Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 64 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6492417-6348840-6349425--278-4920473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
kann man auch mit weniger auskommen, wenn man zunächst, ' d. h. im \nfang, * ine Farm parfit et. Hat man aber kein Geld lur Verfügung, su hat ex kaum Zweck, «ich diesen Beruf zu erwählen, denn wenn-die Ausbildung beendet ist, so gibt es für den Betreffenden nur ein* Möglichkeit, sich zu ernähren, und zwar als Farmarbeiter oder im beaten Falle ab Farmverwal 1er. Schlechter noch ist die Auasicht für andere Berufe, seien es nun kaufmännische Stellungen oder gar Betätigung als Handwerker. Die wirtschaftliche Lage des handes ist augenblicklich so schlecht, daß Neueinstellungen fast gar nicht vorgenommen werden, wenn aber, "dann, werden meist solche Kräfte vorgezogen, diihier heimisch sind. Dazu kommt, daß die deutsche Sprache nicht genügt, sondern daß jeder in diesen Siellungen Titige wenn auch nicht Africaans, so doch auf aUe Fälle Englisch fließend beherrschen'muß. J. yffT njngon im »« unhffdingt wichtig jedem, der die A . J ' \: \\ Europäer ' ■ Asiaten und Goanesen Eingeborene von arideren - Ländern als Ostafrika.; Uganda, Sansibar, Sey-* chellen, China, Arabien, Somaliland ', " 1931 592 1024 108 . 1932 »4 720 106 Tanganjika, Teil des. ehemaligen deutschen Schutzgebietes Deutsch-Ostafrika steht unter der Mandatsverwaltung Englands. Tanganjika liegt südlich des Äquators in den Tropen. Malaria. Schwartwasserfieber.'Ruhr und andere Tropenlurankheiten kommen überall vor. Die höher gelegenen Gebiete sind gesünder, -die'eigentlichen besiedelten Hochländer zum Teil völlig malariafrei und gesund, so daß ein Weißer dort körperlich arbeiten kann. ' ~"; ' - .* Absicht hat, nach Südwest zu gehen, wiederholt zu sagen, daß das Gold hier nicht auf -der Straße zu findqn ist, sondern daß jeder, der sich auch nur kümmerlich übex Wasser_ halfen will, schwer, aber sehr schwer arbeiten muß." Von . einer eingesessenen jüdischen Persönlichkeit in Wjnd- « huk erhielten wir im April nachstehende Informationen: „Hier bestehen die besten Möglichkeiten für Land» irtc. k besonders jetzt, irachdem wir so prachtvolle Regen gehabt, haben, die den Landwirten für Jahre hinaus von großem Nutzen «ein werden. , Kaufleuten, Handwerkern usw. soll man nicht zuraten, ]iüch hier zu kommen, sie würden entfäuscht sein, — davon haben wir hier ^genügend. Landwirte müßten abef in in d e -; s ten s éih. Kapital von rund £ 1500 zur Verfügung haben." Z Aus Windhui wird uns noch mitgeteilt., daß der Pehsions- , preis in einem gften Privathaus für. Wohnung und für JPension bu ,u £ 7 beträgt. . ' Jk ' ■ "V.,:X:tZ - . Tanganjika . { Die E i n r e i se ist Deutschen i-seit Juni .1925, der Grund-! er »erb seil November 1925 unter denselben Bedingungen wie alten anderen Ausländern gestattet. Ausgeschlossen Von der Ei n - Wanderung sind neben kranken oder mit geistigen-Gebrechen Ts. behafteten Personen u.a., wer nfclit imstande ist, sich -selbst oderseine Angehörigen zu erhalten oder vermutlich in diese Lage geraten wird. ■ Der Visumrwang ist für Deutsche aufgehoben. Die Einreise wird in der Hegel von der Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, des Gesundheitszeugnisses eines beamteten Arztes und dem Nachweis eines hinreichenden Barvermögens abhängig gemacht. An Stelle des Barvermögens kann auch ein möglichst im Tanganjikagebiet beglaubigter Anstellungsvertrag oder .die Bürgschaft einer 'angesehenen Firma oder Einzelperson dVtselbst treten..___ Für jeden Erwachsenen müssen bei der Landung als Sicherheit 100 £ (Papier), für jedes weitere Familienmitglied 50 £ (Papier) hinterlegt werden. Dieses Depot bleibt in den Händen der britischen Behörde, bis der Einwanderer eine feste Stellung; gefunden hat, die ihn ernährt und der Arbeitgeber für ihn Garantie übernimmt, oder bis er Eigentum. erworben, 'oder «1er- Nachweis, vorliegt, daß das Unternehmen des Einwanderers gedeiht. Das Depot wird nicht verzinst, die Rückzahlung ist an keine Zeit gebunden. Die Einreise wird zunächst auf ein " Jahr erteilt, späte^ wird Dauererlaubnis'gegeben. — Es gilt die ostäfrikanische Schilling-Währung, ein Schilling ist in 100 Cents eingeteilt. Der ostafrikäiiische Schilling hat die valutarische Entwertung des englischen Pfundes mitgemacht. Nach einer Auskunft dès Jsteatise"krctärs für die Kolonien. Cunliffe-Lister,"in der Parlamentssitzung vom 6. Juni betrug die Gesamtzahl britischer und deutscher Einwanderer in das Tanganjikagebiet unter Ausschluß von Beamten und Besuchern vom Jahre 1929—1933: 1470 Briten, 1226 Deutsche. Der Ko- .