Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand UB Ffm
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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- . Auf der ganzen Nordinsel kauft der Siedler auf ausreichende Regenlille rechnen und, ausgenommen im Gebirge und auf den Hochebenen, auch auf milde WiBtTr üad^an{fenehme Sommer, v! Ueberquerl man die Cook-Straße, welche die Nord- und die Südinsel voneinander scheidet, und landet man mitten m der Südinsel, so ist es, als käme man plötzlich von Portugal nach der Schweis", freilich nach einer Schweiz, die ausgedehnte, ungemein fruchtbare Ebenen besitzt, die sich besonders zum Getreidebau eignen. Im allgemeinen sind die Küsten der Südinsel hoch und steil. Sie hat nicht viele Häfen, außer an der Cook-Straße, auf der Halbinsel Banks unH an den großartigen, aber wirtschaftlich nutslosen Fjorden des Südwestens. Das beherrschende Kennzeichen der Südinsel sind nicht von Farnen bestände Ebenen oder vulkanische Kegel, sondern dü_stcre Gebirgszüge. Kamm hinter Kamm erheben sich diese Südalpen und füllen die ganze Mitte bis fast an die Westküste dar Issel, sich vom Norden bis com Süden der Insel erstreckend. Der Westabhang ist bewaldet, der Osten weist eine steinige Wildnis auf, die nur etwas durch Unterholz und Graswuchs gemildert wird. Die zahlreichen Flüsse,, die das Laad durchziehen, sind eben wegen der hohen Gebirge zu reißend und zu unregelmäßig, um viel wirtschaftliche Bedeutung zu besitzen. Im Westen sind zwei Flüsse voa einiger Bedeutung, dar Buller und der Grey. Die wichtigsten Seen der Südinsel sind: Te-Anau und Wakatipu; ersterer ist 380, letzterer fast 300 km lang. Der höchste Berg, Monat Cook, ist 3770 m hoch. Im Nordosten der Insel soll der doppelte Gebirgszug der Kaikourai an Hohe und Schönheit den südlichen Alpen vergleichbar sein. Der offene und leicht zugängliche Teil der Südinsel erstreckt sich im großen ganzen vom Kaikoura-Gebirge nach Osten und Südosten bis zum Flusse Waiau. Die wichtigsten Bodenschätze der Südinsel aber, Kohle u n d G o 1 d,, werden gerade in den unzugänglicheren und unwirtlicheren A . /Teilen und in der Mitte der Insel gefunden. B. Die wichtigsten Städte des Landes Neu-Seeland hat vier wichtige Städte, von , denen keiner eine wirklich überragende Stellung zukommt. " Auckland hat 212000 Einwohner, Wellington etwa 150000, , Christchürch 132 000 und Dunedin 82000. Zusammen haben diese vier Städte also noch nicht 600 000 Einwohner, was bei einer GesamtbevAUcerung Neu-Seelands von etwa 11 j Millionen anzeigt, daß die „Verstädterung" hier nicht ..'.j in dem ungesunden - Maße vorherrscht wie ' in dem großen Schweaterdominium Australien, wo sich etwa die Hälfte der Bevölkerung in wenigen Millionenstädten zusammenballt. Die genannten vier iieu-seeländischen Städte haben alle schöne, wenn auch kaum großartige Bauten; gut gepflasterte Straßen, Hotels mit modernem Komfort, gute Büchereien und sogar Kunstgalerien. Wer freilich dort so etwas wie „Nachtleben" suchen sollte, oder wer sehr hohe Ansprüche an Theater und Konzerte stellt, dürfte wohl enttäuscht werden. Im ganzen handelt es sich um moderne Städte, die einen durchaus englischen Charakter aufweisen; in besonderem Maße gilt dies allerdings für Christchürch. Drei der Städte liegen am Meer und auch die vierte, Christchürch,- liegt nicht weit ab von der See und wächst ihr immer mehr entgegen. Ueberhaupt gehört der Zusammenhang mit dam Meer durchaus zum Leben der Neu-Seelinder, die verhältnismäßig schmale Inseln in dar ungeheuren Weite des südlichen Pazifik bewohnen; ihr Bewußtes*» ist hierdurch stark beeinflußt —- Atlckland besitzt eine ausgezeichnete Lage zwischen 'zwei Häfen. Von hier aus gehen die häufigsten Verbindungen nach Australien und nach der Westküste I Amerikas.'Wirtschaftlich beruht der Wohlstand von Auck- '(' land zum großen Teil auf dem Export von Butter, die in der fruchtbaren Umgebung erzeugt wird. / Blaue bewaldete Hügel geben der Stadt einen malerischen Hintergrund. Die Stadt erstreckt sich über eine' hügelige Landenge und zahlreiche Krater etlaachenet Vulkane ia der Umgebung sind voll landschaftlicher Schönheit. Hafen und Golf .... r„_mat Auckland bieten einen idealen Tummelplatz für Yachten, und im Sommer spielt der Wassersport jeglicher Art im Leben der Stadt eine große Rolle. Auckland ist eine Garterstadt, fast jedes