Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand UB Ffm
- Issue
- Januar 1939
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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verdienst von 6$0O0 hü 9)000 ergibt; für einen »ehr bescheidenen Lebensunterhalt genügt die«, (Nach Angaben der Socledade Benef leimte aus Bio.) Es ist haioSdersr Wart darauf xu legen, daß die Arbeitsaufnähme in solchen Fälle» mogliebet sofort erfolgt, damit die Betreffenden steh möglichst schnell, mit dem Verhältnissen vertraut machen und die Landessprache erlernen; diese beiden Faktoren — Kenntnis der 1 andeeepeeeba and 4er Verhältnisse — sind' die Voraussetzungen zum Aufstieg, der nicht selten dem Einwanderer gelingt. - Freilich stehen den Aaswandererbriefen, die etwa den Auf' stieg vom Arbeiter nun Aufseher melden können, andere gegenüber, die tob einem Versagen bei der schweren körperlichen Arbeit sprechen; so sollen z. B. manche Einwanderer als ungelernte' Arbeiter bei Ford eingetreten sein, aber zum größten Teil nicht durchgehalten haben. Ein sehr verbreiteter and nicht allzu schwerer Beruf für Einwanderer ist der des Copeiro (Diener, sozusagen liebes Mldchea für alles). Ein Copeiro verdient bei Station etwa 150*000 bis 800*000 im V Junggesellen nicht ungünstig ist. freier für b) Gelernte Arbeittr und Handwerker Alle Berichte aus Brasilien stimmen darin überein, daß für gelernte Arbeiter and Handwerker, die ihr Fach gründlich verstehen, mit Leichtigkeit Stellungen gefunden werden können, und zwar Stellungen, von denen man von Anfang an, d.h. «ach ohne Kenntnis des Portugiesischen und der Landes Verhaltnisse, einigermaßen leben Dagegen sind die Ansichten darüber geteilt, ob auch Handwerker, die keine reguläre Ausbildung genossen haben, sondern nur als „U m s c h i c h 11 e r" kurze Lehrgänge durchgemacht haben, in Brasilien günstige Aussichten haben. Sieber durfte allerdings sein, daß solche Umschichtler in Brasilien eher Aussichten haben, sich durchzusetzen, als etwa in Landern wie Südafrika, wo der Leistungsstandard unvergleichlich höher ist. Als gesuchte Berufe werden fast alle Handwerksarten angegeben: so besonders Mechaniker, Elektrotechniker, Tischler (vor allem Kunsttischler), Tapezierer t Maler, Rohrleger, Klempner, überhaupt «Amtliche Arten von Bauhandwerkern, ferner Blecharbeiter, Radio-Fachleute, Installateure, aber auch Weber, Stricker, Schneider (Maß- und Zuschneider), Handschuhmacher, Kürschner, Gerber, Lederwarenarbeiter, Friseure aaw. . Von Klempnern wird gemeldet, daß sie keine hochqualifizierten Spezialisten sa .sein hranchen, sondern am* Löten, Schweißen und die übrigen mit der Herstellung von Weißblechvsrbundenen Verfahren beherrschen müssen. Angabe des Komitees "von Sio Paulo ist damit zu rechnen, daß Handwerker zum mindesten das Existenzminimum verdienen können. c) jKanfleujte und k a u f m S n n i s c h e Angestellte ■ - mittellose Kaufleute and kaufmännische Angestellte sind die Aussichten in Brasilien ausgesprochen schlecht, es sei denn, sie beherrschten das Portugiesische schon weitgehend und womöglich außerdem das Englische. Immer wieder wird in den Briefen der Komitee« in Sio Paolo und Rio, wie in zahllosen Auswandererberichten, darüber geklagt, daß kaiuf minniach* Angestellte kaum unterzubringen seien. Einen großen Vorsprung haben wegen der zahlreichen englischen und amerikanischen Finnen, die in Sio Paolo und Rio ihren Sita haben, solche Bewerber, die in mehreren Sprachen korrespondieren and stenographieren können, d.h. vor allem auf Englisch and Portugiesisch.