Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 65 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492417-6348840-6349425--279-4920474- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Tunis 2× ep/1048155
OCR text
% I Deutschland sollten Angestellte nicht ausreisen', ganz besonders keine Neulinge. Für Pflanzungtassistenten gelten dieselben Ausführungen. Selbst Pflanzungsleiter steigen selten über 500 bis 700 sh Monatseinkommen. Çs sind reichlich Stellungsuchende im Lande, so daß keinerlei Aussicht besteht, auf einer Küstenpflanzung als Assistent oder Volontär unterzukommen. Dagegen nehmen die Pflanzer und Farmer auf den Hochländern häufig Volontäre gegen Kostgeld (25 bis 100 sh monatlich). Die Zahl der Bewerber um solche Stellungen ist aber groß. Bevorzugt Irden Personen, die soviel Geld haben, um sien in absehbarer 1t selbständig sumachen.-- w . - ------1—;• ...... -; " Uns sind mehrere Pläne über A fis fed! dm g zugegangen. In einem werden für Erwerb von 50 Hektar Kulturland, Auareisespesen, Wohnhaus und Möblierung 23 300 sh und für den landwirtschaftlichen Betrieb für 35 Hektar Kaffee-Plantage (Beirheiiimg, An>u-rmf f onp^n, Pflege des Bodens für drei Jahre und, Lebensunterhalt für drei Jahre) 20000 sh angegeben. Ein weiterer Bericht wurde uns von anderer Seite Oberin il tel t, in dem es sich gleichfalls um den Erwerb von Pflanzungen handelt '•''*.«' .Es sind Erkundigungen über die Projekte bei sachverständiger Seite eingezogen worden, und es wird folgendes Urteil abgegeben: . Ti°r Bft"»b von Kaffee-Plantagen ist ein sehr schwieriger «-, ' ' -v •; ' r~ f tier Köpfen VOO— M00, lediger Angestellter 800—1000, ^erheirateter ArigeeteUUr ohne Kinder 1200—1800, > Angestelltenfamilie von vier Köpfen «WO—2000. .. V 1' Ortsübliche Lohn- und Gehaltssätze: Tagdlphzt -fur ungelernte Arbeiter ■ 10—86, Wochenlohn für Handwerker 70—160, Monatsgehalt for Jfandetangestetlte 600—1000, Techniker 1000—1600, lnge,nieu(%, Architekten, Chemiker usw. 1900-^-1500. FUftthV für "ein Dienstmädchen — also außer Kost und Wohnung — monatlich 360—400. Australien \ Die Einwanderung nach Australien ist nach Auskunft (Ls englischen Konsulats nach wie vor gesperrt. Anderslautende Zeitungsnachrichten sind nicht zutreffend. Wir geben die Ant- LKjjijsula^s liarhstehondi wiedar; _'__ und "erfordert jahrelange Kenntnisse. Der Kauf einer Tläfi ( ohne,'dieselbe durch Experten geprüft zu haben, ist ein hoc gradiges Risiko. Der Wert der Plantage ist von vielen Faktoren abhängig. Es ist tu großer Vorsicht zu raten. , Ei wird bemerkt, daß im großen und ganzeneinige wenig» Piahtagenbesitzer Geld verdienen, sehr viere ihr Geld'verlieren und einegroße Anzahl nur die Kosten .decken. 1. Die Einwanderung nach Australien ist augenblicklich für jeden gesperrt, der nicht ein „Landing Permit'' (Landungser- ' laubnisschein), ausgestellt durch das „Department of the Interior, Canberra, Australien'', hat. 2r-Diejenigen Einwanderer, die nahe Verwandte in Australien haben, müssen veranlassen, daß ihre Verwandtet) für sie ■ die Einwajderujigserlaubnis bei dem „Department of the Interior, Canberra, Australien'.' beant "3. Bona fide Touristen, Kaufléute usw„ d. h. NiriiPEtttwan- . derer, Hrttinen sich bis zu sechs Monaten in Australien aufhalten. . 4. Deutslhb Staatsangehörige, brauchen kein Visum für die Einreise nact£4£Ustralien. Tun éf*i «n ■ ■ . '" -, ." ." - ■'- - , .'■ ■-' *■ . . .,• Publikationen der Reichsslellc für das Auswanderungswesen ' vuiii November v. J. entnehmet) wir folgende Berichte: A u s*ei c h t e n f ü r d e irt s c h# Ä r 11 e—^_ In Tunesien.'hat sich in den letzten Jahren erst'ein reichsdeutscher . Arzl. Zugleich Zahnarzt,' und zwar im Jahre 1931 in Sfax (Südjunesien)-niedergelassen. Zurzeit soll jedoch bei der Generaldirektioh des Innern in Tunis eine große Anzahl von Gesuchen deutscher Arzte um Zulassung zur Praxis in Tunesien vorliegen. .Einige dieser Ärzte sind schon im Lande, uuf die Zulassungsbewilligung abzuwarten. Wie .'aus Äußerungen der zuständigen-. Behörde entnommen werden kann, ist, von . ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, auf eine' Zulassung deutscher Arzte zur Ausübung der ärztlichen Praxis in der Regentschaft nicht zu rechnen.' Der Ariteberuf ist in Tunesien sehr überfüllt. Auf die -Stadt Tunis mit 502 405 Einwohnern entfallen über 250 Ajaie^. also auf je 800 Einwohner ein Arzt. Im ganzen sind zurzeit etwa 350 Arzte, größtenteils französischer und italienischer Nationalität, in Tunesien tätig. I -;__._; . » ' , - Lebens - ü~nd Lohn Verhältnisse in Tunis t)ie nachstehend ' aufgeführten Preis- und Lohnsätze —' sämtlich in französischen Franke« angegeben — wurden Ende September 1933. in Tunis aufgestellt/Der damalige Kurs betrug.1 Fr. etwa 0,16 RM.. Die niedrigen Zahlen gelten fur bescheidenste, - die. höheren für mittlere Ansprüche. ., . Wohnung, ü n d Verpflegung: Unterkunft ohne Verpflegung im Gasthaus für eine Person täglich 10—86, mit Verpflegung 30—50, ein möblierte* Zimmer ohne Verpflegung monatlich 20ft—300i mit Verpflegung 600—900. Eine leere Wohnung von swei Zimmern kostet im cMpnat 800—400, von vier /imm.rn^yyV-fjQO, ejll? möhhyto Wohnung von zwei Zimmern monatlich 400^—600, von viqr* Zjjnmern- 600—760. E» kostet täglich Morgenkost 2—5, Mittagesten 6—16. Abendosseo 8—16. Für Verpflegung allein sind monatlich au rechnen 350—600. Lebern mittel» Esv kostet je 1 lg McW 1,90—8. Brot 1,90—2, Bulter 16—83. 1 .kg landesübliche. Fett oder Ol '5,. Fleisch' 10-30, Reis 1,76^2, Kartoffeln 1—1,80, 1-L«er Milch 9. *» Bekleidung: Ea kostet ein Mlnneramug 260--608i ein Mtnnerhemd 12—60, ein Paar .Männerstiefel 45- 100,'üuwKraueiikleid 100-600. \ Ort »«blich er M on a t.» h ed a r f (ci.iscrnicDÜth Unterhaltung von Kleidung, Wäsche und Haussait): -Lediger Handwerker 700—800, verheirateter Handwerker ohne Kusder 1800, Handwerkerfamilie von;,""■'' V... ' I ' 1 i >'£ * ''*♦•«»:•. ndän Die Reisenden müssen, sofern sie keine britischen bzw. austra- . tischen Staatsanjjehörige.sind oder keinajr Einreiseeilaubnisscheiii (Permit) der australischen Eiawandetungsbehörde vorweisen können, vor. Antritt der Reise £ 40 bei der SrfuffsgesellscSaft einzahlen. Dieser Betrag wird den Passagieren r*ach genehmigter Einreise im Bestimmungshafen aurüclivergütet. ■ J , Nach der Jahressratisfik .-für-« Überseewanderung, die, durch das Commonwealth Bureau, of. Census änd Statistik veröffentlicht wurde, kamen 193Î3 10 749 Einwanderer an gegen 9868 im Jahre.. 1932, und 12221 reisten zu ständigem anderweitigen Aufenthalt ab gegen 14 686 im Jahre 1932.' -Von den 10.749 Einwanderern kämen 3473 aus Großbritannien (32,3,o/o), "2918 (27,1 o/o) aus europäischen Ländern. 1697 (153*«) aus "Neuseeland, 1341 (12,5 o/o) aus asiatischen Ländern, und der - Best aus Mittelamerika, Südamerika, den Inseln des Stillen Ozeans, den Südseeinseln usw. Von den Emigranten gingen 5922 (48,5 */o) nach Großbritannien, 2102 (17,2 o/o) nach europäischen Ländern, ' 1520 {12,4ytf nach asiatischen Ländern, 1245 (10,2 o/o.) nach Inseln en Ozeans- und der Südsee, 1183 (9,7 o/o) nach Neu- und der Rest nach anderen Ländern, on den 5740 männlichen Einwanderern werden 30,3 °,o fixiert unter Landwirtschaft und Minenbau, 12,5 °/o Gereibende, 11,8 o/o freie Berufe. 11,6 °/o Handel und Finanzder Beat Transport und Verkehrswesen,' Dienstpersousw. * . . . -' Die Wirtschaftslage des australischen Bundes (Coininonwealth of Australia) hat sich verbessert. Der dreijährige finanzielle Reformplan hat schon seine F rächte getragen. Dieser Plan sah eine Reduktion, von Regierungsausgabcn in jeder Form mit Ausnahme von Zinsen,und Tilgung der äußeren Schulden »or. Die ffiniA innere Schold w unie erfolto-eirli konvertiert. \ II r ganze innere Schuld wurde erfolgreich konvertiert., sozialen Dienst«, ehischl; der Alters-, Invaliden- und "Sogar Soldatenpensionen, wurden in Mitleidenschaf t gezogen; Löhne und Gehälter wurden um»^—30 % herabgesetzt. * j Australien ist außerordentlich dünn bevölkert; es tauchen daher Siedlungsprojekte verschiedener Art auf. Die. Reich* stelle, für das Auswanderungswesen bringt darüber u. a. folgende Mitteilungen': . ■ ' ■ Die Bevölkerung des Nordterritortums betrüg am 30.6.1932: 4519 Personen, von denen 2950 Europäer, 687 Asiaten, 852 Mischlinge und 60 anderer Abstammung sind.-Von den 287056 Quadratmeilen «Nordaustralicns sind 156000 Quadratmeilen Unter *. ■ ' ' M '•••». ' »' '. ■ . » .— 1