Hans hat hier seinen Gerten. Es gibt auch arme Viertel, aber sie sind nicht zu vergleichen mit den „Slums", den Elendsvierteln der meisten europäischen oder gar nordamerikanischen Städte. Aufkland besitzt ein verhältnismäßig warmes, feuchtes Klima |ind eine üppige Vegetation; der subtropische Einschlag Ist hier viel starker als in den anderen dreiwich tigsten'Städten. Die Hauptstadt Wellington liegt sehr ß -Seeland«, wegen seiner lima ist üher- , obwohl Wel- Sch wester- 52 I N sjtrf v t der Meerenge, die die beiden Haupti voneinander trennt. Wellington ist be: außerordentlich windigen Lage; sei haupt frischer und rauher als das Auckl lington mehr Sonnentage zählt als die i Stadt. Wellington gilt als eine Stadt harfer Arbeit; und der Horizont seiner Bewohner ist weiter und weniger Erovinziell als der der anderen Städte; da Wellington (Tie lauptstadt des Dominiums ist, besitzt es eine ziemlich große Beamtenbevölkerung, und das intellektuelle Leben wird durch die Anwesenheit der Regierungsmitglieder angeregt. Ein besonderer Anziehungspunkt in Wellington sind die Turnbull-Bücherei und das Dominion-Museum. — Auf einem Hügel oberhalb des Geschäftsviertels steht das Vietoria Universitär College; Wellington hat nämlich ebenso wie Christchürch und Auckland ein eigenes Universitits-CoUege; diese bilden zusammen die eigentliche Universität von Neu-Seeland; auch Dunedin besitzt eigene Colleges, die aber einen eigenen Namen (Universität von Otago) führen. Zwischen Wellington und Christchürch, die miteinander durch den sogenannten steamer-expreß (einen Eisenbahnzug, der auf einer Fähre übergesetzt wird) verbunden' sind, dehnen sich die berühmten Canterburv- ' Plains aus, riesige frachtbare Ebenen, die der Mittelpunkt der neu-seeländischen Schafzucht, wie auch des ~" Getreidebaus bilden.' Diese landwirtschaftlichen Produktionegebiete haben der Stadt Christchürch selbst auf das - stärkste ihren Stempel aufgedrückt. Christchürch steht in viel engerer Verbindung mit dem flachen Lande als irgendeine der anderen großen Städte Neu-Seelands. Hier finden .die großen landwirtschaftlichen Ausstellungen statt, die jeder Einwohner von Christchürch besucht, und. hier ist das Interesse an der Preisentwicklung für Wolle, Hammelfleisch, Weisen und die anderen wichtigsten Exportprodukte Neu-Seeland» am stärksten entwickelt. In kultureller Hinsicht ist Christchürch eine durch und durch englische Stadt, und soll besondere Ärmlichkeit mit der berühmten Universitätsstadt Cambridge -haben. Wenn aber Christchürch in vieler Hinsicht das getreue Abbild einer beschaulichen englischen Mittelstadt - bildet, so hat es doch andererseits eine nicht unwichtige Industrie entwickelt und weist auch politisch gewisse radikale Tendenzen auf. ' In klimatischer Hinsicht ist hervorzuheben, daß der Sommer hier heiß und trocken zu sein pflegt; im Winter fällt gelegentlich Schnee, aber die Tage sind oft hell und klar, und die Luft ist so durchsichtig, daß zuweilen wunderbare Fernsichten auf das Alpenvorland möglich sind. Dunedin ist die kleinste der genannten vier Städte; doch liegt dies nicht an einem Mangel an Unternehmungs- S'ist seiner Bewohner, sondern an der Tatsache, daß das interland dieser Stadt, d. h. die Pro vis von Otago und die Teilprovinz von Southland, nur beschränkte Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Ein Teil des Gebiets ist zwar erstklassiges Ackerland, das auch frondlich ausgenutzt wird; weite Strecken aber werden von hochragenden Bergen, von Alpenseen oder Fjorden bedeckt. Dunedin trägt einen ausgesprochen schottischen Charakter. Von Schotten gegründet, zeigt es auch heute einen strengen und ernsten Geist, der besonders Erziehungsfragen zugewandt ist. Sieht man von den genannten vier Städten ab, so bleiben noch ungefähr zehn kleinere Städte mit Bevölkerungen, die meist zwischen 10000 und 20000 liegen. Se ist laver«argill die Hauptstadt des reichen landwirtachaft liehen Distriktes von Southland und eine der südlichsten Städte der Welt; Napler, von einem furchtbaren Erdbeben zerstört, ist schöner wieder aufgebaut worden; Timaru ist nicht weit vun Monat Cook gaWcnad N «LsjsV «in* durch ihre Käthe drale bekannta^Stadr, lagt Inmitten von Hügeln, die im Froh ling von Ap/elblüten übersät sind: hier iatVdns Klima am sonnigsten von ganz Nea-Seelano' und da« Leben gilt als be- J; 4 t i — - ■ Fß . i. rfrv