___i~ Als Angestelltengchälter werden etwa 450$000 im Monat genannt, was nun Laben reicht. Die Aufstiegsmöglichkeiten sind gering. ■ ' f Was die Möglichkeiten für selbständig« kaufmännische Berufe angeht, «4 sind die Ansichten über den Hausier band« 1 widersprechend: Wahrend von manchen Seiten ganz entschieden vor der Ergreifung des Hausiererberufes gewarnt wird, weil sehr scharf, die Erfofgsmöglichkeit gering und die Feind der Behörden wie der Presse öffentlichen Meinung standig sparbar sei, beurteilt man von anderer Seite die Möglichkeiten für Hausierer nicht ungünstig. Eine Reihe judischer Einwanderer aus Deutschland hat versucht, sich etwa mit kleines Standen mit Zigarren, Obst, Erfrischungen usw. selbständig au machen, doch scheint dies pur einem kleinen Teil geglückt zu sein. Der Beruf des Vertr eters ist reichlich besetzt, vislle cht schon überbesetzt. ,___..... d) Freie Berate , Die Aussichten für freie Berufe sind in Brasilien im allgemeinen sehr gering, da der wirtschaftliche Nationalismus durch die Verfassung alle derartigen Siellungen weitgehend den eigenen Staatsangehörigen vorbehalten hat. Im einzelnen boren wir folgendes: Es ist für einen Ausländer anigaanblnaaen, als Rech anwalt tatig zu sein. Von einer Nostrifizierung der Dipl kann keine Bede sein; denn dazu müsse man, abgesehen allen Prüfungen, Militärdienst leisten und die brasÜii Staatsangehörigkeit besitzen. Beinahe dasselbe gilt für Mediziner, mit der Ausnahme, daß diese sich in arztlichen Instituten als „Geschäftsleiter" eine beseheidsae Verdienstmöglichkeit schaffen können. Nicht ungünstig sind die Aussichten für Ingenieure und Techniker, besonders, wenn sie Iber gute Spezi al - kennt ni aas »■fügen und sich wahrend der ersten Zeit durch handwerkliche Fähigkeiten, etwa' eis Elektrotechniker oder Schlosser, über Wasser halten können. Bauingenieure können, ebenso wie Architekten, in großen Bauunternehmungen tätig sein und eis geringe«, aber zum Lebensunterhalt genügendes Gebalt verdienen. Auf eigene Rechnung können sie nicht arbeiten, sondern es muß. immer ein -brasilianischer Diplom-Ingenieur nach außen hin die' Verantwortung übernehmen. Der Anerkennung ihrer Diplome stehen die gleichen Schwierigkeiten entgegen wie bei den Rechtsanwälten usw. i Keinerlei Aussichten haben Zahnärzte med Zahntechniker; Chemiker haben nur Aussichten, wenn sie ein brasilianisches Diplom erworben haben. Musiker seilen sehr geringe Aussichten haben. , •' v ••,. ■ ■ ■ ■.' *7. .' * e) Frauenberufe ' _, Ueber die Aussichten einwandernder Trauen wird übereinstimmend Günstiges berichtet. „Frauen und Mädchen können sofort im Haashalt unterkommen. Köchinnen werden sehr gut bezahlt,.ebenso Kinderfräulein, wenn sie die englische Sprache beherrschen; dann ist die Bezahlung wegen der vielen Englinder und Amerikaner in Sio Pauk» besonders gut" Die günstigen Aussichten für Frauen haben dazu geführt, daß viele Ehepaare getrennt leben müssen, da die Frau in einem . fremden Haushalt wesentlich mitverdient. Eingewanderte Frauen und Mädchen sind nicht nur in den schon genannten häuslichen Stellungen titig, sondern auch im Büro, wo bei Beherrschung der Landessprache und womöglich auch des Englischen ebenfalls günstige Aussichten vorhanden sind. Aach Frauen mit gewerblichen Kenntnissen, wie Weberinnen, Strickerinnen, Schneiderinnen usw. finden leicht Stellung , Da Frauen oft leichter Stellung finden als Männer, ist es nach Ansicht der Paulistaner Gemeinde zweckmäßiger, daß die Ehepaare zusammen einwandern, als daß der Mann vorfahrt. In Sio Paulo können notfalls klein* Kinder für einige Zeit im Kinderheim der Gemeinde untergebracht werden, wenn beide Eltern arbeiten müssen. Herbert Israel Urbenthal Spedition Urteil«* «er jeeUehea Berlin W N Kronrn strafte 33 rmnnKpMranN|»orf«' nach allen Krdteilen iT-fUlifJ Tr"'r*» ■ % aawsWaawawawswawawawauwawl s i m * M . J-ö •' T ». - - '■• ■ iHWf , . ,,, h? ■'•; .; ' •: i v . v. i? ,; ,. i .. -i; .. ■ v,- ■> ■ . '■ .:V."' , LicSi<k*iiu 4 u£5tt>w<'i- 'i . -,. ■ ., I «:.••....