Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand UB Ffm
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
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bindung mit anderen Ernten zum System der gemistbleu Wirtschaft. Die Voraussetzungen für Baumwolle r sind denkbar günstig. Baumwolle bat ia dea letzten Jahren infolge der Gestaltung der Weltmarktpreise keinen Nutzen gelassen, vielmehr große Verluste verursacht Weisen wird für Winterfrucht gebaut, die Erzeugung im Lande reicht jedoch nicht für den lokalen Bedarf aus. Sie betragt nur etwa 50 °/o. Durch Marktordnung sind jedoch neuerdings auskömmliche Preise festgesetzt. Die aufkaufenden Mühlen erhalten von der Regierung Rückvergütung aus den Einfuhrzöllen für ausländischen Weizen. Tabak ist verbreitet. Es wird hauptsachlich Virginia- und türkischer Tabak —gebaut. Die Regierung unterstützt den Tabakbau durch Lagerhäuser und Prüfstationen. Der Anbau dieser Pflanze erfordert jedoch große Umsicht und Erfahrung. Unerfahrene Siedler werden deshalb gewarnt, sieb mit Tabakbau in größerem Stil zu befassen. Erdnüsse wer des ia nennenswertem Umfange angebaut. Sie dienen der Nahrung, für Futterzwecke und auch der Oelfabrikatioo, SoancskLumei werden im Wechsel mit Mais angebaut. Die Sonnenbhmteakerite dienen sowohl als Futter. als auch zur Oelf abrikat ion. Es wird mit einem Ertrag« von 125 Iba. "pro acre gerechnet (1 lb. 454 Gramm). Bohnen gedeihen ia Rhodesien in verschiedenen Variationen, wie Futtererbsen und Eßbohnen, Madagaskar-Butterbohnen, für die bewiasertea Land notwendig ist, Sennenhanf, Velvet-Bohnen und Linsen. Kartoffeln werden in eenneawertem Umfange angebaut und dienen der Ernährung. Es wird mit einem durchschi ttlichen Ertrage von 25 bis 30 Sack pro acre gerechnet Auch süße Kartoffeln werden angebaut Heuernte: Die Heuernte spielt eine große Rolle für die Ernährung des Viehs als Winterfutter. Die hauptsächlichsten Gräser sind „Sudangras" und „Teff-Gras". Luzerne: Ein weiterer wichtiger Futterstoff auf gut bewässertem Lande ist Luzerne. Man rechnet mit sechs- bis siebenmaligem Schnitt, wobei der Ertrag pro acre auf eine Tonne Heu oder drei Tonnen Grünfutter veranschlagt ist Die gebräuchlichsten Sorten sind „Provence", „Hunter's River" und „Chinese". Citrus;. Diese Kultur ,nimmt eine hervorragende Stellung ein, da die Früchte - von bester Beschaffenheit sind. Sie können, ohne zu verderben, Transporte .von zweimonatiger Dauer vertragen, was auf das dortige Klima zurückzuführen ist. Sie. erforderna allerdings einen gut bewässerten ' Boden. Im Jahre 1934 wurden 54 800 Kisten Orangen und Grape-Fruit exportiert. Ein 5 Jahre alter Baum bringt in der Regel 1 Kiste, ein 15 Jahre alter Baum S bis 6 Kisten. Da die Citrus-Kultnr höhere Gewinne abwirft, ist der Wert des hierfür geeigneten Bodens entsprechend höher. En wird mit 10 bis 25. £ pro acre angegeben. |; A e p fei sind neuerdings eingeführt und scheinen sieh gut zu bewähren, j Wein gedeiht ia dea meisten Teilen des Landes gut und braucht zur Reif« 6 Monate in der Trocken-Saison. Kaffee, Tee, Bananen und andere Pflanzen und Baumfrüchte gedeihen in einzelnen Teilen des Landes, ohne indessen von wesentlicher Bedeutung zu sein. 2. Viehzucht Neben Ackerbau bildet Viehzucht die bedeutendste Einnahmequelle für den Farmer in Süd-Rhodesien. Die Riadersucht bildet das Rückgrat. Im Jahre 1833 wurden 2688000 Stück Vieh gezählt, wovon 940000 im Besitz von Europäern waren. Das einheimische Vieh ist durch Kreuzung mit importiertem ausländischen außerordentlich verbessert. Verbreitet sind neben dem. einheimischen Vieh in der Hauptsache verschiedene englische Rassen. Vorwiegend wird die Rinderzucht ^wegen Fleichgewinnung betrieben, und die betreffenden r