Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1936. Bestand UB Ffm
- Issue
- September 1936
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 75 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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- Bogotá 4× ep/1044235
- Tunja 1× ep/1045877
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biaftischen Exporteur große Erleichterungen, deren Bedeutung für den Außenhandel des Landes mit zunehmender Entwicklung des Binnenverkehrs wachsen wird. Die Gebirgszüge erschweren außerordentlich die inneren- Verkehrs- und- Tranaportverfmltnisse; wie Barrieren riegeln sie gerade die fruchtbarsten und industriell günstigsten Gebiete, von den Wasserstraßen und Küstenhäfen ab. Frachten erreichen deshalb die Hauptstadt Bogotaerst nach einem Zeitraum von zwei Wochen bis zwei Monaten. — Im einzelnen weisen die wichtigsten Landesteile folgende Hauptkennzeichen auf: Der Östliche Teil des Landes ist als Tiefland mit ungesundem Tropenklima nur dünn besiedelt, ebenso die westlichen Küstengebiete. Diese Gebiete, die etwa zwei Drittel des Landes ausmachen, sind mit weiten Urwaldflächen bedeckt Die eigentlichen Siedlungszentren liegen in der gemäßigten Zone längs der Cordillerenzüge. Zwischen den Kämmen der Qst-Cordilleren dehnen sich^mineralogisch und landwirtschaftlich begünstigte Gebiete aus. Bergbau (Platin, Gold, Edelsteine, Kohle, Eisen, Salz), Viehz.u_c.ht und Ackerbau (Weizen, Gerste, Kartoffeln, Obst und Gemüse in den höheren Lagen; Reis, Kakao, Zuckerrohr, Bananen und Mais in den niedriger gelegenen« Zonen) sind hier vereint. , Inmitten dieses begünstigten Beckens liegt — in einer Hohe von 2880 m — die Landeshauptstadt Bogota, die sich in wahrhaft amerikanischem Tempo entwickelt.* Diese moderne Großstadt von mehr als einer Viertelmillion Einwohnern besitzt prächtige Regierungsbauten wie die Universität und den Justizpalaet, und über 50 große Geschäftsgebfiude, die zwischen den alten, meist einstöckigen Häusern emporschießen. Es herrscht reger Auto- und Straßenbahn-Verkehr. Die Vororte bestehen z. T. ans schonen Villenvierteln. Das Klima Bogotas, das als. „regnerisches Frühlingswetter" charakterisiert wird, ist für Europaer im allgemeinen günstig. Infolge seiner - Höhenlage ist aber Bogota nur für Menschen mit gesundem. Herzenzu empfehlen. ■ . ' Das Tal des Magdalena-Stromes trennt-diesen Teil der Cordilleren, in dem Bogota liegt, von-der-Ze'ntral-, und West-Cordillerc. In seinem Ober-;—und Mittellauf zunächst durch unbesiedelte Gebiete fließend; wird der über 1700 km schiffbare Strom zur Hauptverkehrsader Columbiens, die zirka 70 i de s Außenhandels trägt. Stromschnellen müssen durch Bahnen umgangen-, werden. Das * Mündungsgebiet des Flusses ist trotz der dort herrschenden tropischen Hitze wieder dicht besiedelt. Dort liegt -vor ■ allem BarranaUilla, das mit 145 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landest ist. - Durch die Ausbaggernng der Magdalcna-Mündum; ist Barranquilla sowohl Flußwie Seena fefl-tiiadt geworden Huld werden Frachten, die bisher in dem Halen Puerto Colombia entladen wurden, um pei* Bahn oder Auto zunächst nach Barranquilla befördert und dort wieder auf das Schiff umgeladen zu »werden, die Magdalena-Mündung -geradenwegs passieren können. Barranquilla ist als Umschlagshafen und /entrinn des Columbianischen Kaffeehandels eine wichtige Handelsstadt mit ausgedehntem Geschäftsviertel und Industrieanlagen. Der zweitwichtigste atlantische Hafen ist Cartage na, das über 90000 Einwohner zählt, und durch seine alten Forts und seine romantische Bauweise im spanischen Stil «ine der interessantesten Städte Südamerikas ist.' ' i In den Talern der Zentral- und West-Cordilleren, die sich parallel zum Magdalena-Tal und der Ost-Cordillere hinziehen, liegen von der ecuadorianischen Grenze ob zahlreiche Siedlungen. Zu einer reichen Kulturlandschaft wird aber ihr Gebiet erst im Distrikt A n t i - o q u i a. der nächst dem Bogotas' der volkreichste des ganzen Landes ist und über eine Million Einwohner zählt. Seine Hauptstadt ist Med eil in, das „Manchester Südamerikas", da* von einer überaus rührigen und tüchtigen Bevölkerung von etwa 120 000 Seelen bewohnt wird. Medellih ist eine moderne, als Bergbau- und Kaffeezentrum bedeutende Stadt, deren Klima, tropischer ist als das Bogotis.; y . > Von dar Gegend um Medellin sagt ein hervorragender Kenner Südamerikas, hier habe sich „aine Kolonistenrasae von besonderer, in «aa« Amerika war selten erreichter Tüchtigkeit" ge- .'