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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 32

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 32 (sequence 38)
Language
German
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beateht »tu Lebensmitteln (IwyicMfeh Weizen und Weizenmehl). Außer dam eigenen Bedarf erzeugt die Landwirtschaft Brasiliens aber auch noch den größten Teil — etwa 90 v.H. — der Ausfuhr. Dabei ist bisher nur etWa ein Drittel der Flicke Brasiliens landwirt-. ■ ehlftlich genutzt; der Rest ist entweder Urwafrz, der aber nach seiner Rodung dem Ackerbau fruchtbarste „rote Erde" bietet, oder „Camp", d. h. Grasland und Weiden. Wahrend man früher, vor allem in der Waldwirtschaft, vorwiegend Raubbau trieb, stellt man sich jetzt mehr auf, eine systematische Bodennutzung ein. Man kümmert sich um. die Aufforstung, wendet die modernsten Maschinen für die Bodenbearbeitung an und pflegt bestimmte Kulturen, y Um die Hebung der Agrikultur hat sich das vor 80 Jahren gegründete Landwirtschaft «tninisterium große Verdienste erworben: So wurden Lehrkräfte la die einzelnen Teile des Landes' geschickt, die ftr awmtdischa Aufklärung dar Laadwirte sorgten; in vschtsrWaaa 1 aadsetetiaa werden Versuchsstationen und Musterwirtschaften eingerichtet. Neuerdings geht man auch dazu Ober, die Produzenten landwirtschaftlicher Erzeugnisse zur Standardisierung, sachgemäßen Verpackung usw. zu zwingen. Unter den landwirtschaftlichen Erzeugnissen Brasiliens steht der Kaffee weitaus an erster Stelle. Vom Wettbestande wm rund 5 Millionen Kaffeebaumen stehen rund 8 Maiionen in Brasilien. Von der gesamten bebauten Fläche des Landes tragt -zwar nur knapp ein Viertel Kaifeekulturen, wahrend Ober ein Drittel mit Mais bestellt ist, — aber die Ertrage aus dem Kaffeexport bildeten mehr als die Hälfte des gesamten brasilianischen Ausfuhrwertes. 1935/96 stammten fest zwei Drittel (82,4 y. H.) des Weltkonsums an Kaffee ans Brasilien, and vor ewigen Jahren waren die Ziffern noch weit hoher; sie gingen erat nach dem katastrophalen Fall der Kaffeepreise, nicht zuletzt infolge der brasilianischen „Kaffeevalorisation", auf daa heutige Niveau zurück. - Die jOngsta Geschichte dar brasilianischen Ksffee-Valorisatioo ist knrz folgend«: 'l- Dia Kaffee - Ernten stiegen von 727 000 t im Jahre ltflS. 'aal 1777000 t im Jahre 1Ö33/S4; infolgedessen kennte ein großer Teil der Ernten trotz starken Sinkens der Preise nicht mehr abgesetzt werden. Man suchte das Problem dadurch an losen, daß asaa auf den exportierten Kaffee eine. Steuer legte, daran Ertrag zum Ankauf des nicht absetzbaren Kaffeeflberschuaaes verwandt wird Dieser aus dem Steueraufkommen angekaufte Kaffee wird -vernichtet; von 1881, dem Beginn der Regierungskoatrolle, bis Ende 1987 emd taaaasamt 48,8 Millionen Sack (1 Sack — 80 kg) vernichtet worden. .Aas der Ernte 1937/38 sollen nur 7,7 Millionen Sack (80 v. H.) sofort zum Verkauf kommen, 18 Millionen (70 v.H) teils vernichtet, teils eingelagert werden Ferner wurde die Anlage neuer Kaffeeplan-' tagen verboten. Im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen ging der Kaffeezpert stark zurück. 1033 nahm er noch 78 VfL des Gesamtwertes der brasilianischen Ausfuhr ein; 1987 betrug sein Anteil nur noch 42 v.H. Etwa 8bis 4Millionen Sack liegen noch in den 1 aaneeliissi n von Santo» und Sie Paulo; seit Anfang 1938 werden aach sie von Reglerungsseite aufgekauft. Die Kaffeepreise waren nicht nur durdr-die erwähnte Ausfuhrabgabe in Höhe von 46 Milreis belastet, sondern — wie alle Exportpreise — auch dadurch, daß die Exporteure 85 v. H. der anfallenden Devisen dem Staat zu einem 30 v. H. unter den freien Markten liegenden Kurse überlassen mußten. Im Znge der neuen Wirtschaftspolitik, die im ' Herbat 1937 einsetzte, ist die Kaffee valorisierung fallen gelassen worden. Die Devisenabliefeningspflicht zum niedrigeren Kurse ist aufgehoben- und die Ausfuhrabgabe auf 12 Milreis herabgesetzt worden. Allein die Senkung der Ausfuhrabgabe verbilligt den Kaffee um etwa ein Drittel. Die geltende Beschrankung der Ausfuhr auf 30 v.H. der Ernte bleibt bestehen, doch hat man die Ausfuhrt geringwertiger Sorten erlaubt, die bisher nicht ausgeführt Averden durften. Durch diese Maßnahmen ist der Brasilkaffee am Weltmarkt konkurrenzfähiger geworden. — Die Auswirkung .der neuen Kaffeepolitik laßt sich noch nicht vollkommen Obersehen; immerhin ist die Kaffeeausfuhr im Steigen begriffen. Nur soviel steht fest, daß es für Brasilien schwierig sein wird, gegen die durch seine