Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 1 (1900)
- Issue
- 2 (6.1900)
- Date
- 1900-06-01
- Page
- Seite 15 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Xlo. 2. 15. streben geltend, sich der Teilnahme an den gemeinsamen Frei- und Ordnungsübungen, die ihnen als zu geringwertig erscheinen, zu entziehen. Solchen Freiheitsbestrebungen muss man mit Entschiedenheit entgegentreten; denn gerade Frei- und Ordnung«* Übungen fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl am meisten. Das schlechte Beispiel, das hier gerade die tguten* Turner geben, muss besonders auf jugendliche Elemente einen unheilvollen Einfluss ausüben. Daher müssen jene scharf gerügt und* wenn dies nichts fruchtet, aus dem Verein entternt werden. Es kommt mehr auf die Ordnung und Straffheit in der Abteilung an — denn danach wird auch ihr turnerischer Wert bemessen — als auf eine grosse Zahl sogenannter Gipfelturner, die ihren Namen öfters nur dadurch verdienen, dass sie den Gipfel der Disciplinlosigkeit kühn erklettert haben und von ihrer vermeintlichen Höhe mit überlegenem Lächeln mitleidig auf die Tantalusqualen der Unglücklichen herabblicken, die sich überhaupt noch mit Ordnungs- und Freiübungen abgeben. Diese Verhältnisse liegen in jungen Vereinen besonders schwierig. Hier muss mit allem Nachdruck darauf hingewirkt werden, dass schädliche Elemente nicht aufkommen können, kann doch ein Disciplinloser in Kurzem den Bau einreissen oder zum mindesten gefährden, den aufzurichten viel Schweiss und Mühe gekostet hat. Daher Vorsicht bei der Auswahl von solchen, die der Abteilung als Muster dienen sollen! Abgesehen von dem erzieherischen Wert der Disciplin ist sie für den künfigen Soldaten eine ausgezeichnete Schule. Ihm steckt die Zucht und Unterordnung, auf der der Heeresdienst gegründet ist, vom Turnplatz her in den Gliedern. Nicht ohne Grund lesen wir häulg, dass ein Oberst Turner zum freiwilligen Eintritt in sein Regiment auffordert, weil durch das Vorbild dieser Männer ein Hauptzweck der militärischen Ausbildung, straffe Disciplin, schneller und leichter erreicht wird. — Und nun, liebe Turngenossen, fordere ich euch auf, meine Mahnung zu beherzigen: Wem sein eigenes und seines Vereines Wohl am Herzen liegt, der ziehe die Folgerungen aus seinem freiwillig übernommenen Gehorsam. Er strebe nach Disciplin! Er fühle sich als Glied des Ganzen und bemühe sich, ihm Ehre zu machen. Und dass die Disciplin gerade durch das Turnen, nicht auch durch den Sport geweckt wird, soll in einem späteren Aufsatz dargelegt werden