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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 85

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 85 (sequence 91)
Language
German
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«a m m Unter den projektierten, teil weis« auch "schon arbeitenden neuen Industrien befinden sich folgende: Autoreifen, Asbest-Zementplatten, elektrische Lampenbirnen, Briketts, verschiedene Chemikalien und pharmazeutische Präparate. 4. Außenhandel Die Gesamteinfuhr Uruguays hatte 1937 einen Wert (Tarifwert) von 80,4 Millionen Pesos (1036: 65,9 Millionen Pesos), die Ausfuhr de« Wert von 99,2 Millionen Pesos (1936: 9,3 Millionen Pesos), so daß sich ein Ausfuhr- Überschuß von 18,8 Millionen Pesos (1936 : 24,4 Millionen Peso») ergab. Haupteinfuhrwaren waren 1937 (in der Reihenfolge des Importwertes): Rohöl, Zucker, Kohle, Textilien, Yerba Mete, Eisen, Kartoffeln, Gummireifen, Olivenöl. Uruguays Handelspolitik entspricht dem Prinzip der Gegenseitigkeit; dieses System wird durch ein System von Kontingentierungen ziemlich streng durchzufahren "versucht. England, die USA. und Deutschland sind sowohl die wichtigsten Lieferanten wie die größten Abnehmer" der Erzeugnisse Uruguays. Seit 1934 sind die Handelsumsätze zwischen Uruguay und Deutschland wesentlich gestiegen. Das damals abgeschlossene Verrechnungsabkommen versucht, Exporte und Importe einander anzugleichen. Deutschland verpflichtete «ich zur verstärkten Abnahme von Wolle, Gefrierfleisch, Fleischextrakt, Därmen und Hauton, wahrend Uruguay deutsche Industrieprodukte abnehmen will, und zwar in erster Linie Chemikalien, pharmazeutische -Produkte, Maschinen und Maschinenzubehör, Draht und verschiedene Halbfabrikate. Die Einfuhr Deutschlands aus Uruguay betrug 1937 28,6'Millionen; die wichtigsten Waren darin waren Wolle (17 Millionen),' Felle und Häute (7,5 Millionen) und Fleisch und Fleisch waren (4,4 Millionen). „ Die Ausfuhr Deutschlands nach Uruguay hatte 1937 den Wert von 24 Millionen Reichmark. Die wichtigsten Waren, «ind^in folgender Ueberskht aufgeführt: Gewebe Jeder Ali Papier, Pappe, Papierwaren Keramische Erzeugnisse Farben, Ladt« usw. Eisen- und Stahlhalberzeugnisse < Eisenwaren MetaUwarea Maschinen aller Art Fahrzeuge aller AM Ekkinnediniac&e und feinmechanische Erzeugnisse Pharmazeutische Erzeugnisse Nach Mitteilungen der Deutsch - Südamerikanischen Bank besteht Interesse für folgende deutsche Erzeugnis Rohstoffe, Halbfabrikate und. Maschinen für die Landes-^ Industrie; Baumaterial; sanitäre Artikel; pharmazeutische Produkte; Papier. 5. Wirtschaftliche Entwicklung der letzten Zeit »Ii t _ a .•'*>**•-.■ *» Die Weltwirtschaftskrise hat Uruguay im gleichen Rhythmus überwunden wie fast alle anderen Lander. Schon von 1988 an stieg.die Ausfuhr •>— besonders unter . der Wirkung der wieder einsetzenden" Nachfrage" nach Wolle . —; gleichzeitig, wenn auch zunächst nicht im gleichen Maße, stieg auch als Folge der1 vergrößerten Kaufkraft die Einfuhr. Die Erholung - wurde durch Vergebung öffentlicher Arbeiten (Straßenbau usw.) durch die Regierung unterstützt. Mit dem Wiederaufschwung verbesserte sich auch die Währükngslage: der Peso ist von 1932 bis, 1937 annähernd stabil geblieben. Der Wirtedtaftofschwung setzte sich bis Mitte 1987 fort. Infolge des Fallena der Preise von Fleisch und Verschlechterung da« Absatzes von Wolle — auf welch beiden Erzeugnissen die wirtschaftliche Entwicklung Uruguays~beruht — setzte sodann ein Rückgang ein,, der'jedoch nach den letzten Nachricht«« 'wieder "überwunden sein soll. Nach einer Zusammenstellung der Zeitschrift '.Wirtschaft und Statistik'* ist um die Mitte 1938 die Industrie gut beschäftigt und weiter im Ausbau begriffen', die Bautätigkeit anhaltend rege; die Schlachtungen iiir die Kühlhäuser sind großer als int Vorjahr. Der Absatz von Wolle tat s.Zt. unbefriedigend, doch ist die ' Ernte der für die Ausfuhr in Betracht kommenden