eigene Politik aufgezüchtete Konkurrenz der anderen Kaffeefinder anzukämpfen: sein Anteil an der Versorgung des Weltmarkts ist von rund . drei Vierteln zu Beginn daa Jahrhunderts auf efrwes über die Halft* gefallen, «ad zugleich mit anderen Momenten wirkt die Gewöhnung des Geschmacks der Verbraucher an l die -müden" Kaffelpa der anderen Lander,- zur Erhöhung der Schwierigkelten\mit. Die industrielle Verarbeitung des Kaffees zu Speise- und technischen OalenjiKoffein, Saponin usw. wird daher stark diskutiert. «— Der größte Teil fleslirnnilianisrhrn Kaffee* wirbst im Staate Säo Paulo. wo er'meist auf großen „Facendas" (Plantagen) mit Ober ' 100 00Ö Blumen aufgebaut wird. Die Kaffee^Ernte dieses Staates wird für das Erntejahr 1936 37 auf 14,6 Mill. Sack geschätzt, 2 Mill. Sack mehr als im Vorjahre. Die gesamte Ernte Brasiliens für 1936/37 wird amtlich auf 25,6 Millionen Sack festgestellt. Wlhrend Brasilien der bedeutendste Kaffeeproduzent der Welt ist, steht ea ala K ak»opr-odus aat mit einer Ernte von 127000 t (1935/36) an zweiter Stell* nach der afrikanischen Goldküste. 1986 wurden 122000 t Rohkakao im Wert* von 2,1 Millionen Gold-£ ausgeführt. Die Qualität das brasilianischen Kakaos wurde in den letzten Jahren durch die aufklarende Arbeit eines Regierungsinstitutes in Bahia — dem Staat, aas dem 90 «Co des brasilianischen Kakaos stsmawm — bedeutend gefördert. Nach Kaffee ist Baumwolle das wichtigste Ausfuhrerzeugnis Brasilien«. Bat 1898 wuchs die brasilianische Baumwolle (Iberwiegend in daa nordöstlichen Staaten von Maranhäo bis Sergipe. Die Baumwollerzeugung wurde, in den folgenden Jahren stark aus- . gebaut, ganz besonders im Staat« Sie Paulo, wo die Kaffeepflanzer seht 1932 dazu Obergingen, statt Kaffee Baumwolle anzubauen. In den Jahren 1920/32 hatte die Baumwollproduktion SJo Paulos durchschnittlich 15000 Tonnen, die ganz Brasiliens 117000 Tonnen betragen. 1938/37 war die Erzeugung auf schätzungsweise 205 000 Tonnen in Säo Paulo und 392000 in ganz Brasilien gestiegen. 200000 Tonnen Baumwolle konnte Brasilien im Jahre 1936 ausführen. Einen großen Teil dieser Baumwolle bezieht Deutschland, das sich von der Einfuhr nordamerikanischer Baumwolle auf brasilianische umgestellt hat, weil Brasilien im Gegensatz in Nordamerika die Bezahlung nicht in Devisen, sondern mit Industriewaren im Kompensationswege gestattet. - ' Die brasilianische Baumwolle ist nicht von einheitlicher Qualität und Faeerläage- Eins zentrale Taztilkomnrfsstoa hat . es »ich zur Aufgabe assstil, den Baumwollanbau an kontrollieren und an ldaseifiztorea. Im Staate Säo Paulo hat das Laadwirtschaftanriniiiterium nur ausgesuchtes Saatgut zugelassen und dadurch eine beachtliche Gleichförmigkeit der Ernte erzielt. i Ein bedeutender Teil 'der brasilianischen Baumwollerzeugung wird im Lande, selbst verarbeitet; die Textil- - Industrie nahm durch die gesteigerte Erzeugung von Baumwolle einen großen Aufschwung. —, Auch die Nebenand Abfallprodukte der Baumwolle (Oelsaat und Futterküchen) Wurden zu bedeutenden Ausfuhrartikeln. Brasi Ii enistd erdrittgrößte Tabakerzeuger der Welt (nach U.S.A. und Rußland). Heute wird der'Tabakanbau nur in Bahia, Rio Grande do Sei und Säo Päulo gepflegt, aber der Boden des ganze* Landes gilt als für Tabakkulturen geeignet Zur Hälfte wird der Tabak in Brasilien selbst verbraucht, zur Hälfte ausgeführt. Dia Ernten daa letzten Jahres waren gut (1988: 98700 t); die Tabakausfuhr (87000 t an Jahre 1887) war quantitativ befriedigend und hielt »ich auf guter Preishöbe. Auch ala Z u ck e r pro d u z en t steht Brasilien an dritter Stelle; doch nahm die'iniindische Konsumtion bisher den größten Teil der Erzeugung auf. so daß nur ein geringer Ueberachuß exportiert wurde und Brasilien nicht zu den wichtigsten Konkurrenten euf dem Weltmarkt gehörte. Neuerdings wurde aber von Regierungsseite der Versuch unternommen, die Ausfuhr durch Dumpingmethodan erheblich an steigern, und zwar mit Erfolg; denn im Jahre 1935/36 betrug die Ausfuhr mit rund 10000 Tonnen schon das vierfache daa Vorjahres. Die Zuckererzeugung betrug 1986 1,2 Millionen Tonnen. Ein großer Teil der Zockerrohrerate wird .der Alkohol- « erseagaag zugeführt. 1938 sind rusd B>7 080 hl Alkohol es- ' brennt worden. Eine Reibe großer DeeUUstiOaebetriebe steht vor der Eröffnung. — Bei der'großen Umstellung der' Zucker' Produktion beteiligte sich such ein staatliche» Institut Führend: daa Staathohf Zoeker- und AikohoUnstMut in Säo * V J 1 i nUMatHnwauU 5. » -•

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