Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 56 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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Weisen, Genie, Kokosnuß, Tee und Zuckerrohr; in geringerem . Maße werden u. a. gewonnen: Hafer, Kartoffeln, ätherische öle, ' Erdnüsse, Kassa wa, Bohnen, Erbten, sowie alle Art Obstfrüchtc. Es gibt Regierun gs-Versuchsf armen in fabele und-Nai- >asha und ein tierirztliches Laboratorium in Nairobi. Im Mai 1931 sagte der Vertreter der Handelskammer von Kenia vor dem Joint Committee on Closer Union: leb würde heute keinem raten, in Kenia Landwirtschaft su betreiben, wenn er nicht 3000—4000 £ besitzt, obgleich die erfolgreichsten sogar diejenigen sind, die mit so gut wie gar nichts anfingen. — Im Hinblick auf die letzte Äußerung muß berücksichtigt werden, daß die heutigen Bedingungen sieh sehr wesentlich von denjenigen unterscheiden, die in den Zeiten der Pioniere bestanden. Die akute Depression in der Landwirtschaft hat ein Gutes für. den Ankommenden, der es sich leisten kann,- auf die unvermeidliche Preisbesserung von Farm- und Pflanzungsprodukten tu warten. Viele entwickeile Besitztümer können aus dem einen oder anderen Grunde -unter ihrem wirklichen Wert gekauft „werden. Von einer Persönlichkeit, die seit langer Zeit in Kenia lebt, wurden uns folgende Mitteilungen gemaqbt: Kenia ist em auSeronfcnllich gutes Land mit reichem Boden und gesundem, wennauch tropischem Klima. Das Land? das früher '— iu - Herzls Zeiten — den Juden zur Verfugung gestellt i«t, ' ist dann von jungen Engländern besiedelt worden, die große Farmen errichteten und deren Kaffeeplantagen reichen Ertrag liefern. In Kenia wichst der . beste Kaffee der Welt, ferner "gedeihen dort Weizen, Gerste, Mais und Sisalpflanzen. Landwirtschaftliche Aussichten bestehen nur im Anbau von Kaffee, wozu jedoch ei» Kapital von mindestens 4000—5000 £ erforderlich ist; mit kleineren Mitteln ist nichts anzufangen. Eine andere Ur»!Wirtschaft kirne nicln-in Frage. In den letzten 8 Jahren fiel kein Regen, so daß die Darre den Kaffee nicht genügend ausreifen ließ. Im leUten .Jahr., ist Jedoch wieder Regen gefallen, so daß die Aussichten für den Kaffeeanbau günstiger sind. " ' ^Jf Die Hauptstadt Nairobi hat sich in den letzten 80 Jahren so entwickelt, daß sie eine große moderne Stadt ist, asphaltierte Straßen,. Wasserleitungen, elektrisches 'Licht usw. besitzt. — In Mombessa leben jetzt zirka 2000 Europier. , -? Durch die Presse ging die Nachricht, daß durch jüdische Kreise in Kenia der Plan der Ansiedlung von tausend jüdischen Familien in Oftafrika — Kenia, Uganda und dem T an ga ttjik a gebiet — in Vorschlag gebracht worden sei. Es ist - demgegenüber die Erklärung abgegeben worden, daß die dafür in erster Linie in Betracht kommende jüdische Organisation in England von, solchen Vorschlagen keine Kenntnis* habe, und daß. — abgesehen von anderen Gesichtspunkten' ' — die Kostenfrage' den Plan schon -als reizlos erscheinen lasse. . Wenn eine Sache wesentlich in Ostafrika sei, so sei 'es, daß die europäische Ansiedlung von der rechten Art sein müsse, daß kein Schritt unternommen werden tollte, der nach Ottafrika die schweren Gefahren einer „poor white" Bevölkerung bringen könnte. Auf Grund obiger Nachricnt erfolgte auch eine Interpellation im englischen Unterhaus, ob der Minister für die Kolonien die Frage geprüft habe, und wie seine Einstellung zudem Plane sei. Der Minister erklärte, daß ein solcher Plan noch nicht vorgelegt worden sei. Bemerkt sei noch, daß von einer Stelle in Nairobi selbst gegen Ende v. J. die Mitteilung gemacht worden ist, 'daß nach erfolgtem Zuzüge von einigen wenigen Personen in Nairobi zurzeit weitere Existenzmöglichkeiten dort nicht,zu finden seien. Einw Asiaten» Farbige -K 1930 bit 1932: 1930 . (B^4v*^i.i ■•■ '/ 3083 191 63 - 33 e>' 1031 J932 1673 * •-13$ «6 19 '1 204w 91 84 12 3 370 " 1893 1391 .1930 1931 1932 3618 1673 . - 593 33 29 22 2 940. 2889 1855 Rhodesien Süd-Rhodesien: 389174 qkm.- Hauptsta.lt: Salisbury. 