Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand UB Ffm
- Issue
- Januar 1939
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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!. von Personen, die von einem landwirtschaftlichen Unternehmen in Ecuador angest*frt sind und dort arbeiten wollen, 2. von der "Ehefrau und den minderjährigen Kindern, die mit dem Familienvater zusammen . einwandern, 3. von der Ehefrau und den minderjährigen _ Kindern eines in. Ecuador ansässigen Am- 1 anders, v 4. von der Ehefra-u und den minderjährigen Kindern oder anderen gesetzlich unterhalt»berechtigten Verwandten eines E cu ad or i a n er s. (Nach dar Praxis der Konsalate wird das Vorzeigegeld hiufig pro Kopf verlangt; minderjährig im Sinne des ecuaauria- . nischea Gesetzes sied alle Personen unter 18 Jahren.) Beim Antrag auf die Erteilung des Visums sind dem Konsul folgende Papiere vorzulegen; 1. ein gültiger Reisepaß, 2. ein großes polizeiliches Führungszeugnis Ober die letzten 5 Jahre, 3. ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis mit Vermerk Ober eine in den letzten 6 Jahren erfolgte Pockenimpfung, 4. 8 beim Konsulat erhältliche Fragebogen, 5. 3 Paßbilder, k. ~~ 6 Bescheinigung der Schiffahrtsgesellschaft, bei der die* Paasage gebucht ist, Aber die Hinterlegung des Landungsgelds und des Vorzeigegelds. 7. Erklärung der Niederlassungsabsicht und Angabe der TeMgfrffc Anfi-ng«tollar i«i VmaAnr nriH. wilL nöfdlich» der Rest südlich des Aequatiors. Ecuador, das eine etwa dreieckige Gestalt hat, wird begrenzt durch Columbien, Peru und den- Pazjfischea-Qzean. Wirtschaftegeographisch sind deutlich drei Landesteile zu unterscheiden: da« Küstengebiet im Westen, das Andengebiet und da» Östliche Tiefland. Das Küstengebiet ist der für die Ausfuhr, bedeutsamste Landesjeil. Ecuadors weltwirtschaftliche Produkte, vor allem Kakao, werden hier kultiviert. Das Küstengebiet ist infolge des feuchtheißen Klimas im allgemeinen schwächer besiedelt als-das Anden-Hochland. Doch liegt hier Guavaquil, dag^mit 140000 Einwohnern die größte Stadt Ecuadors und der einzige Seehafen von Bedeutung ifjrr^, . -V Die Stadt liegt am^Gua>»>Fluü, etwa 60 km vor seiner Mündung. Die Straften der Stadt sind Bepflastert, und neuerdings hat auch die Durchführung von Kanalisationsanlagen Fortschritte gemacht Die Boras der Handelsgesellschaften und Baaken, Lagerpiatie und Industriebetriebe verleihen dar Stadt einen geschäftigen, betriebsamen Charakter.!\ . * Das Andengebiet ist wirtschaftlich nicht auf den Außenhandel eingestellt. Trotzdem leben in den Hochtalern der Anden 75 v. H. der Gesamtbevölkerung Ecuadors. Die Anden durchziehen Ecuador in zwei großen Höhenzügen, die von gewaltigen Schneegipfeln, teilweise noch tätigen Vulkanen, gekrönt sind. Das Zencral-Tal zwischen den beiden Gebirgsketten wird durch Querriegel, sogenannte Nudoe, in : mehrere Becken aufgeteilt, die durch Flusse bewässert werden. Diese Taler, in deren* Mitte zumeist eine Stadt liegt, sind für den Ackerbau verhältnismäßig günstig. Durch -ihre Piodukte: Getreide, KaitoftelB, Mais, Luzerne, wird Das Visum wird versagt: 1. unheilbar oder ansteckend kranken Personen,'- 1 Geisteskranken und, Idioten; 8. Bettlern, Landstreichern, Mftdehenhändlern, Verbrechern; 4. aus Ecuador ausgewiesenen oder aus einem änderen Lande ausgewiesenen Personen, wenn die Ausweisung aus einem auch in Ecuador gesetzlich vorgesehenen Grunde erfolgt ist, und politisch verdächtigen Personen; .,-> 5. Personen, die einen Beruf ausüben, der eine Schädigung ecuadorUtnisfher Interessen oder eine Konkurrenz für die Ecuadorianer bedeuten konnte; -'■——7--—--'■- - -und schließlich überhaupt Personen, die aus irgendeinem ,' Grande als unerwünscht angesehen werden._____ Die Gebühr für Ein- und Durchreisevisa betragt 7,40 USA-Dollar - zur Zeit rund etwa 18,50 RM. B. Zollbestimmungen 1. Reisegepäck Kleidung, Schuhzeug, Betten, Ausrustungsgesenstlnde, Waffen, zur Ausübung des Berufes nötige Geräte und sonstige schon benutzte Gegenstände sind