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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 55

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand UB Ffm
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 55 (sequence 63)
Language
German
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in «ine »«Uferordenthche Abhängigkeit von den Absatzmöghchkeiten der genannten Standardprodukte auf dem Weltmarkt vor allem auf dem britischen Markt geraten und ist in äußerstem Maße krisenempfindlich geworden. _ . / Obwohl aicfa dies schon wahrend der Weltwirtschaftss« mit größter Deutlichkeit gezeigt hat, und obgleich <be jetzige englische Regierung unverkennbar dazu neigt, ^e IWwirtschaft des Mutterlandes durch erhebliche Blle seibat gegen die Einfuhr aus den Dominien zu Dützen, kann man schwerlich sagen, daß die neuseeländische Regierung hieraus die notwendigen Konsequenzen gezogen und «ich um einen weniger einseitigen Aufbau ihrer eigenen Wirtschaft ernstlich bemüht hatte. Im Gegenteil — die ohnehin ausder geschilderten Abhängigkeit der neuseeländischen Gesamtwirtschaft von den Exportpreisen für bestimmte Produkte drohenden Gefahren werden noch dadurch erhöht, daß sich. — besonders in letzter Zeit unter der Herrschaft der Arbeiterregjs«««*»,— der Staat selbst immer stärker beim Absatz der wichtigsten Produkte eingeschaltet hat, wodurch auch der Staatshaushalt in unmittelbare Abhängigkeit von den Absatzverhältnissen auf dem Weltmarkt gerät. Die eben geschilderten Zusammenhänge, insbesondere die extreme Abhängigkeit der gesamten Wirtschaft Neuseelands von den Exportpreisen für bestimmte Erzeugnisse seiner Landwirtschaft, werden erst recht klar, wenn man sich folgende Einzelheiten vergegenwärtigt: Von den Ausfuhrwaren Neu-Seelands entstammen fast alle der Urproduktion (Landwirtschaft und Bergbau) und 90 o/o hiervon entfallen auf die Viehzucht Neu-Seeland exportiert etwa 85 o/o seiner Wolle, 93 <>/« seines Hammelfleisches, 94 o/o seines Käses und etwa 80 o/o seiner Buttererzeugung. Und diese Exporte liefern fast 40 o/o «eines gesamten Nationaleinkommens. Bezeichnend sind folgende absolute Zahlen für das letzte Jahr. Der gesamte neuseeländische Export betrug 1936/37 60.235.000 £ N.Z. Hiervon entfielen auf Molkerei-Erzeugnisse 21.765.000 £ N.Z. oder 38,1 Ve; auf Wolle 15.787.900 £ N.Z. oder 26,2 o„; auf Gefrierfleisch 13.044.000 £ N.Z. oder 21,7 o„; ferner auf Häute und Felle 3.465.000 £ N.Z. oder 5,8 »o; das heißt die. Hauptprodukte der neuseeländischen. Viehzucht erbrachten - fast 90 o/o (89,8 o/o) des Gesam + erlöses der neuseeländischen Ausfuhr. — .In anderes Jahren pflegte das Verhältnis etwa ebenso zu sein. Da nun .der größte Teil dieser landwirtschaftlichen Produkte nach England geht, so befindet sich die Wirtschaft Neu-Seelands.in einer außerordentlichen Abhängigkeit vom Mutterlande, und die Regierung trägt dieser Tatsache dadurch Rechnung, daß sie ihre Wirtschaftspolitik ganz darauf abstellt, möglichst viele Produkte .der einheimischen Landwirtschaft zu auskömmlichen Preisen in England abzusetzen und dafür dem Mutterlande' Industriewaren unter erheblichen Zollvergünstigungen gegenüber allen übrigen Ländern abzunehmen. Selbstverständlich bedeutet aber-diese Rücksicht auf den englischen Industrieexport auch eine gewisse Hintansetzung der eigenen Industrialisierung; man führt viele Dinge ein, die man recht, gut auch selbst im Land erzeugen könnte. Auf Grund dieser engen weltwirtschaftlichen Ver- - flechtung hat Neu-Seeland pro Kopf der Bevölkerung den größten Außenhandel von allen Ländern der Welt Bei