf dem Tarnplatze bestätigt diese Ansicht vielfach. Doch za der Verstimmung, die angeeignete Übungen herbeiführen, kann sich als weit schlimmere Folgeerscheinung ein körperlicher Schaden gesellen. Damm sorget, besonders ihr Vorturner, für ein allmähliches Fortschreiten yom Leichteren zum Schwierigeren! Wenn auch gegen den zweiten Punkt gerade von Tarnern weniger gesündigt wird als von rekordsüchtigen Sportsleuten, so soll doch uf die schädliche Wirkung übertriebener Muskelanstrengnng hingewiesen werden. Ausser den Schädigungen der Brustorgane, an Herz and Lange, geraten die Mnskeln selbst in einen entzündlichen Zustand: sie werden starr und knorpelig and verlieren dadurch ihre Elastizität. Ferner schwindet das Fett, das dem Körper die gefälligen, runden Formen giebt, in dem Masse, dass der Körper eckig und unschön erscheint Gerade Anfänger müssen darauf achten, dass sie sieh im Übereifer nicht za viel zumuten. Das sogenannte Turnfieber, von dem ein jeder nach den ersten Tarnstanden mehr oder minder geplagt za werden pflegt, ist ohne Belang and darf niemanden zurückschrecken. Bereite nach kurzer Zeit versehwindet es aof Nimmerwiedersehen. Nicht minder za verwerfen ist die einseitige körperliche. Ausbildung. Das Bevorzugen einzelner Muskelgruppen geschieht stets anf Kosten der anderen und führt zu Missgestaltangen des Körpers; man denke nur an „die breitschultrigen, dünnbeinigen Barrenturner, sowie die dickbeinigen und schmalbrüstigen Tänzerinnen" (Prof. Bock). Und da wir gerade durch das Turnen eine harmonische Durchbildung des ganzen Körpers erreichen können, während bei den meisten Sportzweigen nur bestimmte Muskelpartieen gekräftigt werden, so ist das Tarnen dem Sportbetrieb vorzuziehen. Dieser Vorteil des Tarnens ermöglicht eine Abwechselung der Übungen. Auf die Freiübungen, die den ganzen Körper in Ansprach nehmen und ihn geschmeidig machen, lässt man ein Gerät für des Oberkörper, z. B. Beck, Barren nnd eins für den Unterkörper, s. B. Bock, Springen] folgen. Dadurch wird der Überanstrengung einzelner Muskelgruppen vorgebeugt und durch Abwechselang stets Interesse geweckt. Aaf die Notwendigkeit, ermüdenden Übungen eine angemessene Erholungspause folgen zu lassen, — bei dem Riegenturnen wird dieser Forderung Rechnung getragen — sowie auf Vorsicht nach einer Erhitzung sei besonders aufmerksam gemacht. Schliesslich muss eine Auswahl in der Art der Übungen nach dem Lebensalter getroffen werden. Für das Kindesalter eignen sich Spiele,