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Jüdische Turnzeitung · 1900-05-01 · 1 (5.1900) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
1 (1900)
Issue
1 (5.1900)
Date
1900-05-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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No. 1. 3. entstandenen Lücken durch Worte ersetzt, die allgemein-religiösen Vorstellungen Ausdruck leihen. Die Lust am Leben ging selbst in den drückendsten Zeiten nicht verloren, wie dies vorzüglich aus den Erholungen und Spielen sich ergiebt, an denen die grosse Menge Gefallen fand und sich hierdurch ergötzte. Tragen diese Spiele ganz das Gepräge des Heimatlandes, so bekunden sie hierin zugleich, dass in den Fällen, wo nicht gerade das eigentliche Religionsgesetz strict dagegen sich wandte, das ausserjüdische Leben und das tägliche Beispiel trotz aller Abgeschlossenheit nicht wirkungslos blieben. Wird Ja schon im Buche der Frommen (No. 1301) behauptet, dass auch die Sitten der nichtjüdischen Umgebung grossen Einfluss auf die Juden hätten und dass da, wo die nichtjüdische Welt in Bittenlosigkeit verfallen ist, auch bei den Juden die Moral sinkt. Ganz deutlich lässt sich dies erweisen, wenn man an der Hand der allgemeinen Sittengeschichte die Klagen aus gewesen Zeiten und Gegenden prüft, welche in jüdischen Schriften über Verschlechterung der Sitten auch in Mitten des jüdischen Kreises vernommen werden. Vorzüglich aber lässt sich der Einfluss von aussen her in der Leidenschaft des Spiels erkennen ...... Als ein besonders jüdisches Spiel erscheint das Spiel mit Nüssen, das schon in talmudischer Zeit in Damenkreisen sehr beliebt war. Man unterschied im Nusspiel eine zweifache Weise1; bei der einen, nicht näher bekannten, benutzte man den Boden eines grossen Maassgefässes, das Kortel genannt. Die andere Art war die. dass ein Nusshaufen von einer Nus^ getroffen und umgeworfen werden musste* *. Man nannte dies vlede, eine deutsche Bezeichnung, welche noch zu erklären wäre, die französische Bezeichnung wird mit la pourcel („Wurfspiel“1 nach du £ange I.) wiedergegeben. . (Schluss folgt). Jahresbericht. Seit langem empfand man er als dringende Notwendigkeit, eine körperliche Regeneration des jüdischen Volkes anplbahnen, ohne daß ein ernsthafter versuch in dieser Richtung hin unternommen wurde. Auf dem zweiten Baseler Longreffe der Zionisten wurde zum ersten Mal« vor aller lvelt die einseitige j>stege kultureller Bestrebungen gei) Nach dem handachrittliehen Werke Aaanfot 8. 72. Perle«, Beiträge S 78 will blidea>Schleuder dSfSr feien und verstehen. *) 8. Raaofai in Erubin 104h.

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