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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 89

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 89 (sequence 95)
Language
German
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Das Landungsdepot von 500 Bölivaro (etwa 400 GM.) hat jeder Reisende bei der ihn befördernden Schiffahrtslinie iu hinterlegen (zuzüglich 150 üolivares für Uni> kosten). \ . Des Geld wird vor'der Landung wieder zurückgezahlt und ist nach dar Ankunft bei der „Banco de Venezuela" zu hinterlegen. Der Betrag wird im ersten Jahre nach der Ankunft bei der Wiederausreise zurückgezahlt oder 4m zweiten Jahre, wenn der Einreisende sich im Lande niedergelassen hat. Von der Hinterlegung des Landungsdepots warden Angestellte, und landwirtschaftliche Arbeiter und Lehrer unter Umstanden mit besonderer Genehmigung des Ministeriums des Innern befreit. -Falls der Antrag auf ein Visum durch die zuständigen venezolanischen Behörden genehmigt wurde, wird das Visum spätestens 8 Tage vor der Abfahrt des gewählten Dampfers erteilt. Dam Konsul sind dafür folgende Papiere vorzulegen: 1. Dar gültige Reisepaß, 2. ein "Geburtsschein und, wenn die Staatsangehörigkeit ge- _wechselt werden ist, ein amtlicher Ausweis-Über die zur Seit htdihlade SUatsangehörlgke»;--'- 3. ein beantworteter Fragebogen (beim Generalkonsulat oder bei der Schiffahrtslinie einzufordern), 4. ein große« polizeiliches Führungszeugnis über die letzten 10 Jahre, ' 5. ata amtsärztliche» Gesundheitszeugnis (aa Lepra, Trachom, Geisteskrankheit, Epilepsie Leidende sind von der Einreise ausgeschlossen), «• «. ei« amtsärztliches Zeugnis «bar dje akfat langer als T Jahre zurückliegende Pockenimpfung. Zu 5 und 8. Die Zeugnisse sind in spanischer Sprache einzureichen; die Vordrecke sind bei den Schiffahrtslinien erhältlich. / 7. Paßbilder (keine PhotomatoabiWer), davon < Vorder- und ■Pfr (Scharfprofil), 8. Die. Quittung über das eingezahlte Laadungsdepot, 9. Personen, die zur Annahme einer bezahlten Stellung nach Venezuela reisen wollen, haben den Austeilung»- oder Arbeitsvertrag vorzulegen Und einen Nachweis darüber,' daß sie f&hig sind, den angegebenen Beruf auszuüben. » Bai dar Erteilung des Einreisevisums stellt das Generalkonsulat fttr jeden Reisenden einen Personalausweis (Cedula de Identidad) in zweifacher Aasfertigung aus. Das Visum muß persönlich abgeholt werden. Das Visum ist nur für die angemeldete Abfahrt gültig. Wird die Abfahrt verschoben, so muß ein neues Visum beantragt werden. Außer dem Visum ist noch die' LandungscjlaVWüs der Einwanderungsbehörde im Einreisehafen erforderlich. Die Entscheidung darüber wird erst beim Eintreffen in Venezuela gefällt. Die Gebühren betragen: Fttr das Visum 20 Bolivares, fttr den Personalausweis (Cedula) 2 Bolivares. Die Gebühren müssen vom Reisenden bei dar Landung in Devisen bezahlt werden. ■ ,i B. Zollbestimmungen 1. Reisegepäck Als zollfreies Reisegepäck gelten folgende Gegenstände: Klmimnefretttchi, Betern, Rsilisug, POthsi und sonstige persönliche Gegenstände, Instrumente zur Ausübung des Berufes, sofern de benutzt sind und offensichtlich für den peraönli. Gebrauch das Reisenden dienen sollen. Möbel und Fahrzeuge so ist sind zollpflichtig. 2. Umzugsgut j t Für Umzugsgut gelten die gleichen Bestimmungen wie für Reisegepäck. .Gent das Umzugsgut nicht zusammen mit dem Einreisenden ein, sonder II wird i lalaiah tu» a notwendig. 3. Auaetattungs- und Heiratsgut Soweit es sich um gebrauchte Gegenstände bandelt, für Rritsgspäek angewandt. IL Dm Land . ergibt wahrend in Deutschland rund 14$ Menschen auf dem Quadratkilometer leben. Die Bevölkerung Venezuelas ist aber sehr ungleich verteilt, und die Bevölkerungsdichte Stent in manchen Landesteilen bis an 70 Menschen je Quadratkilometer. " '■/ . Venezuela wird begrenzt im Norden von der Karibischen See. im Osten von Britiach-Guayana und' Brasilien, im Süden von Brasilien und im Westen von Columbien. Das Land erstreckt sich etwa vom 1. bis zum 18. Breitengrad* nördlich des Äquators, ■ hegt also in den Tropen..Doch wird der Einfluß dieser Tatsache auf das Klima durch mächtige Gebirgszüge, die einen großen Teil ~ des Landes beherrschen, stark gemildert, wahrend in dem gewaltigen Tiefland de» Orinoko-Beckens der tropisch« Charakter unverfälscht "hervortritt. Ueberhaupt' ist Venezuela kein Land von einheitlichem Aufbau, sondern zerfällt geographisch in drei" Teile, .die-nach klimatisch und wirtschaftlich große Unterschiede aufweisen: A. die Gebirgsgegenden im Norden und Westen; B. die Llanos des - Orinokostromes und C. das Hochland von Guayana. i . . -ü*. 