Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand UB Ffm
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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y; Sud-Rhodesien ■j > Nach Annahme des neuen, viel strengeren Einwanderungageaetxes in der Südafrikanischen Union Anfang 1987 hat auch da*1 benachbarte Süd-Rhodesien die Bestimmungen wesentlich verschärft;, doch dürfte es sich hierbei wohl nur um eine vorübergehende Maßnahme handeln. In diesem Sinne geben wir zur Orientierung über diese« zukunftsreiche Land den folgenden Abschnitt aus dem Bericht wieder, den der Vorsitzende des Vorstandes des Hilfsvereins, Dr. Mark Wischnitzer, nach seiner Informationsreise Ende 1986 erstattet hat. I. Allgemeine Beschreibung des Landes 1. Lage and Natur de« Landes......... 77 X. Klimatische Verhältnisse............. 77 S. Bevölkerung ......... ........[ 77 II. Dies Landwirtschaft 1. Üsr Ackerbau .......... fj r~~4r*VfakancBt.......... . 78 3. Anaiedluiigsprobleaie ................ 78 IIL Der Barghau . ........ 74 IV. Verarbeitende Industrie . .............. 79 V. Lohne und Lebenshaltungskosten......... 80 VI. Die jüdische Niederlassung in Süd-Rhodesien .... 80 I. Allgemeine Beschreibung des Landes ■1. Lage and Natur des Landes Süd-Rhodesien, mit einer Flächengröße von 389 370 qkm, ist ein Hochland, das im allgemeinen 1200—1600' Meter über dem Meere liegt, überragt , von einigen Bergen und Höhenzügen, die im Osten des Landes in den Inyangabergen 2500m Höhe erreichen. Die' Flüsse aus diesem Gebiet fließen nach allen Himmelsgegenden ab, zum Sambesi, Limpopo und zur Küste. Es sind dauernd fließende Gewisser. Das'Land ist im allgemeinen nicht wasserarm, doch sind die Niederschlagsmengen in den einzelnen Teilen des Landes ganz verschieden, ein Umstand, der für die Wahl eines Siedlungsgeländes von. ausschlaggebender Bedeutung ist. 2. Klimatische Verhältnisse Das Klima Süd-Rhodesiens ist ausgesprochen tropisch, in .höheren Lagen subtropisch. Die durchschnittliche Jahrestemperatur betragt 66° F - 19° C, bei einem Maximum von 78° F — 25° C und einem Minimira» von 54° F — 12Vi°C, wobei die ausgesprochen große Abkühlung in den Nichten in Betracht zu ziehen ist. Die kältesten Monate sind der Juni and der Juli. In diesen ist die nächtliche Abkühlung so stark, daß in einzelnen höheren Regionen das Thermometer beinahe bis an den Gefrierpunkt sinkt. In den Monaten Mai and August liegen d.ie Temperaturen unter dem Mittel, um von Mitte August an zu steigen. Sie erreichen die größte Höhe im Oktober. Die Monate September und Oktober sind somit die unangenehmsten and heißesten. Trotzdem ist das Klima für Europaer noch gut erträglich und gesund.. .Malaria kommt nur in einigen niedrig Slegenen Landstrichen Vor. Um in den größeren Höhengen körperlich arbeiten zu können, müssen Europäer über ein gesundes Hers und gesunde Lungen verfügen. Die Sterbeziffern des Landes hegen weit unter denen vieler europäischer Lander. Bezüglich der Niederschlagaverhaltnisse ist folgendes hervorzuheben. Die Zone mit niedrigster Regenmenge hat im Jahresdurchschnitt 21,3 engl. ZoD — 540mm; in den meisten Teilen des Landes liegt sie etwas über 30" —760 mm und erreicht in einer kleinen Gebirgssone im Osten des Landes 53,6" -1360 mm. Die Niederschläge genügen somit in dem größten Teil Süd-Rhodesiens zur Erzeugung guter Ernte. Zwei Jahreszeiten sind deutlich voneinander zu unterscheiden, Regenzeit und Trockenzeit Die Regenzeit hat ihrerseits wieder zwei Perioden, eine, die vom Oktober bis Dezember dauert. In dieser sind kurze Regenschauer and Gewitterregen von halb- bis zweistündiger Daser die Regel. Die Hauptregenzeit dauert von Dezember bis Marz. Lang anhaltende, wenn auch nicht so heftige Regen sind hier vorherrschend. In der Trockenzeit, die von April bis September dauert, sind nur wenige Regentage zu verzeichnen. 11 3. Bevölkerung Etwa einer Million Eingeborener stehen rund 50000 Weiße gegenüber, von denen etwa 40°o landwirtschaftlich tätig sind. Die Schwarzen sind einigermaßen anstellig und arbeitsam. Zum weitaus größten Teil leben sie als Landwirte in Reservaten. . Da es in Afrika nicht üblich ist, daß Weiße grobe Arbeiten verrichten, ist man auch in der Landwirtschaft auf die Hilfe der Schwarzen angewiesen. Längere Arbeitskontrakte sind in Rhodesien nicht, üblich, da die Eingeborenen in der Regel ihre. Arbeitsplatze häufig wechseln. Kontrakte werden üblicherweise auf 1—6 Monate abgeschlossen. . ' In neuerer Zeit wird versucht, die Eingeborenen an. ihre Arbeitsplätze zu binden, indem ihnen 5 acrea kultiviertes Land ' pro Kopf gestellt werden, deren Eigentum sie erarbeiten können. Sie wohnen in Hütten, dis sie sich selbst herstellen. Ein gewöhnlicher Landarbeiter verdient etwa 10—15 Schilling pro Mona»., jedoch ist der Lohn für geschickte Facharbeiter, wie vor allem Ochsentreiber, bis £ 2 pro Monat Hierzu kommen dann noch die Lrnährungskosten, die auf der Farm etwa' auf 7/8 Schilling pro. Monat zu veranschlagen sind. Die Leute sind anspruchslos. Sie sprechen außer ihrer eigenen Sprache fast ausnahmslos Pidain-Englisch. II. Die Landwirtschaft 1. Der Ackerbau Die Vegetation in Süd-Rhodesien ist dem tropischen Klima und der im allgemeinen ausreichenden Niederschlagsmenge entsprechend recht mannigfaltig, infolgedessen werden in den verschiedenen Zonen des Landes mit Erfolg verschiedene Kulturpflanzen. angebaut. Mais ist das Hauptprodukt des ackerbautreibenden Farmers und wird in großer Menge angebaut. Er dient der menschlichen Ernährung und als Viehfutter. Die Qualität in Süd-Rhodesien gilt als besonders gut, und es werden im allgemeinen auch große Ernten erzielt Verschiedene Sorten sind eingeführt und haben sich gut bewährt Die Ernte beginnt Mitte Mal Der Ernteertrag ist sehr verschieden- Man rechnet mit einem Ertrag von etwa 10 Sack pro aere. Baumwolle ist das zweitwichtigste Produkt des Landes. Sie hat sich gut eingeführt und gehört in Ver-