seilfrei, wenn sie offensichtlich nur dem eigenen Gebrauch den Reisenden dienen.. t. Umzugsgut Gebrauchte Möbel, Bilder von Familienangehörigen, Musikinstrumente, Werkzeuge, Tisch- und Küchenge schirr in Menge und Alt,' die dem Stande des Einreisenden entsprechen, werden zollfrei abgefertigt. Die Gegenstände müssen sieh länger als sechs Monate im Gebrauch des Einwanderers befunden haben (nachzuweisen durch ein von der Polizeibehörde des Heinatortes beglaubigtes Verzeichnis) und müssen mit dem Reisenden zusammen oder spätestens sechs Monate nach seiner Ankunft ■ in Ecuador anlangen. Zur' Erlangung der Zollfreiheit ist eine Bescheinigung -des Zollverwalters notwendig. 3. Ausstettungs- und Heirategut ■ Neue Gegenstände sind zollpflichtig; gebrauchte Gegenstande können unter Umstanden als Umzugsgut vom Zoll befreit werden. IL Dm Land 1. Natur des Landes Ecuador las mit etwa 455 000 qkm (nach einer offiziellen Schätzung) einer der kleinsten selbständigen Staaten Südamerikas1). Ungefähr ein ftaftel des Landes liegt ') Da die Grenzen gegenüber Peru noch nicht genäu~fostgelsgt sind, ist der Groflenumfang des Landes Ecuador nicht genau anzugeben. Die oben genannt« Flächenzahl ist von einem ' snasdorianiyken Mititärgeographeft geschätzt worden und wird amtlich anerkannt. Andere Schätzungen geben bis zu 174000 QuadratkUometer an. ■r f ' j m! das ganze Land ernährt. In diesen Siedlungsgebieten konzentriert sich die Bevölkerung nicht in großen Städten; sie verteilt sich auf teilweise recht verstreut liegende Haciendas und Kolonien. In einem der nördlichen Hochbecken liegt die Landeshauptstadt Quito, eine Stadt mit etwa 118000 Einwohnern, in'der sich der älts panische Kolonialgeist — in der Architektur sowohl wie in der Gesinnung der Oberschicht der Bevölkerung; — bis heute erhalten hat Zahlreiche Kult- und Profanbauten zeugen von der Vergangenheit; von Häusern im Kolonialstil eingefaßte enge Straßen, die sich rechteckig an größeren Plätzen kreuzen, verleihen der Stadt «inen malerischen Eindruck, der durch eins gartenreich« Umgebung und Parks noch erhöht wird Mancherlei Ruinen, aus der Zeit vor der europäischen Eroberung befinden sieh in nächster Umgebung Quitos. Ambeto (mit etwa 19000 Einwohnern) liegt am Nordabhang des 0310 ttt hohen TChimborazo. Das Klima seiner Umgebung ist gemäßigt und eignet sich vorzüglich zum Obst- und Weinbau.. Eine Anzahl von Spinnereien, Getreidemühlen und Gerbereien , befinden sich in Ambäto, das an dar Bahnlinie Quito—Guavaquil Hegt. Riobamba, die etwa 84 000 Seelen zählende Hauptstadt der Provinz Chimborazo, liegt an der gleichen Bahnstrecke. Die Reise von Guavaquil nach Quito wird hier gewöhnlich für die Nacht unterbrochen. Rings am Riobamba erstzeckt sich fruchtbares, zum Teil künstlich bewässertes Acker- und Gartenland, dessen Produkte in Riobamba teils verarbeitet, teils für Erportzwecke umgesetzt werden. Unter den industriellen Unternehmen der Stadt befinden sich WoU- und Baumwollwaren-, Teppich- und Schuhfabriken und Destillerien alkoholischer Getränke.; j Die Entwicklung von Xienza, mit etwa 45000 Einwohnern Ecuadors drittgrößter Stadt, leidet unter den Schwierigkeiten der Verkehrs Verbindung. Eine Bahnlinie nach den Hauptstädten Ist zwar im Bau, vorläufig ist aber nur ein,'Streckenteil fertig; der Rest muß mit Auto Und Maultier zurückgelegt werden. Häute, Cinchona (eine Rinde, aus der Chinin gewonnen .wird) '-und verschiedene Erzeugnisse der Tropen werden in Cienea vorarbeitet und gehandelt. \ Die südlichst« der größeren Städte Ecuadors, Lola (rund 18500 Einwohner), ebenfalls das Zentrum eines landwirtschaftlich bedeutsamen Gebirgstales, ist gleichfalls in seiner Entwicklung durch ungünstige Verkehrslage gehemmt. -\_' Ueber den fruchtbaren Becken und Tälern zieht sich die steppenartige P a r a m 0 - Landschaft hin.' Ein widriges, stürmisches Klima macht1 die menschliche Siedlung kaum möglich. Wirtschaftlich betrachtet, ist dieses Gebiet höchstens als Weideland aeeumet **^r»*» a^^pa^^UF"^^^aw äp ^9 63 MBM '*' }X" ■ k"i <s