1. Natur and Haupteinteilung des Landes Die Republik Venezuela ist mit eisern Flächeninhalt von 912050 qkm ungefähr 1'/,mal ao groB wie das Deutsche' Reich. Die Bevölkerung zählt aber kaum 3Mi Millionen Seelen, ao daß sich eine durchschnittliche— Bevölkerungsdichte von nur tfi auf den Quadratkilometer A. Die Gebirgagegenden im Norden and Westen. Die Ostkordillere der columbianischen Anden teilt sich an der venezolanischen Grenze in zwei Gebirgszüge, von denen der eine sich nordwärts erstreckt und in der Halbinsel Goajira endet. Die internationale Grenze folgt dkm unerforschten Höhenzug dieses Gebirges, das Sierra de Perija heißt. Der andere Gebirgszug erstreckt sieh in nordöstlicher Richtung und heißt Cordillera de Merida. Dieses Gebirge steigt bis zu 0000 m empor and hat teilweise Gletscher und ewiges Sehne». Es zerfallt in zahlreich« Gebirgsketten, zwischen denen Taler liegen, <he zum großen Teil reich angebaut und rar Besiedlung vorzüglich geeignet sind; die Bevölkerungsdichte steigt hier Bis auf 24 Menschen pro Quadratkilometer. Zwischen den beiden Gebirgszügen der Sierra de Perija and der Cordillerr de Merida liegt der Golf und „See" von Maraeaibo — eine Gegend, die in letzter Zeit wegen der dortigen Petroleum vorkommen außerordentliche Bedeutung erlangt hat. ' ■■ Der tropisch heiße Hafen Maraeaibo, die dritt- SBte Stadt Venezuelas, mit etwa 110000 Einwohnern, t im Wae entlichen von Export und dem Handel mit dem Hinterlande. / Im Norden and Nordwestert dieses Tieflandes und der Sierra de Perija, sowie auf der Halbinsel Goajira leben noch wilde Indianerstamme ..../, Das Karibische oder K ü s t e n g e b i r ge beginnt Östlich vom Flusse Cejede« und erstreckt sich mit einer einzigen großen ..Unterbrechung bis cum äußersten Osten der Repebuk. Es erreicht seine größte Höhe von etwa 2500 m ojnreftder Landeshauptstadt Caracas. Dieses Gebirge ist von der Cordillera de Merida durch eine Rette von Berggipfeln getrennt, die die »Berge von Cora" beißen . J~ Das Küstengebirge, mit seinen vielen Längsand Querbruchzonen, ist heute der w i c h t i g s t e Siedlungsand Wirtschaftsraum dee ganzen Landes. Die Bevölkerungsdichte steigt hier bis zu 73 Seelen pro Quadratkilometer. Hier liegen die Häfen La Guaira und Paarte Cabello, vor allem aber die Landeshauptstadt Caracas. . Caracas liegt am Südabhang des Kttstengebirges in einer Hohe von etwa 900 m und hat etwa 200000 Einwohner. Dar nördliche Teil der Stadt liegt erheblich hoher als dar südüche. Die Stadt hat rechtwinklig angelegte breite, schattige Straßen and Plätze, eine aasgezeichnete Wasserversorgung sonne ein gutes Straßenbahnand Telephonnetz, aleitiiiilMi Lichtand Kraftanlagen, Hospitäler, Asyle und dergleichen. Durch ihre Lage beherrscht sie den Handel mit San wichtigeren Städten im Norden des Landes and auch einen großen Teil des Wirtschaftslebens im Landesinnern. Caracas hat Papier-, Zement-, TextÜ-, Seite« and Kerzenfabriken. Die wichtigsten Handelsprodukte aber sind Kakaor Kaffee und Zucker. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 21,r Celsius; ha kahlrtea Monat (Januar) beträgt sie 20,3°, im wärmstes Monat (Mai) 28,3°. Ist die mittlere Jahrestemperatur fttr den Europäer durchaus sieht es hoch, so dürfte die Geringfügigkeit der Teuipws^ueuHwiakiiagep bei dem aa den Rhythmus dar Jahreszeiten gewohnten Korper des Europäers auf die Dauer Ermüdungserscheinungen * •Ii. Ü ' aj

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