nennt man „Ranching". Diese werden in" extensi Weise bewirtschaftet. Hierfür ist jedoch ein großes Ka tal notwendig, da sie erst bei .einer Aasahl von 1500 bis 2000 Stück Vieh rentabel werden. Da für '1. Stadt Vieh 10 bis.30 acres anzusetzen sind, muß das Areal dementsprechend sehr groß sein. Hierzu kömmt, daß auch, Bewässerung in vielen Fällen notwendig ist, um die erforderliche vV ei de zu sichern. Der Preis für einheimische Kühe betragt 15 bis 25 £ i'to aas dar Union importiertes Vieh zahlt man 90 bis 40 £, für, Bullen rechnet man mindestens 50 £. Wegen Maul- und Klauenseuche hat die Südafrikanische Uaioa die Einfuhr lebenden Viehs gesperrt. Infolgedessen hat die Ausfuhc nm -Rhodesien in letzter /est stark nachgelassen. Die Verluste haben aber durch Export \oe Frischfleisch und Fleischkonserven stark vermindert werden können- Die Schlachtung erfolgt durch die Liebig Co. Dadurch Export von Häuten und Fellen in nennenswertem Umfang. Die Milchwirtschaft hat in letzter Zeit sehr an Ausdehnung gewonnen. Es befinden sich große Molkereien im Lande. Für diese Wirtschaften aber ist zentrale und gute Verkehrslage notwendig, um die Produkte absetzen zu können. _ ■ ' ■ Butter hat guten Markt, und es wird ein guter Preis dafür erzielt. Sie wird auch in kleinerem Umfange exportiert und erzielt dieselben Preise wie australische Butter. * ' Als Nebenher trieb wird hauptsächlich auch Käse hergestellt, der auch einen guten Preis bringt Bei milchwirtschaftlichen Betrieben ist im Winter Fütteraag notwendig. Als Trockenfutter werden Mais, Rhaygras, Feldheu, Teffbohnenheu, Vdvetbohnen usw. verwandt, und für Kraftfutter Sonnenblumenmehl, Nußmehl usw, das im Lands selbst erzeugt wird. Schweinesucht wird vielfach in Verbindung mit— der Milchwirtschaft betrieben und ist besonders in Verbindung mit dieser lukrativ. Als Rassen sind Schwarza, und weiße Yorkshire am meisten verbreitet, oder Kreuzungen. Die Mastbringt besonders durch den Schinkenverkauf oute Erträgnisse. Neben Magermilch wird Grits-' futter, Melonen, Kartoffeln usw. verfüttert. . Die Schaf sucht ist gering in Süd-Rhodesien, da sieh, aar Wenige Teile des Landes hierfür eignen. Verbreitet sind ' die „Blackhead Persian" (schwarzkfipfige Persianer) und „Muttön Sheep". —----— , Pferde and Maultiere sind verhältnismäßig nicht sehr zahlreich, da sie vielfach von Krankheiten befallen sind. Dagegen gibt es viele Esel. Für Gespannzwecke werden vielfach Ochsen benutzt / Die Geflügelzucht hat einen großen Umfang angenommen, da sie rentabel ist Sie vermittelt schnellen Umf. setz des Kapitals- Neben Zucht von Legehühnern werden ebenso auch Fleischrassen gehalten, daneben Puten, Gänse, Enten. Der Verkauf der Eier in Süd-Rhodesien ist in einen Kar- Ring zusammengefaßt, der gut organisiert ist, den Markt beliefert und auch exportiert Ungeziefer-Plagen kommen vor. In dar Hauptsache sind es Heuschrecken, die der Ernte zuweilen ver hängnisvoll werden und in Abständen von einigen Jahren auftreten. Es sind dies die rote, die braune und'die tropische Heuschrecke. In einigen Bezirken des Landes, hauptsächlich im Nordwesten, kommt die Tsetse-Fliege vor. Diese Bezirke eignen sich wegen des dadurch bedingten Viehsterbens nicht zur Besiedelung. 3. A n s i e d 1 u n g s p r o b 1 e m e Betrachten wir nunmehr die wichtigsten Fragen, die sich bei einer landwirtschaftlichen Ansied- 1B a g in Süd-Rhodesien ergeben, so ist zunächst für jede Einzel- und Ztrhelunttrrldit nur Ourch ftbllOete ui>ö erfshrene engllfche unö amtrlksaircbe Lehrkräfte. Zirkel sutsüta Stuten. Teilnahme |eöene* möglM). Sprechftunöen p—1, »—S, Sonnsbenö* 9—1 Uhr. ' t THE EIM5LISH INSTITUTE MeinehertraBe 16 (U-Bahn Uhlanöftraßc) - Fernfprecher: 9219 5* Die cngUfchc Schule Berlin*