• f^-J-V- .-\ , . - bildet, die sich schon seit .Beginn des 19. Jahrhunderts in kolonisatorischer Ausweitung befinde. „Diese Kolonisation ww und ist eine Kolonisation nicht des Kapitels, ... sie ist eine Kolonisation desschwierig zu _ bearbeitenden, aber reioben Ertrag gebenden Bergurwaldes durch den Bauarn selbst. ... Die kolonisatorische Rasse von Medellin verkörpert den Fortochritt. Diese Rasse, an deren Aufbau das jüdische Element wesentlich beteiligt ist, arbeitet, und sie arbeitet hart Sie hat den Willen der Eroberung, wie ihn die Spanier hatten; aber sie verstand und versteht Eroberung nicht mit Waffengewalt, sondern .mit Pflug und Axt, die sie selbst in die Hand nimmt." (Aus: Hermann Lufft, „Latein-Amerika".) Von den anderen Städten des Landes ist noch Cali zu nennen, der wichtigste Handelsplatz West-Columbiens, der durch den Caucafluß mit dem bedeutendsten pazifischen Hafen Columbiens Buenaventura verbunden ist Das Gebiet der pazifischen Küste, speziell der C'hocodistrikt, trägt ungesunden Tropencharakter und ist sehr dünn, teilweise gar nicht besiedelt. In Ergänzung der vorstehenden allgemeinen Beschreibung des Landes geben wir folgende tabellarische Übersicht über die einzelnen Landesteile und ihre allgemeine und jüdische Bevölkerung: Departement Antioquia . . Atlantico . . Bolivar' . . . Boyaca . . . Caidas . . Cauca . . Cundinamarca . Huila . .. . . Magdalena . Narino . . . Santander . . Nde Santander Tolima . . . Valle . . . . Diverse«) ' . 1 157 240 238 667 649 438 935 263 716^335 338 607 1 255 140 237J47 335 965 416 729 643 080 342 517 493 516 481 102 231 638 Summe 8.472 584 Hauptstädte Medellin. . /. Barranquilla . . Cartagena . . .'• Tunja .... , Manizalea ' . . . Popayaa. . . . Bogota. .... Neiva. . . . . Santa Maria . . Paato'.." . . . : Bucäramanga . . Cucuta . . Ibague . «, : Cali . ... , . Snltt.uM 150000 145 000 95 000 27000 80000 "45 000 340000 32 000 42000 55 000 80000 70000 75000 115000 Zahl der 150 150 10 25 25 1 100 5 20 10 25, 15 10 400 100 2 045 Durctur+initts- T«mper«tur 24-26° C 18^-24°C 0-18° C (Diese Angaben, rfnr mir einem wertvollen Sonderbericht der „IIieem" vom April 1936 entnehmen, stummen von der colam-' bianischen. Generaldirfiktion für Statistik; die Angaben über die jüdische Bevölkerungstammen von der f.enlralorganisation der columb. Juden, der „Jüdischen Föderation von Columbien".) 2. Klima und Gesundheitsverhaltnisse, Entsprechend der geographischen Struktur des Landes ist das Klima Columbiens sehr uneinheitlich. Während die Küstengebiete ein für Europäer kaum erträgliches Tropenklima aufweisen, haben die Gc Ii irgsgeg enden gemäßigte, ja kühle, und - g e - . s u n d e T e mp eraturen. Dementsprechend wird das Land in drei Klimazonen eingeteilt: Zok Höhe Heiße Region unter 1000 m Gemüßigte Region 1000—2000 m - Kalte Region über 2000 m Die Hauptstadt Bogota, die 2660 m hoch liegt, weist eine jährliche Durchschnittstemperatur von 14° <J auf. Medellin, eine der größten und geschäftigsten Städte des Landes, hat eine Durcnschnittstemperatur von 21' C bei einer Höhe von 1509 m, der bedeutende Innenhafen Puerto B e r r i c, S*AC bei 185 m Höhen , Als besonders heiß gelten die FTußtäTer des Patia und Magdalena, das Departement Choco an der pazifischen Küste und die an Ecuador angrenzenden Tiefebenen im Süden des Landes. - \, Es gibt keine, einheitlichen Jahreszeiten für das ganze Land: die Trockenzeit wird Sommer, die Regenzeit« Winter genannt; Trocken- Und Regenzeit lösen einander, in etwa dreimonatigem Wechsel ab. Die Temperatur bleibt, das ganze Jahr hindurch ungefähr die gleiche, ■ .. . v ■ \ ') Unter dar Rubrik „Diverse" sind verschiedene Gebiete, die keine selbständigen Departements bilden, zusammengefafit.