Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 55 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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. .» \t ' ,-• :\4 \ , ■ c visierter. Auszug aus dem Strafregister urid ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis gefordert. Reisende haben den Betrag für ' die Rückreisekosten vor ihrer Ausreise der Schiffahrtsgesellschaft iu ubergeben oder beim Einwanderungskommissar zu deponieren^ .. Die Einwanderungsbehörden sehen von tier Hinterlegung —einer Sicherheit dann ab. Wenn der Reisende durch einen von dem Gouverneur gegengezeichneten Vertrag nachweisen kann, •daß er bei einem angesehenen Arbeitgeber Anstellung gefunden hat, und daß dieser fur die Kosten der etwaigen Rückreise aufkommt Der Betrag der eingezogenen Sicherheit für die Heirobeförderung wird nach einem > Aufenthalt von zwei Jahren bzw. beim Verlassen der Kolonie dem Reisendea-surückvergütet. — Auf Grund von Informationen von der Gesellschaft H ice m machen wir nachstehende Angaben: Die beiden Kolonien sind in der heißen Zone gelegen; der Europier widersteht dem ziemlich gut, wenn er sich gewissen hygienischen Vorschriften inpaßt; er muß jedoch periodisch nach Europa zurückkehren, alle 2 oder höchstens 3 Jahre, uro seine Gesundheit wieder herzustellen und Kräfte für einen neuen Aufenthalt sammeln zu können. Handelsbedingungen: In diesen Kolonien gibt es große Firmen, die-niit Kapitalien arbeiten, die sich auf Millionen belaufen und die besonders importieren und exportieren und en gros und en detail verkaufen und einkaufen. Es existieren auch bescheidenere Etablissements, und es gibt sogar kleine Handelstreibende, die an Ort und Stelle bei den großen Handelshäusern einkaufen, um an ihre Kundschaft en detail su verkaufen. Kolonisation: Die französischen Regierungen geben Konzessionen für ländliche Terrains, die außerhalb der festumgrenzten und der in Bildung begriffenen Zentren liegen und die zur landwirtschaftlichen oder industriellen Ausbeutung bestimmt sind. Diese - Konzessionen Können sich von 20b ha bis mehr als 10000 ha erstrecken.- Der Konzessionierte ist obligatorisch'verpflichtet, die Installation und die Ausbeutung innerhalb' der sechs Monate anzufangen, die dem Datum des Zuteilungsbeschlusses folgen. Am Ende des -fünften Jahres muß er seine Betriebsaufnahhie nachweisen, die besteht, auf dem Zehntel der bewilligten Oberfläche sei es in der Schaffung ergiebiger Kulturen, wie Kaffee, Kakao, Pfeffer, Palmen, Kaut-, schult usw.; sei es in der Herstellung dauernder Installationen auf dem Boden, die. dem verfolgten Zweck entsprechen jund eine bestimmte Ausgabe pro Hektar darstellen, deren' Höbe durch den KonzessionsbeScliluß bestimmt . ist Nach offizieller Feststellung'dieser-Inbetriebsetzung, einer Feststellung, die der Betreffende jederzeit fordern kann, wird ihm der definitive Besitz des Terrains zugesprochen; der Besitztitel wird ihm i'edoeh erst zugestellt, nachdem er außer den Registtierungsosten eine Summe ■gezahlt hat, die ■durch den Beschluß der provisorischen Konzession bestimmt ist Außer den Kakao-, Kaffee-, Kautschuk-Kulturen zieht man noch Rizinus, der sofar zwei Ernten im Jahr gibt Die Transportkosten, die die Proukle Franz. West-Afrika»; belasten, erlauben gegenwärtig nicht, gegen die fremde Konkurrenz zu kämpfen, jedoch können die ständige Verbesserung der Verkehrswege und die Notwendigkeit, in der rieb die Metropole .befindet, bei den Kolonien Rizinus zu bestellen, der unentbehrlich ist, in Zukunft dieser Kultur ein neues Interesse gelten. Man muß jedoch hervorheben, daß gegenwärtig die vorherrschenden und lohnenden Kulturen bleiben: Kaffee, Kakao, Kautschuk, die erst im Vorlaufe von fünf ' Jahren eine Ernte zu geben anfangen. Da die Ertragszeit der Kulturen ziemlich lang isjV muß der zukünftige Kolonist über ein genügendes Kapital verfügen, um die Etablierungsausgaben leisten zu"können (Installation, Urbarmachung, Pflanzung usw.) und um ohne wesentliche Erträge. die ersten Ernten abzuwarten.. Er muß auch mit Risiko rechnen, Naturelementen, die Bauten zerstören, und Pflanzungen vernichten können, Kurssenkungen, Krankheiten usw. |, Man rechnet im aHgemeinen, daß der Kolonist fiber ein Kapital von einigen 100 000 Francs verfügen muß, bevor *er von der Regierung eine Konzession nehmen kann. Wir entnehmen einer Zuschrift aus einem Ort Frans. Westafrikas folgendes; 1 ' Sie wissen wohl sicher, daß heut« Rizinusöl «in sehr gesuchten \ Produkl aui*allen Markten ist. Zumal « heute hauptsächlich für i , 2 . ' - V-1 -, ' r»- ■[ ' ■ ' -1 ''■•'—*«J .'