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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 88

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 88 (sequence 94)
Language
German
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f'.V: - ■■';; ' ■ ■ •:■ '. '■. Der Ort ist mit 50 000 Einwohnern di^weitgroBte StadC de« ' Landes. Die Entfernung von MontevideoWrän^ 500 km; sie. wurde mit einem planmäßigen Autobus zurückgelegt Die Fahrt dauerte etwa neun Stunden. Lediglich zwei kleinere Städte wurden berührt. Auf 'den letzten 180 km befindet flieh überhaupt kein Ort. Man eicht ab und zu mal am Horizont' einige -Häuser; - an der Straße selbst liegt etwa auf der Mitte des Wagiir ein einzige» Wtrtsbaba mit einer Tankstelle. sDas Laad ist wirklieh leer. Die Strecke ist nicht etwa Urwald, denn Urwald für ea. .50 f Pesos gut: und Sportplatzen, eine richtige Landstadt. Ein Teil der MO km wurde auf vorzüglichen Straften zurück- ■tea Straften, in ganz kurzer t aber wird die ganze Strecke gut fahrbar sein. Die Stadt selbst hat auch nach deutschee Begriffen absolut hochwertige Hauptstraßen; dagegen sind die Nebenstraßen, «er allen Dingen diel die aufs Land führen, schlecht. Aber auch diese Straßen sollen in Kürze in Ordnung gebracht werden. Verkehrsmittel: Auto, am baston hochgebaute alte Fords, und Pferde. Die Kinder reiten zur Schule, die Frauen in die Stadt. Viehhirten, sind selbsverständlich auch beritten. < War von Landwirtschaft etwas versteht oder von Viehzucht, kann, wenn er bereit ist primitiv und bedürfnislos an leben, ' bei ■ größter Sparsamkeit Erfolge haben. Die—Menachen dort haben den Vorteil, daß sie ganz frei und unabhängig leben können; kein Mensch redet ihnen irgend etwas drein. Bs kommen aber 'mar Junge Menschen in Frage." j «^»«,- — Wagen der praktischen Ratschläge, die in ffaaW enthalte« sind; drucken wir hier noch einige liiere Briefe ab. " .Montevideo, deiiS. Juni 'ft(36 hDar Bedarf einer vierköpfigen Familie schwankt1 je nach den Ansprüchen. Mit ca. 150 Pesos kann man hier schon sehr gut leben; ich glaube, daß die meisten mit kaum dar Hälfte auskommen, alles einbegriffen. Um eise Existenz ■ zu gründen, ist Kapital nötig, das je . artter oder kleiner sein kenn. Da die Banken 5Vj *fr Zinsen Sehlen, ist evtl. dae Laben nur von Zinsen das einfachste. Ate« 20 000 Pesos genügen für einen Privatier, da die Möglichkeit großer Extraausgaben sehr gering ist. Die Staatsbank verzinst mit 50/0. Wohnungsmiete richtet sich nach der Gegend. Ich selbst zahle für ein ganz modernes Sieben-Zimmer-Haus monatlich TS Pasee. Eugenwohnungen im gewohnten Sinn gibt aa wattig. gibt es in Uruguay überhaupt nicht, auch nicht Steppe, ' evaaeiutUrhea Weideland, zuweilen auch Ackerland.. Man . ff oft kUoiuetertang aa riesengroßen Weideflache« entlang, auf denen aioh übrigens nicht viel Vieh befindet Man trifft auch oft viele Kilometer lange Mate» «der Weizenfelder, Die Manischen, . die -dort arbeiten, leben unter den primitivsten Verhältnissen vollkommen bedürfnislos. Di« Leute verdienen trotz guter Konjunktur sehr, wenig. Natürlich sind die Preise für die Landeaprodufctc dort (den Löhnen angepaßt) sehr billig, aber Industrieprodukte haben auch dort, ihren Preis. Payaaadu tot großzügig angelegt, weit ausgedehnt, mit-SpteU- Ein Viet^ bis Fünf-Zimmer-Haus wir« m haben sein. , Es gibt hier* zur höheren Ausbildung Pr i v a t sch u 1 e n the, amerikanische, spanische), die aaonsthch IS Pesos kosten. Dazu werden die Schüler im eigenen Autobus w etwaigen Entferjutng, von Hause morgens sbwieder nach ■ Hause gefahren für 5 Pesos pro Monat. Schule, die' gratis ist, /haf den Charakter unserer Die Absolvierung berechtigt zum Universitätostudium, das auch vollkommen gratis ist Eins große Universität mit allen Fakultäten ist hier. ' ' AUe unsere gewohnten Möbel, besonders die sind hier gut zu