Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand UB Ffm
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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sonders »orffc* und angenehm. Halnilton. an d«n Ufern des Waikato gelegen, tot besonders als Mittelpunkt der größten milchwirtsehaftlichen Genossenschaft zu nennen. 2. Das Klima- Neu-Seeland liegt ganz in der gemißigten Zone. Sein Klima gut im allgemeinen als außerordentlich gesund..Es ist regenreich-ozeanisch, der heißen Sonne zwar entrückt, aber doch noch warm genug, einen üppigen Pflanzenwuehs hervorzurufen. Für Neu- Seeland» Breitenlage — die der des Mittelmeers ent- ' sprechen würde — sind die Sommer etwa» zu kühl, aber angenehm. Der Winter ist so mild, daß er dem Wachstum der Pflanzen kaum Einhalt tat. Viele Blumen blühen den ganzen Winter hindurch. Die Gebirgsregionen haben im Winter starken Schneefall, etwa bis zu 1500 m herab; die höchsten Teile sind vergletschert. Der Breitenunterschied zwischen Nord und Süd macht sich stark geltend; die mittlere Jahrestemperatur verrin- . gert sich, je weiter man nach Süden kommt, von 17 bis auf 10 Grad, die absoluten Schwankungen von SO auf 40 Grad. Während der Norden der französischen Reviers im Klima Ähnelt, ist der Süden den Küsten Norwegens oder Schottlands zu vergleichen. Die Lage südlich des 40. Breitengrades versetzt diese Ge- ■ biete bereits in den Bereich dar Westwinde, welche die Regenspender sind; infolgedessen hat der Westen Neu-Seelands viel mehr Regen als die Osiseit«; ja die Ostseite hat im allgemeinen nur t/4 bis >/a des Regenfalles der Westseite. So erhalt Auckland jährlich 108 cm Regen. Wellington dagegen 128 cm; Christchurch im Osten hat sogar nur 65 cm. Die großen Regenmengen auf der Westseite bewirken gleichzeitig niedrigere Sommer- und höhere Wintertemperaturen, das heißt ein gleichmaßigeres Klima, wahrend für die Ostseite grf'Jere Extreme bezeichnend sind. Infolge seiner Gestalt und Lage — zwei schmale Inseln in der Weite .des Ozeans — müßte das Klima Neu-Seelands ganz maritimen Charakter tragen; tatsachlich bringen aber die hohen Gebirge, besonders auf der Südinsel, erhebliche «Abweichungen hervor) auf der letzteren hat das Klima Verhaltnismenig kontinentale Züge. Da die hohen Gebirge den vorherrschenden Winden Widerstand entgegensetzen. und eine Mischung der verschiedenen Luftschichten hervorrufen, so wird auch verhindert,' daß sich die Luft in Schichten .von verschiedener Dichtigkeit ablagert; infolgedessen gibt es auch selten »ehr. ausgedehnte und anhaltende Bewölkung und Neu- 'Seeland genießt 'verhältnismäßig sehr viel Sonnenschein. Dies ist um so wichtiger, als das Land einen so starken Regenfall Aufweist. TV'. "'>.>- .5 ••».'• '»^•■tiBtKMKfa m 3. Bevölkerung . ' _ . Neu-Seeland ist zum größten Teil erst in der zweiten Hälfte de» 19. Jahrhundert» .xon Weißen besiedelt, also noch viel spater als selbst Australien erschlossen worden. Vor einem Jahrhundert, 1840, dürften nicht mehr als 2000 Weiße ia Neu-Seeland gewesen sein; aber während der folgen- - den SO Jahre brachten Goldfunde, die Entwicklung der Landwirtschaft und die Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten viele Tausende ins Land, und' um 1880 zahlte Neu-Seeland etwa Vi Million Weiße. Doch wurde danach der Zustrom