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Jüdische Turnzeitung · 1900-06-01 · 2 (6.1900) · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
1 (1900)
Issue
2 (6.1900)
Date
1900-06-01
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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Ito. 2. \2. könne, (weil er schreit d. h. um Mitleid rufen und das Leben retten kann) ist nach einer im Talmud ausgesprochenen Meinung bedeutsam genug, um dieselbe zu gestatten..... In ähnlicher Weise motiviert ein mittelalterlicher Autor1 die Erlaubnis, einem Wettrennen beizuwohnen oder im Zureiten der Pferde sich zu üben, um nämlich in Gefahren leichter zu Pferde zu sein und um so rascher entfliehen zu können. Das Beispiel eines unverbesserlichen Pferdeliebhabers aus dem 15 Jahrhundert wird uns durch Moses Menz in seiner Responsensammlung n. 73 aufbewahrt. Dagegen dürften wir das Beispiel eines jüdischen Jagdliebhabers wohl nicht finden. .... Nicht selten jedoch werden wir die Juden in der Führung von Waffen geübt und tüchtig finden.* War auch Im Allgemeinen den Juden verboten, Waffen zu lühren so finden sich doch vereinzelte Spuren, dass sie durch Streitbarkeit und kriegerische Tüchtigkeit ihren christlichen Zeitgenossen Achtung abgewannen. Näheres hierüber hat Karl Seifart in einem Aufsatze „Streitbare Juden im Mittelalter" (in der Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte und hieraus im Jeschurun von Hirsch, Jahrg. 3, abgedruckt) mitgeteilt.8 Wir ergänzen die dortigen Angaben mit dem Hinweis auf die böhmischen Juden, von denen berichtet wird,* dass sie stets bewaffnet einhergehen, die spanischen Juden, die im Fechlspiel sich üben, mit dem Könige und seinem Heere in den Kampf ziehen, die wormser Juden, welche, als die Stact feindlich belagert wurde, gemäss der Entscheidung des R. Elasar selbst am Sabbat die Waffen ergreifen durften, um der Bürgerschaft Beistand zu leisten.8 Ein von den Juden im Jahre 1386 zu Weissenfeis veranstaltetes Turnier (vgl. Hecht in Wertheimers Jahrbuch 3 S. 1698) wird auch in der Schöppenchronik von Magdeburg als ein Hot bezeichnet, „wo die Juden stachen und tornierten und da der Hof zerginge, da wurden die fremden Juden auf ihrer Heimat verhalten von Klaus von Trote und Koler von Krosick und nahmen ihnen gross Gut", allein von Sidori, die Juden in Sachsen S. 26 und nach ihm von Zunz, zur Geschichte S. 184 und synagogale Poesie S. 40 wird es nur als eine Zusammenkunft bezeichnet, zu der sich auch Juden aus entlernten Ländern hinbegaben, die aber bei ihrer Heimkehr von Raubrittern gefangen und ausgeplündert wurden. — Kampfspiele zu Pferde bei der feierlichen Einholung des Bräutigams, wobei es nicht selten zum Zerreissen der Kleidung oder zur Verwundung der Pferde kam, waren bei den französischen und spa- ») Israel Bruna, R«sp. n 71. *) Vgl. hierzu Wiener i. d. Monatsschrift von Frankel XII, 8. 277 *) *Vi,- Radonken. spater auf diese Quellen in besonderen Aufsätzen naher einzugehen. Aum. d. Redaktion. *; Or saroa II. 8. 40 u I 8 104 •) Roknach § 186.

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