einer Bevölkerung, die 1927 > etwa 1,44 Millionen betrug und zur Zeit (1937) etwa 1,56 Millionen zählen dürfte, bewegten sich die neuseeländischen Außenhandelsumsätze auf folgender erstaunlichen Höhe: Jahr, —imi Import . «HZ. Eiport «KZ. Aaafebxt»w. Einai 31.1 falirtsVci'MlwA £ N. Z 1927 48.116.000 45.681.000 — 2.435.000 1928 44.406.000 - 54.957.080 10.551.000 1929 45.077.000 56.526.000 11.449.800 1930 49.430.000 48.412.000- — 1.018.000 1931 39.833.000 39.527.000 - »6.000 1932 24.760.000 33.943.000 9.183.000 1933 25.060.000 37.510.000 12.450.000 1934 26.135TO» 46.043.000 19.908.000 1935 32.568.000 44.918.000 12.350.000 1936 * 37.440.000 49.676.000 . 12.236.000 1937 47.621.000 60.235.000 12.614.000 Die vorstehende Tabelle läßt besonders drei wichtige Züge der neuseeländischen Wirtschaft hervortreten: einmal den gewaltigen Rückgang, den sowohl die Ausfuhr wie die Einfuhr Neu-Seelands während der Weltwirtschaftskrise durchzumachen hatte, und ihren imponierenden Wiederaufstieg seit 1933. Dann, die schon erwähnte außerordentliche Höhe der Au-frenhandels- «maltze pro Kopf; das letzte Jahr dürfte, mit einem Export von fast 40 Pfund und einem Import w)n etwa 30 Pfund pro Kopf in der ganzen Welt einzig dastehen. Endlich beleuchtet aber die vorstehende Tabelle auch die Stellung Neu-Seelands als Schuldnerland: denn der in der Regel sehr erhebliche aktive Außenhandelssaldo (Ausfuhrüberschuß) Neu-Seelands dient im wesentlichen zur Bestreitung der Zinszahlungen für die große neuseeländische Auslandsschuld, die fast ausschließlich innerhalb des Empire, d. h. im wesentlichen in London untergebracht ist. Am 31. März 1936 betrug die öffentliche Schuld Neu- Seelands insgesamt 282,561 Millionen £ N.Z. Hiervon aber waren nicht weniger als 158,712 Millionen £ N. Z. in London untergebracht; ferner besaßen die Australier 1,59 Millionen £ N. Z. der öffentlichen Schuld des Nachbardominions, während in Neu-Seeland selbst nur 122,256 Millionen Pfund der eigenen öffentlichen Schuld untergebracht waren. Demnach. waren in L-en-don nicht weniger als 56; 17 «fo der geseihten öffentlichen Schuld Neu-Seelands placiert! Man kann also sagen, daß ein großer Teil der Exporte Neu-Seelands an das Mutterland. dazu dient, die dort angelegten großen englischen Kapitalien zu verzinsen. Wenn man sich vergegenwärtigt, ■ daß zu der schon dargelegten starken' Abhängigkeit Neu-Seelands von den wechselnden weltwirtschaftlichen Absatzverhältnissen noch die sehr erhebliche Auslandsverschuldung und nicht zuletzt die außerordentliche Belastung der Produktion durch hohe Löhne, hohe Steuern und soziale Abgabe« sowie durch .eine weitgehende Sozialgesetzgebung (44-Stunden-Woche usw.) kommt, — und gerade die letzterwähnten Faktoren nehmen zur Zeit unter der Herrschaft der Arbeiterregierung noch ständig an Gewicht zu — so ist nicht zu verkennen, daß es trotz des großen natürlichen Reichtums des Landes und der Tüchtigkeit seiner Bevölkerung der neuseeländischen Wirtschaft an Gefahrenmomenten nicht fehlt. So tragfähig und solide auch ihre Grundlagen, sein mögen — insbesondere die hervorragende Eignung des Landes für die Viehzucht —, das auf diesen Grundlagen aufgerichtete Wirtschaftsgebäude macht allzu sehr den Eindruck des Gekünstelten. 2. Die Landwirtschaft A. Viehzucht Neu-Seeland ist ein im wesentlichen viehwirtschaftliches Gebiet; die verhältnismäßig geringe Bevölkerungsdichte begünstigt, ebenso wie die Natur des Landes, besonders die Weidewirtschaft Weite fruchtbare icft' aüj, zuA' ein - uuA tfitfaM+UM! m ' i .55 » ■. j ,i

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