Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 1 (1900)
- Issue
- 2 (6.1900)
- Date
- 1900-06-01
- Page
- Seite 14 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2. H- IV. Die Liebe zum Heimalgrund«, wo -er Ahne gelitten einst hat, Sie weihe uns jegliche Stunde, Sie weihe uns jegliche That. Am Jordan glüh'n wieder die Reben, wo einst wüste — quillt jauchzendes Leben. Durch das Gelände braust die Melodei: Auf! Hedad, Hedad! Unsre Bahn ist frei. :|: V. wohlan! Laßt das Sinnen und Sorgen, Fegt die Angst aus der Seele heraus I Schon grüßt uns der Freiheitmorgen; Die Freude pocht jubelnd an's Haus. Der Frühling wird junges Leben bringen Und Leiden und Unechtschaft niederzwingen. <£§ sproßt und grünt ein neuer Lebensmai: :[■ Auf! Hedad, Hedad! Unsre Bahn ist frei! :j: __ Theodor Zlociiti. Oisciplin von Richard Blum. Für die gedeihliche Entwicklung eines Turnvereins ist die Unterordnung unter einen Willen ein unbedingtes Erfordernis. Die Ursache dafür, dass gegen die Wahrheit dieser auf den ersten Blick einleuchtenden Behauptung so häufig gesündigt wird, liegt wohl darin, dass der Gehorsam nicht jedermanns Sache ist, da er Selbstüberwindung kostet, und in der völligen Unterordnung ein Aufgeben der Persönlichkeit, ein Verzichtleisten auf den eigenen Willen zu liegen scheint. Indessen drückt die Unterordnung, da sie nicht erzwungen, sondern durch den Eintritt in eine Turngemeinschaft freiwillig übernommen ist, keineswegs die Manneswürde herab, sie adelt vielmehr den, der sie sich zur Pflicht gemacht hat. Wird doch der Gehorsam einer Persönlichkeit entgegengebracht, die zur Leitung des Turnbetriebs für geeignet und würdig befunden wurde. Gehorchen wir einer von uns erwählten Person, so gehorchen wir uns selbst! Und nur derjenige, der gelernt hat, anderen und sich selbst zu gehorchen, erlangt Recht und Fähigkeit zu befehlen. Leider wird häufig die Beobachtung gemacht, dass es gerade denjenigen, die eine grosse turnerische Fertigkeit besitzen, an Disciplin mangelt. Bei solchen Turnern macht sich das Be-