schwächer; im Jahre 1901 zählte man 373 000 Einwohner, 1911 etwas über eine Million, 19>1 etwa 1,2 Millionen, und 1928 1,344 Millionen. Im Jahre 1981 betrug die Zahl der Weißen bereits 144t 748; ZU diesen kamen noch etwa 88000 Ureinwohner, die Maoria' (einschließlich der Mischlinge, auch wenn diese als Europäer leben). «*> 1 -.Bei der Zählung im Marz 1936 betrag die Bevölkerung 1573610 Personen, einschließlich der 82300 Maoris. Die Bevölkerungsdichte betrug 5 Personen auf den Quadratkilometer (gegen 140 in Deutschland). Auf Neu-Seeland besteht, wie in den meisten Einwanderungaländern, ein Männerüberschuß der 1926 etwa 30 003 betrag; d. h. auf 1000 Männer kamen ungefähr 969 Krauen. Obwohl die Geburtenzahl (auf je 1000 Einwohner berechnet) auch auf Neu-Seeland sehr stark gefallen/ ist und im Jahre 1984 nur noch 18,5 betrug, bleibt infolge der äußerst niedrigen Sterblichkeit (1934 nur JL51) noch ein nicht unbeträchtlicher Geburten Ober-, »chu-ß (1984 8,0).;? •' Die Bevölkerung tobt zum größten .TeJT »ul £•* Jj0 iaaal (etwa 82 <Vo im Jahre 1916, abgesehen von den Maoris). B Nach der Zählung von 1926 lebte über die Hälfte der evölkerung (51,6 »o) in den Städten, was bei der außerordentlichen Bedeutung der neu-seeländischen Landwirtschaft und Viehzucht gegenüber den anderen Erwerbszweigen erstaunlich erscheinen könnte. < Der Herkunft nach ist die weiße Bevölkerung fast rein britisch; im Jahre 1921 waren 98,43»'» aller weißen Einwohner im Britischen Weltreich geboren, Und zwar 74,39 % in Neu-Seeland, 19,54 •/« im Vereinigten Königreich (England) und 3,94 °A> in Australien; und selbst von den im nichtbritischen Ausland Geborenen stammte , ein erheblicher Teil von englischen Eltern ab oder besaß die britische Staatsangehörigkeit, 'so {laß der Anteil der nichtbritischen Bevölkerung verschwindend gering war. Dieser Herkunft der Neu-Seeländer entsprechend liegen ihre Religionsverhältnisse folgendermaßen: im Jahre 1925 waren fast 44 »0 Mitglieder der anglikanischen Kirche, wahrend 25 To Presbyterianer, nicht ganz 14 u 0 Katholiken und nicht ganz 10 °/o Methodisten waren. Die Zahl der Juden betrug 1926 etwa 2591, wovon 2121 auf der Nordinsel und 470 auf der Südinsel lebten. Von den Juden der Nordinsel entfielen fast »He auf die beiden volkreichsten Bezirke Auckland und Wellington; in der Hauptstadt .Wellington wohnten an 900 Juden, in Auckland (Stadt) etwa 850. Auf der Südinsel zählte Dunedin etwa 190 Juden, Christchurch etwa 180. Neben den Weißen spielen nur die Maoria in Neu- Seeland eine nennenswerte Rolle — eine besonders begabte und in vieler Hinsicht einzigartige Eingeborenenrasse, die erst nach langen, blutigen Kämpfen, in denen sie außerordentliche Tapferkeit an den Tag legte, unterworfen wurde. — Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung ist heute <Jie Zahl der Maoris unbeträchtlich. Es ist aber bemerkenswert, daß die Maoris wohl im gesamten britischen Weltreich die einzige Eingeborenenrasse sind, die vollkommene Gleichberechtigungauch in gesellschaftlicher Hinsicht — genießen. Die Regierung sorgt dafür, daß sie ihre eigenartige Kultur und. ihre Traditionen erhalten können, und daß ihnen auch wirtschaftlich einegewisse Existenzbasis verbleibt; Landverkäufe von Maoris. an Weiße, yypqton von .dem „Native Land ~^A- . .^.Vazh. ..