. ■ , ■ ■ ' •''.; » a ■ . oTpfS'. \ ■ ,< •■ . ' M^' il b. V Y''\l .': Aviation Und militärische Zwecke Verwendung findet'. Zum Glück existieren noch keine Plantagen J>ier, und werden wir tadellose Erfolge errislsn können, zumal nicht wie beim Kail«« man vier Jahre auf die erste Ernte warten muß/sondern sie schon nach sechs Monaten — also zwei Ernten pro Jahr — erreicht. Sie können es sieh selbst ausrechnen; wenn Sie sehen, daß man auf érnen Hektar folgende Ernte erzielt: 1 Hektar ergibt 2000 Kilo Rizinuskömer, dies sind ca. 1000 Kilo Rizinusöl. , Verkaufspreis für 1 Tonne Körner: 960 fr. très. Verkaufspreiz für 1 Tonn« öl: 8750 fr. fres. . . .. Weiter brauchen Sie 3000—4000 RM. Kapital. WeiBe (t—2J und Khaki-Drillichanzüge, mehr Hosen als Westen, Sporthemden, Tropenhelm, feste und laichte Schuhe, und wenn möglich, ein Paar höh« Reitstiefel,' Regenmantel, Pullover, Bettwäsche, Wolldecke, die nötigen persSrtlicheh" Töüetlen^gertsttnde. Haben Sie Photo- '•" sowie" Phonoapparat,*sowie, ein Jagdgewehr, dann bringen Sie .es ebenfalls mit; wenn nicht vorhanden, kaufen unnötig. Am besten alles in Blechkoffer verpacken: ... Sie müßten mal Vater sehen, wie tadellos er dieses Klima vertragt, braun und verbrannt steht er uriter den arbeitenden Negern mit kurzer" Hose, Sporthemd und Tropenhelm. Ebenso mein Mann. Für jede Handreichung sind Neger da, Koch und Servierboy. Wenn Ihnen nun dieser Vorschlag gefallt, und wenn Sie vorziehen, in Ruhe zu leben und Farmer werden wollen, können Sie (ich meinem Mann, der * in Ihrem Alter ist, anschließen. . . . Die Fahrt ins Innere gibt Ihnen einen rechten Eindruck ton der Wildnis, es gebt durch Urwald und weite Grasebenen. ... Kenia (Kenya) Die Einwanderungsgesetze von Kenia sehen die Deponierung von £ 50 vor der Landung vor, wofern die Einwanderer nicht a) zu einer bestimmten Arbeit auf einen gesetzlich abgefaßten Kontrakt kommen; b) eine Bürgschaft, für sie von einer angesehenen Person unterzeichnet Wörden ist-, die, in der Kolonie wohnt (die Bürgschaft muß in 'Händen der Immigrationsbehörde vor der 'Ankunft der Immigranten sain); c) Personen sind, die von der Regierung beschäftigt werden; i) in einer Position sind, daß sie die Einwanderungsbehörde überzeugen können, daß sie finanziell gutsituiert sind, und es unwahrscheinlich ist, daß' sie. Arme werden 'oder der Oeffentlichkeit zur Last fallen. Wir ergänzen die Angaben, die wir über Kenia in unserem Korrespondehzblatt vom Oktober 1933 gebracht haben'.. Die Bevölkerung betrug nach dem Zensus yon 1*31: -Europäer 16 885, Inder 39609, Goanesen 3959, Araber 12162, andere 1345, Eingeborene 3 033277. " Unter, einer Höhe^vqri 4500 Fuß herrscht Tieflandklima, Moehlahdklima umfaßt den"-Rest des Landes. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß das erstere in einer Gegend herrscht, wo Europäer,korge tragen müssen, .ihre Gesundheit zu behalten und zu periodischem Luftwechsel fortgehen müssen, und wo die Bedingungen zum Aufziehen " von Kindern ungünstig sind. Die Küstenländer sind gesünder als die Regionen unmittelbar hinter ihnen, aber sie sind tropisch, und in -manchen Teilen keinesfalls gesund. Gegen Norden nimmt der Regenfall ab, und das Klima' ist vom gesundheitlichen Standpunkt besser. Das Tiefland liegt im Osten (der Küstenseite) una im Westen (der Seenseite) des HocWandes. ' f Im Hochland ist das Klima im allgemeinen gut und kann kurz zusammengefaßt als gleichmäßig mit regelmäßigen Jahre» zeiten bezeichnet werden. Malaria ist vorhanden; Lungenentzündung ist eine der emstesten Krankheiten. In Nairobi, der Hauptstadl, 5452 Fuß hoch, bringt die Sommerzeit,-Dezember—Marz-, heiße Tage, aber kühle Nichte, während in der Wintersaison "die Tage kühl sind und die Nächte kälter; in größeren Höben z. B., wo die .Eisenbahn 8321 Fuß erreicht, ist es Nachts sehr kalt, und ( es kommt Frost vor. Das Hochland, wo die meisten europäischen Niederlassungen liegen, ist im Norden und Süden parallel zum Äquator.. Es sind zwei Regenzeiten : kurze Riegenfälle im Oktober/November,- lange März — Mai, Zeiten, die erheblichen Distriktschwankungen unterworfen sind. \\ - ~. Cnter der Bewirtschaftung von 2T07 Europäern standen 1933 613 557 Acre«. Der landwirtschaftliche Betrieb; .der Eingeborenen wächst und trägt bereits in bemerkenswerter •>Weise l»u dem Export bei. Die Hauptpflanzen sind gegenwärtig: MÜs, Sisal, Kaffee, V i-jd i r... h V i •■ 55