Mannheim
Compact Memory

Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 33

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 33 (sequence 39)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/6492429-6349390-6349440--731-4920985
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

. Dm brasilianische 0 b t ist von guter Qualität und bildet ein Exportprodukt von »rindig wachsender Bedeutung.' Der Grangenanbau wird besonders ausgedehnt, seit man sich duxoh Einteilung 4er Fracht« in Größenklassen, durch moderne Verpackungsmethoden and Transport in. Kahlschiffen europäische Markte eroberte. Als Orangen Produzent wird Brasilien um uudi vuu U.O.A.- flbeitroffen. Die brasilianischen Orangen sind sehr saß und von großen» Wohlgeschmack, aber häufig unansehnlich, «in Fehler, der jetzt durch geeignete Zuchtwahl behoben wird. Etwa *i der brasilianischen Oraagenausfuhr ging, nach Großbritannien. Neben Orangen und anderen Zitrusfrüchten (vor allem Mandarinen und Grapefruits) werden Bananen^—Ananas u n d Nüsse exportiert, undi andere'Obstsorten, darunter Wein und einige in Europa Unbekannte Fmchtarten, für den heimischen Bedarf gezogen. Zu den an Exportbedeutung zunehmenden Agrarprodokten zahlen auch Oelfrüchte, anter ihnen vor allem Rizinussaat. Die Aasfahrmenge der Oelfrüchte stieg von 1934 auf 1986 um mehr als das Doppelte auf rund 240000 t. — Eine ausgesprochene Industriepflanz« ist die Carnaüba- Palme, deren Blatter einen wachsartigen Stoff ausscheiden. Das Carnaubawachs wird zur Produktion von Schreibmaschinen- Farbbändern, Kohlepapier, Schuhpützmitteln, Bohnerwachs, Schallplattea u. a. verwandt _ Vorwiegend für den heimischen Bedarf wird Reis angebaut (Ernte etwa 1,2 Mill. Tonnen jahrlich). Ein kleiner Ueberschuß wird exportiert. —_ Fast ausschließlich für den heimischen Konsum werden schwarze Böhne n geerntet (durchschnittlich 12 Mill. Sack in 60kg jährlich), die neben Mandiokamehl.und Reis zu den Hauptnahrungsmitteln des brasilianischen Volkes gehören. — Die. .gesamte Ernte an Mais (durchschnittlich um 5,5 Mill. t) und ah Weizen (nur etwa 140000 t) wird vom H«ri Hitschen Verbrauch aufgenommen. Die --Weizenproduktion ist noch anzureichend; große Mengen' von Weizen twd Weizenmehl werden eingeführt' Diese Einfuhr macht etwa ein Achtel .des gesamten Werts der brasilianischen Einfuhr au». Schon um die Devisen dafür zu sparen,' wird die wettere Ausdehnung des- Weizenahbaus staatlich gefördert. I j Du brasilianische ebenso wie das argentinische Nationalgetränk ist der Mate-Tee, der aus den Blattern der Herva Mate "(der spanische | Name ist: Yerba Mate) zubereitet wird. Die Matebäume wachsen wild auf den großen Hochebenen' des Südens und Südostens des Landes. Brasilien, das etwa, 75 *f» ,der ganzen südamerikanischen Mateproduktion erzeugt, exportiert diesen Tee nach Argentinien'und Uruguay und ist bereits auf dem europäischen Merkte gut eingeführt. 1936 betrug die Erzeugung 42500 t, die Ausfuhr 68800 t. (Näheres Ober die Yerba Mate im Kapitel „Paraguay".) Brasilien ist außerordentlich reich an Drogen-und M e di zin al p f 1 a n z e n: Es sind gegenwärtig Bestrebun- , gen im Gange, diese Pflanzen durch systematische Kultivierung auszunutzen. Die brasilianische G u m m i gewinnung, der Wildkautschuk, im Gegensatz zum Plantagenkautschuk, der anderen 'gummierzeugenden Lindern zur Verfügung steht, war in den letzten Jahren 'einer schweren Absatzkrise ausgesetzt. Erstens War der Pläntagenkautachuk billiger als der Wildkautachuk geworden, und zweitens war, trotz der .großen Steigerung des Gtunmibedarfa der Industrie, die' Produktion der Plantagen größer geworden als der Bedarf de» Marktes^.