PflaAzenarten (Weizen, Leinsaat, Wein) gut ausgefallen. .t , § IV. Aussichten für Einwanderer ->__ " ■ ■ **?' ■ Bei der Beurteilung der Aussichten der Einwanderer, sich im uniguayanischen Wirtschaftsleben einzugliedern, muß' beachtet werden, daß Uruguay ein verhältnismäßig kleines Land ist: seine 2 Millionen Einwohner bieten einen recht engen Markt, zumal der Uruguayaner ein recht sparsamer Mensch ist.' Für- Kaufleute und kaufmännische Angestellte bestehen kaum Möglichkeiten, Arbeit und Verdienst zu finden — von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen. Im allgemeinen müssen sie wegen - ihrer - zu geringen Kenntnis der Landessprache und der Handels¬ und Verbrauchsgewohnheiten im Lande als ungelernte Arbeiter unterzukommen versuchen. Für Vertreter bestehen gar keine Auseichton auf Erfolg. — Die Errichtung von Einzelhandelegeschäften ist zur Zeit verboten Gelernte Arbeiter und Handwerker haben nach den vorhegenden Mitteilungen noch recht gute Aussichten, Arbeit zu finden. Insbesondere wird berichtet, daß Nachfrage nach gelernten .Tiefbauarbeitern, nach Schlossern, Tischlern, Adalern, Glasern, Lederarbeitern, Herrenfriseuren, Strumpfwebern und Zuschneidern bestünde. Ueber die Frage, ob Umschichtler sich halten können, lauten die Nachrichten sehr verschieden, jedoch wird der Mann mit gründlicherer, Ausbildung sowohl als Arbeiter wie auch als selbständiger Handwerker stete eine bessere Lebensweise erreichen können. An ungelernten Arbeitern besteht ein Ueberangebot; die in Betracht kommenden Arbeiten — Hilfsarbeiten beim Bau, in den Gefrierfleischfabriken usw. — sind auch wegen der klimatischen Verhältnisse für den Einwanderer schwer erträglich. Der Anteil der ausländischen Arbeiter und Angestellten im Betriebe ist durch Gesetz auf 20 •» begrenzt. Für Kapitalisten beeteben gewisse Möglichkeiten; 1 auch kleine Hausindustriebetriebe bieten unter gewissen Voraussetzungen einige Chancen. Es ist dabei nötig, daß der Hersteller mit geringen Unkosten arbeitet .und seine Erzeugnisse selbst vertreibt. Welche Arten von Groß- und Kleinindustrie in Frag« kommen, läßt sich nur von Fall tu Fall erörtern. Wer im Besitz von 20000 bis 50000 urug. Pesos ist, soll angeblich schon von den Zinsen einigermaßen leben höhnen. Angehörige freier Berufe (Aerste, Zahnärzte, Apotheker, Rechtsanwälte) haben keinerlei Aussichten, in ihrem Berufe weiter arbeiten zu können. Möglichkeiten, als Landarbeiter unterzukommen, sind bei den hierherrschenden Feudalgütern nicht gegeben. Landarbeiter (Peon) ist meist ein im Lande geborener, achsloser Mensch, der mit Fleisch, Zwiebeln, Brot; * als Entgelt für seine Arbeit zufrieden ist. Nur1 in ganz wenigen modern ""geleiteten landwirtschaftlichen Großbetrieben erhält'er noch einen kleinen Barlohn. -■ ■ , ' ■* i Die Aussichten für landwirtschaftlich* Sied-. .. ler gelten allgemein als gut; es wird empfohlen, gemischte Wirtschaft zu betreiben. Wegen der Schwierigkeiten, die das Klint«, der Boden und alle, anderen ungewohnten Verhältnisse mit sich bringen, sollen nur 'gründlich vorgebildete Leute siedeln. Es ist auch nicht leicht, für die Ansiedlung geeignetes Land zu finden, da die meisten Landstrecken wagen der hügeligen Beschaffen- . heit des Bodens «her für Viehzucht und wenig*!' für den— Ackerbau geeignet «ein sollen. / Für Frauen kommt Hausarbeit in Frage; eine gute Köchin kann bei freier' Station zwischen 20 und 30 Pesos monatlich verdienen. Allerdings' ist die Arbeit recht anstrengend und manchmal wegen der betonten " Klassenunterschiede unangenehm. Außerdem bestehen einige Möglichkeiten.für Frauen mit guter handwerklicher Ausbildung (Putzmacherin, Schneiderin, Näherin, Kunstgewerblerin usw.). Junge Mädchen können auch manchmal in Familien mit Kindern untergebracht werden. Hin und wieder finden sieb auch; für sprachkundige Mädchen Stellungen im Büro, » ' A ■ ' ,'?. / ••-:• * -' .'. ... 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