Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 1 (1900)
- Issue
- 4 (8.1900)
- Date
- 1900-08-01
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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rio. 39. Plane machte er sieb ans Werk, von dem wir nichts kennen, als den Erfolg. 50 eroberte Festangen, 985 besetzte Dörfer und die Zahl von 580000 Gefallenen bezeichnen denselben. — Bether war die letzte Felsenburg, die den Römern trotzte. Nach verzweifeltem Widerstande fiel auch sie, und in ihr die Seele der Bewegung, Simon Bar Eochba (135). Mehr Freiheitsheld als Staatsmann, mehr Heldenführer als Feldherr, echt wie Gold, ohne fütternden Schimmer — das war der letzte Kämpfer für Judas Freiheit. Hinter die gewaltige Persönlichkeit eines Juda Makkabi hat ihn das Andenken der Nachwelt mit Recht zurücktreten lassen. Ein Kampf mit Rom, an sich schon aussichtslos, wurde ein Wahnsinn, sobald von vornherein jede Vertragsmöglichkeit ausgeschlossen wurde. Doch das trifft vielleicht nicht Bar Kochba. Von Juda Makkabi hätte er aber lernen müssen (an dieser einen Stelle stehen die dunklen Partieen dieses Krieges der Kritik offen), dass ein Kampf im Gebirge nicht allein von Felsennestern aus geführt werden kann, sondern dass ein Haupterfordernis desselben leichte, bewegliche Streifschaaren sind, dass 'einem ungeheuer überlegenen Feinde gegenüber Nadelstiche Schwerthiebe ersetzen müssen. — Im Erfolg hätte das alles aber nichts geändert. Der Genius des jüdischen Volkes hatte seine Fackel gesenkt. Die Früchte des Krieges sind darum aber nicht minder reich. Die reine und reinigende Begeisterung, die er unserm Volke nach einer langen krankhaften EntWickelung gab, lebte in Rabbi Akiba und all den Millionen von Märtyrern bis auf den heutigen Tag fort und gab ihnen die Kraft, unter den Händen ihrer Würger und aus dem Flammenstoss heraus noch den brechenden Blick hoffnungsvoll gen Zion zu wenden, giebt uns die Kraft, im Bewusstsein der Grösse unseres Thuns zukunftsfreudig die alten Ideale wieder aufleben zu lassen. Unter welchen Bedingungen genügt das Turnen den gesundheitlichen Anforderungen. Von Richard Blum. „In unserer Zeit, wo die Thätigkeit so fieberhaft, die Hirnarbeit so intensiv, die sitzenden Beschäftigungen so zahlreich sind, drängt sich uns die körperliche Erziehung als das einzige Mittel auf, bei den Menschen das Gleichgewicht der physiologischen Funktionen wiederherzustellen."*) Soll die körperliche Erziehung, die am vollendetsten *) Leitfaden ftlr das Sohnltornen, herausgegeben rora französischen Unterrichtsministerium 1898.