gebrauchen. Wann Fracht in' Deutschland ganz bezahlt wird, dann lohnt es sich auf alle Falle, weil hier alles relativ teuer tot hei Neuanschaffungen (Möbel, Geschirr, Wasch«) und nicht gut gearbeitet. Am besten ist ein Lift, dar viel Fracht erspart Flügel sind sehr wertvoll, besonders Markeninstrumente." Die praktischen Ratschläge dieses Briefes werden ergänzt durch eine Mitteilung des Einwanderer-Schutzkomitees vom 21. Juh 1888, in der es heifit: „Teppichs und PobnmaaBUl raten wir nritsubriagen. Darüber zollfrei ist wenn mitgeführt. Dia Revision wird sehr liberal Wir raten Ihnen ferner, Nahmilinissa, Radio, :>•• :„v: mitzubringen^ alt oder neu. Falls neu, wollen Sie bitte darauf achten, daß diese Dinge nicht ' neckt %t»4." ' -\------- ■ . Eine weitere Ergänzung dieser praktischen Ratschlage ' aus einem Brief aas Montevideo vom 2. JuÜ 1888: JDie Steomaoaneuag ist hier OD Volt Wechselstrom. Es empfiehlt 'rir^gr\ eise;Iiiliäan /liiiisulau und Geräten mitzubringen, auch Wärmeofen, da der «r Kraftzwecke übliche Strom nur 3 cent./Kwh. kostet (d.h. etwa 3Vj HL." Ueber die gleiche, praktisch nicht unwichtige Frage teilt der folgende Brief aus Montevideo vom 8. Juli 1886, der auch wertvolle Informationen Aber Kleidang und Lebenshaltung in Uruguay enthält, noch Ergänzendes mit: „Es gibt hier zwei Stromarten, einen für Lieht und einen für gewerbliche Zwecke. Dar eine kostet 18 Cent, dar andere 3 Cent, pro Kilowattstunde. Unter „gewerblich" versteht man z. B. auch Strom zum Bügeln usw. Jeaes Haus hat diese zwei Stromart en, und infolgedessen auch zwei Zahler, die das Werk stellt Dia Bekleidung des Harra ist ähnlich wie bei uns. Im Sommer tragt man leichtere Anzüge, meist ohne Futter, dl« waschbar sind, d. h man wäscht hier auch Wollanzüge. Jetzt z.B. «rüge ich meine richtige Winterkleidung, wollene Wasche, dicken Mantel und kann sie gut gebrauchen. Wann Sie einen Pelz/ mitbringen, tot es kein Fehler, auch Pelze für Damen, wie Silberfüchse usw., werden hier viel getragen. Knickerbocker trugt man überhaupt nicht, lassen Sie die drüben, Sie hier damit komisch." *VrX ,J& / Venezuela , Das dünn bevölkerte, mit Naturschätzen reich gesegnete, finanziell gesunde Laad ist klimatisch in den höher gelegenen Teilen Für Europäer nicht ungeeignet. "Es ist bisher von der jüdischen wie von der allgemeinen Einwanderung kaum erfaßt worden, könnt» aber Joden ans Deutschland mancherlei Betätigungsmöglichkeiten bieten, meistens sogar in ihren bisherigen Berufen. Doch ist die künftige Haltung der Regierung zur Einwanderungsfrage ungewiß. Die' gegenwärtigen Einwanderungsbestimmungen sind verhältnismäßig streng. '"/ . A. Einreichest iromungen Zar Einwanderung nach Venezuela ist das Visum des venezolanischen Konsuls des Abfahrthalens notwendig. Für Deutschland ist das Generalkonsulat in Hamburg allein visumberechtigt Zur Erteilung des Visums ist an den venezolanischen Konsul ein Antrag zu stellen. Ans dem in spanischer Sprache abgefaßten Antrag muß folgendes hervorgehen: die Personalien des Antragstellers, sein Beruf und seine bisherige Tätigkeil, sein» Geldmittel usw. y *• '»1 SV E m m w ' " , » .1 ' * '•■ ■ 1 1 1. •. Wwti ' WL, -v- 11 ] 4 wL v Vor der Erteilung des Visums fragt der Konsul bei -der zuständigen- Behörde .in Venezuela .an, ob das Visum erteilt w et den sott. Aassicht auf das Visum besteht nur, wenn der venezolanischen Behörde und dem Konsul der Lebensunterhalt des Antragstellers in Venezuela gesichert erscheint. ■ Berufsfähige selbständige Personen müssen daher neben dem Landungsdepot (s. u.) ausreichende Geldmittel zur Gründung einer Existenz und cur Bestreitung ihres Lebensunterhalts nachweisen. Arbeitnehmer haben neben dem. Landungsdepot einen mit einem angesehenen in Venezuela ansässigen Unternehmen, abgeschlossenen Arbeitsvertrag vorzuweisen. v ...

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