— Gegenwärtig wird Ale, brasilianische Gummierzeugung_ mit Hilfe n staatlicher Mittel' und nordamerikamachen Kapitals neu stutzt Henry Ford verwirklicht einen großen -Plan aar industriellen, Verwertung des Hobgummis im Staate Para. Man hofft durch Förderung dar nationalen Gummi-Industrie die Kautachuk - 1 krise weiter zu beheben. Die Kaffeeplantagen im Staate Sio Paulo betreiben -al»—eine ' Nebf nenengung iiMMTÜngs_die Seidenraupenzacht. Das Klima ist für Maulbeerbäume günstig, und mit der Seidenraupenzucht sind 'viele italienische Immigranten vertraut Einen guten Absatzmarkt bilden die brasilianischen Textilfabriken. Schon im Jahre- 1934 betrag die Rohseidenproduktion allein im Staate Sto Paulo 55 000 kg, an Jahre 1936 in ganz Brasilien 700000 kg. Die gewaltigen Wälder des brasilianischen Binnenlandes stellen ein anerschöpftes and, wegen der »Ver- -kehrsverhaltnisse, zum Teil auch kaum erschöpfbares Reservoir von Hol lern dar. Die brasilianischen Holzsorten sind von so verschiedener Art, daß man Holz für nahezu sämtliche Verwendungszwecke findet. Zwei große Gruppen lassen sich unterscheiden, die Bau- und die Farbhölzer. Die Bauhölzer werden zum großen Teu in Brasilien selbst im Hoch- und Möbelbau verwandt Von den Farbhölzern ist das berühmteste das sogenannte Braailb o 1 z zum Rotfärben; daneben gibt es sogenanntes Blau- und Gelbholz. Zur Schwarzfärbung wird das Holz des Herva-Mate- Baumee verwandt Ein Teil der brasilianischen Holzproduktion wird von Pari aus exportiert Während die Viehzucht in Argentinien, dem größten Weideland der Welt, -dem Ackerbau an Bedeutung mindestens gleichkommt, tritt sie in Brasilien hinter diesem weit zurück; Dies heißt aber nicht etwa, daß die brasilianische Viehzucht unerheblich sei. Das Gegenteil ist der Fall. Die Hochebenen des Innern und des Südens bieten ein vorzügliches Gelinde für Viehzucht. Nach einer Zählung des Jahres 1937 gab es in Brasilien 40,9 Mill. Stück Rindvieh, 24,8 Mill. Sehweine, 13,0 Mill. Schafe, 6,2 Mill. Ziegen, 6,1 MilL Pferde und 3,3 Mill. Esel und Maultiere Die Ausfuhr von Viehprodukten ist im Zunehmen begriffen. . Vor allem werden Schmal», Talg, Gefrier-, Kahl-, Dorr- und Konservenfleisch, Häute and Felle elportiert ~ Der gesamte Wert der landwirtschaftlichen Erzeugung wird für 1936 auf 10,2 Millionen Conto« geschätzt. Der Menge nach kamen rund 15 v. H. zur Ausfuhr. 2. Bodenschitie and Montanindustrie .; 9 Brasilien -ist reich an Bodenschätzen, die, wie Eisen- und Manganerze, die Grundlage einer weitgehenden Industrialisierung bilden können. Zugleich aber -besteht in diesem Lande ein Mangel an den zur Verarbeitung notigen Kraftquellen, vor allem an Kohle, und ein unglückliches Lageverhältnis der vorhandenen Kohlenfelder so den Erzvorkommen. Die wichtigsten Kohlenabbaugebiete, sind die Staaten Rio Grande do Sul und Santa Catherine; die. wichtigsten Eisenfundstitten befinden sich in Minas Gerne*, and das Zentrum der industriellen Verarbeitung ist Sio Paulo. Infolge' der Transportkosten ist der Kohlenpreis in den Verkaufsgebieten rund dreimal so hoch wie in den Abbaugebieten. Bis zum Krisenausbruch betrug die Einfuhr von Kohle rund das Vierfache der heimischen Produktion. Aber die Wirtschaftskrise, vor allem die Entwertung des Milreis, zwang Brasilien zur stärkeren Ausnutzung seiner auf 5 Milliarden Tonnen geschätzten Kohlenlager; die allerdings eine Kohle von schlechter Qualität (mit großen Verbrennungsrückständen) hefern. Die Kohlenförderung wurde von jährlich durchschnittlich 350000 Tomfep in den 20er Jahren auf 757 000' Tonnen im Jahre SILB Inhaber Dr Tritt laraalfcilboretefti IT r PH».aflBVB^DH^HrBB^B^BBh9fHS7]9 ffiryjvr t-j. ~a \**

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.