9700 Weiße) - 7 Bevölkerung. Zensus 1931: Europäer .49910, Asiaten 1700, Farbige 2402, Eingeborene 1055000, insgesamt: 1 109612. Währung: Zu Beginn des Jahres 1933 nahm Süd-Rhodesien eine, eigene Mctallwährung an, aber es zirkulieren noch Sterling, von England und der Südafrikanischen Union, Gold-, Silber- .und Kupfermünzen. Klima: Süd-Rhodesien liegt in der Sommer-Regen fallzone. Normalerweise -CTïlMAt/sich die RcaCnsaison von Oktober his Ende Märt. l)ïé Zeit von Oktober -bis Dezember ist durch lokale- Regengusse .charakterisiert, die Zeit vom Jahhar bis März durch 'allgemeinen Regen, der sich über weite Gebiete erstreckt. Die Zwischenräume zwischen den Regenperioden sind kurz. -Sie dauern selten bei normaler Saison langer «1» «tue Woche. Wanderung von Afrikanern ist nicht mitgerechnet Auswandererstatistiken existieren nicht. Schätzungsweise belief sich die Zahl der Emigranten 1930 auf 2250 Personen, 1931 auf 1260 Personen und 1932 auf 925 Personen. Nach Angabe des South and East African Year book für 1934 ist es für Siedler ratsam, sich wegen spezieller Informationen zu wenden an: „Emigrants' Information Office, 31 Broadway, Westminster London, oder an den High Commissioner for S. Rhodesia, Crown House, Aldwych, London W. C. 2; für Nord- Rhodesien an The Crown Agents for the Colonies, 4, Millbank, Westminster ■ S. W.; da Erleichterungen'jederzeit der Zurücknahme oder Änderungen unterworfen sind. Nord-Rhodesien: 745760 qkm. Bevölkerung 1932 schätzungsweise Europäer 10553. Zensus 1931: Asiaten 176, Eingeborene geschätzt 1382705. ' Klima. -Das Klima von Nord-Rhodesien, außer in den niedrigliegenden Teilen, ist subtropisch. Die Temperatur währepd der Wintermonate April bis August ist gemäßigt In den niedrigliegenden Teilen ist die Mitteltemperatur 70 bis 90° Fahrenheit . und auf "dem Plateau 55 bis 75°. Bei genügender Vorsicht haben Europäer .wenig für ihre Gesundheit zu fürchten. Die trockene Jahreszeit datiert von Mai bis September und die nasse vom November bis März, wo 70 bis 90 o/o des Regens fallen. Einwanderung: Europäer: ., Asiaten: Afrikaner: In einem Inforrnationszirkular des obersten Immigrationsbeamten in.Bula.wayo (Süd-Rhodesien) für Immigranten und Besucher wird folgendes aus der Verordnung 7 von 1914, amendiert, mitgeteilt: : ' ■ . , K S>ek tion. 2; , . ■ . ■-- Folgende in 'nachstehenden Unterabteilungen bezeichneten Personen, die in die Kolonie einreisen, oder in aie.eingereist sind, sollen zur Ein- > Wanderung-' nicht zugelassen werden. ^♦1 1. Jede Person oder Klasse von Personen, die vom Gouverneur aus wirtschaftlichen Gründest oder wegen des Lebensstandards oder der Lebensgewohnheiten als unerwünschte Einwohner erklärt . werden. 2.'Jede Person, die wegen mangelhafter Erziehung unfähig ist, eine europaische Sprache zur Zufriedenheit eines Einwanderungsbeamten—eu lesen und zu schreiben oder im Falle einer Berufung an einen Magistrate's Court zu dessen Zufriedenheit; für die Zwecke dieser Unter- .abteilung soll Jiddisch als europäische Sprache betrachtet werden. 8. Eine Person, die a) zur Zeit der Einreise der Öffentlichkeit wahrscheinlich zur Last fallen wird, oder b). wenn sie bereits eingereist ist, vor Erwerb der Niederlassung in der Kolonie der Öffentlichkeit zur Lift gefallen ist, wegen geistiger oder körperlicher Schwäche, oder weil sie nicht zum eigenen Gebrauch ira . Besitz genügender Mittel ist, sich selbst au unterhalten und diejenigen von ihr abhängigen Personen, die sie mitbringen soll öder in die Kolonie mitgebracht hat >■ " 4. Jede Person, die nach einer Information von irgendeiner Re- . gierung, britischer oder fremdländischer, durch offizielle oder; diplomatische Stellen von dem Gouverneur" als unerwünschter Einwohner oder Besucher der Kolonie erachtet wird. ' •, ' ' 6, 6, 7, 8. Es folgen Angaben über Krankheiten, sittliche' Ver- J fehlung, Verbrechen, politische Vergehen, die Ausschlußgründe bilden. 9. Jede Person, die aus der Kolonie wegen irgendeines Gesetzes verwiesen worden ist, wenn sie nicht .im Besitz einer gültigen Ermächtigung ist, nach der Kolonie zurückzukehren. ' _ K. . ''• . ~ -) r - - 1. Die Prüfung van Immigranten nach Süd-Rhodesien wird an den Ewtrittshlfen in" tue Kolonie bei ihrer Ankunft - ausgeführt und über die Zulassung, wird demgemäß bestimmt. Erklärungen müssen- .oll. * vervollständigt werden, und der Einwanderer oder Besucher nach Süd- ' IHiöcteslnr muß solche Nachweise liefern, die darüber verlangt Werden, daß er die Erfordernisse des Gesetzes anfüllen ~kann. 9. Die Vorzeigung fines unahgelaufenen Passas oder aines anderen anerkannten leWilitsdokuinantt» kanu gefordert werden, und Referenzen a, Tsrlangt, dem Einwanderungsbeamtsn ausgehändigt werden. I #