Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 1 (1900)
- Issue
- 4 (8.1900)
- Date
- 1900-08-01
- Page
- Seite 42 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ZZo. nntan gedrängt werden und dabei die Beckenorgane gegen den Beckenboden drücken, so werden diese bei häufiger Wiederholung der Übung geschädigt. — Auch die Frage nach der Zeitf, zu der die Turnübungen am vorteilhaftesten gepflegt werden sollen, ist nicht zu vernachlässigen. Am beuten ist es etwa *U Stunden vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit zu tarnen. Da in Vereinen das Turnen am Abend gepflegt wird, und die Verdauung während des Schlafes ruht, so ist es ratsam, das Abendbrod 8 Stunden vor dem Turnen einzunehmen. In diesem Falle fördert Bewegung die Verdauung. Im Allgemeinen kann das Turnen zu jeder Zeit gepflegt werden, in der die Verdauung ruht. Einfache Turnübungen am Morgen lassen die Müdigkeit schwinden, während anstrengende Gymnastik für geistig Arbeitende nachteilig ist, „weil diese die zum Denken erforderliche Spannkraft des Nervensystems vom Gehirn ableitet und ersteres ungemein erschwert". Turnübungen. Das Tarnen in einem Vereine schliesst eine individuelle Berücksichtigung des Einzelnen aus. Darum sollte sich jeder, dem ein organisches Leiden anhaftet und dem durch eine individuelle Gymnastik geholfen werden könnte, vor dem Eintritt in eine Turngemeinschaft einen Arzt zu Rate ziehen. Abgesehen von diesen Ausnahmefällen handelt jedoch ein jeder in seinem eigensten Interesse, wenn er sich einem Vereine anschliesst, da das Zusammentnrnen einer grösseren Gemeinschaft zu bestimmter Zeit ausser anderen Verteilen auch den bietet, dass man nicht in dem Masse der Versuchung ausgesetzt ist, die Leibesübungen aus Mangel an Beharrlichkeit aufzugeben. Im Zusammenturnen wird durch Vorbilder Nacheiferung nnd dmch einen edlen Wettstreit Interesse erweckt. Sollen nun die Turnübungen ihren wohlthätigen Einfluss auf den Organismus geltend machen, so müssen sie folgenden Anforderungen genügen: 1) Sie müssen allmählich in der Schwierigkeit fortschreiten. 2) Sie müssen massvoll gepflegt werden. 3) Sie müssen allseitig betrieben werden. 4) Sie müssen dem Alter angemessen sein. Der erste Gesichtspunkt kommt besonders bei dem Anfänger in Betracht, dem die für seinen unentwickelten und ungewandten Körper zu schwierigen Übungen, an denen er vergeblich seine Kraft versucht, das Turnen gründlich verleiden. Er wird, da ihm nichts gelingen will, missmutig und giebt das Turnen auf, während er bei vernünftiger Steigerung in der Schwierigkeit der Übungen seine Freude an den