-. " lonialminister fügte hinzu, daß die Mandatsregierung nicht in, der Lage sei, Immigranten vejn 'irgendeiner besonderen Nationalität spezielle Förderung zu gewähren. Dir Zahl der Einwanderer, denen erlaubt war, bedingungs- * '„loa und auf bedingtes Permit zu landen, betrjigt * ■ ■ * . * T" L< .j1 '' * ' ■ ' . * , 1 » * ,*Jk * . .; >4 i ' . ■ &m > -.. < ' j%/Yf..rj! Das Tanganjikagebiet ist rund 950000 qkm groß und wird von etwa. 3 062 000 Einwohnern bewohnt. 1931 betrug die Zahl der Europäer ca. 8200, die Zahl der Deutschen und Deutschstämmigen wird' einschließlich der, Deutsch-Schweizer auf 1800—2000 geschätzt. Das. Land ist in 37 Distrikte eingeteilt, die in 11 Provinzen zusammengefaßt sind. Die wichtigsten Eingangshäfen sind Dar' es-Salam, Tangs und Lindi. Das Gebiet am Kilimandscharo jsl durch die Rihn Tanga.-.Mrwhi-—Armha m erreichen. DfrTrh die i Verbindungsbahn von Moshi nach Voi ist es auch an die Uganda' bahn in der Kenia-Kolonie und dadurch an den Hafen Mombassa angeschlossen. » - - ' T '*' Die Mitte des Landes wird durch die Mittellandbâhn Dar-es- Salam—Tabora—Kigoma Um Tangahjikasee dem Weltverkehr erschlossen.; . . ." -. Regierungsland wird nach den britischen Gesetzen nur verpachtet (.leasehold), nicht mehr verkauft Ira freien 'Eigentum (freehold) stehen nur die ehemals deutschen Grundstücke. Die wichtigsten E*pprtkulturen sind . (nach' dem Wert .geordnet); Sisàlhanf, Kaffee., Baumwolle, Erdnüsse, Haul.'. Kopra-' und Getreide -(vorwiegend Reis). Von diesen stammen' 'Hanf gahz, Kaffee und Kopra teilweise, Baumwolle ein wenig aus Europierbetrieben. Daneben wird fijr Eingeborenenverpflegung gebaut.- Die'Gewinnung von Kautschuk ist nicht" mehr lohnend. Auf Jen 'Südwestliehen Hochländern wird neuerdings » Tee mit ' Erfolg 'angepflanzt'. Auch mit der Mandelkultur ist begonnen worden. Die Hochländer ^- drei Viertel von Ostafrika liegt über .1000 m hoch — sind, soweit nicht Tsetse herrscht, für ' Viehzucht geeignet Neben Rindern werden ' Kleinvieh, Schweine, Geflügel und Bienen gehalten. .Doch ist die gemischte ' Farmwirtschaft zum Teil noch in den Anfängen. Die Aussichten für Fariner und Pflanzer sind 'nicht ungünstig, sofern sie genügend preiswertes' Land bekommen können. Die Arbeitslöhne, die noch vor wenigen Jahren rußerordentlich hoch waren, sind teilweise auf die Hälfte, teilweise sogar auf ein Drittel der früheren Sitze gefallen, so daß Ostafrika -jetzt. ' zu den Ländern mit niedrigen Eingeborenenlöhnen zählt. Für ein Pflanzung«unternehmen sind 35000 bis 40003 RM. .die alleräußerste unterste Grenze der verfügbaren Mittel. Neulinge brauchen mehr. Wer das Land teuer kaufen muß, muß mit entsprechend mehr Kapital rechnen. Für einen reinen Farmbetrieb auf Land, das von der Regierung gepachtet wird, sind mindestens 2O000 RM. erforderlich. Die Arbeiterfrage ist geregelt. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß die Deutschen, soweit sie aie „Neger richtig behandeln, ausreichend Arbeiter bekommen. Im Verkehr mit den" Eingeborenen ist die JSuahelisprache Mittler, die Erwerbimg von' Kenntnissen in dieser ' Sprache ist dringend nötig. k Die Aussichten für nicht selbständige Einwanderer sind sehr ungünstig. Gegen die indischen .und goanesischen Handwerker können Weiße schwel—ankommen, pie Stellungen auf den Pflanzungsbetrieben als Maschinisten usw. sind besetzt. Nachfrage nach/ Handwerkern ist gering.. Vor einer Ausreise auf Geratewohl muß dringend gewarnt werden. 'AI Defy Kleinhandel liegt in den Händen von'Indern, die sum Teil adeh größere Handelsunternehmen betreiben. ■ Für den selbständigen Großkaufmann wie für den kaufmännischen Angestellten sind die Aussichten i ungünstig. Kaufmännisches Personal i*L reichlich* vorhanden* Die Gehälter weißer Angestellter fangen infolge des Überangebot« an Kräften schon mit 100 sh bei freier Wohnung, an. 250 bis 300. sh Monatsgehalt gelten als normale Bezahlung; Ohne einen.-festen Vertrag von lim