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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1934-08-01 · August 1934 · p. Seite 54

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1934. Bestand UB Ffm
Issue
August 1934
Date
1934-08-01
Page
Seite 54 (sequence 56)
Language
German
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50000 Angolares nachweisen, wenn er sich als selbständiger Kaufmann, Industrieller oder Fanner niederlassen will, biw. einen einwandfreien AnsteUungsvertrag vorlegen können, falls er in der Kolonie im AngestelltenferhSitnis leben wiü.'< Angola einschließlich der Exklave Cabinda liegt an der Westkaste Afrikas zwischen dem 5. und 1£L Grad ^südlicher - Breite,' also völlig in den Tropen. Angola umfaßt 1 253tf75 <)kra. ist also 2>/s mal so groß als das, Deutsche Reich vor dem, Kriege. Die Zahl der Weißen und Mischlinge wird auf 30 000 geschätzt, vorwiegend Portogiesen. Deutsche sind etwa 450 in Angola ansässig. Die Deutschen haben sich, soweit" sie sieb "der Landwirtschaft widmen, vorzugsweise in^^vj Bezirken niedergelassen: < f \ a) fan Gebiete der Bahn Loanda—Malange (ilOtTm hoch, 500 km von der Küste)", zum Teil in der Nähe, der Bahn, tum Teil östlich.von Malange; b) im LiboUohochland (südlich des Cuanza, um Calulo herum, 300 km von Loanda entfernt); c) "im Ganda-Bezirk an der Bahn Lobito—Benguela—Ostgrenze (südlich „-der Bahnstation Ganda — 1300 m hoch — bis nacb^hicuma und Capala); . d) fan \Dembos-Gebiet, nordöstlich von Loanda, etwa 200 km Autoweg, sowie östlich davon im Encoje-Gebiet _Im Norden, d. h. im Gebiet nördlich des Cuanza, ferner im LiboUohochland und dem Bezirk Amboim beherrschen Kaffee und ölpalme die Pflanzungswirtschaft sjkier kommen' "diese beiden Pflanzen wild vor. Das Klima ist tropisch, Schlafkrankheit kommt hauptsächlich im nördlichsten Ted häufig vor, ferner findet sie sich an vielen Flußläufen von Nord- und Mittelangola; Malaria und Schwarzwasserf^aer sind häufig. Auch in den Höhenlagen von 900 his 1000 m auf dem Hochlande von Malange und dem LiboUohochland tritt noch Malaria ■ auf, wenn auch in gemäßigter Form. Im Gebiet der Mittellandbahn Lobito—Benguela—Huambo^- Bihe—Ostgrenze (1,067 m, Kapspur, 1342 km lang) ist Kaffeebau zum Teil noch möglich/ doch herrscht der Anbau von' Weisen, Mais, Bohnen usw. vor. Auf den Hochflächen wird Viehzucht, " vorzugsweise Rindviehzucht, getrieben.. Doch steht sie noch im ' - Anfang der Entwicklung. Das vorhandene Zuchtmaterial ist geringwertig. Der Absatz ist,noch nient geregelt. Die tiefer . gelegenen Gebiete sind nicht frei, von der Tsetsekrankhejt. In Verbindung mit Ackerbau hat sich die Schweinehaltung ent- . » wickelt Der. Süden wird durch eine 248 km lange Stichbahn (60 cm Spur) Mossamedes— Lubango (1750 m hoch) erschlossen. Auf der Hochfläche ist Viehzucht und Ackerbau möglich. Der ' gesamte Osten ist noch wenig besiedelt Lediglich fan Nordosten ,. am Kassti und seinen Nebenflüssen ist um Dundo herum eine größere Anzahl von Weißen im Diamantabbau beschäftigt Auf bergbaulichem Gebiet ist Angola noch wenig erschlossen. Auch die-Industrie ist sehr gering. Selbständige Handwerker-müssen genügend Kapital haben, um sich, durchsetzen zu können. Das Bedürfnis nach Qualitätsarbeit ist nicht groß, der billiger arbeitende. Portugiese oder Mischling.- wird dem teuren ausländischen Hand wert er meist vorgezogen. Der Portugiese ist vorzugsweise Kleinhändler. Der Groß- ' i händel fordert erhebliches Kapital; portugiesische und ausinländische (auch deutsche) Handelshäuser sind genügend vorhanden. Sie beziehen ihr Personal tus Europa durch faire. Stammhäuser. Auf gut Glück ausgereiste Handlungsgeh i 1 f e« haben keine Aussicht, eine Anstellung zu finden. 'Angola ist vorzugsweise Agrarland. Für Kaffeebau wird - ein Mhides!kapital von 60000 RM. ab-erforderlich angesehen. Es braucht nient sofort alles vorhanden zusein, da Kaffee erst vom vierten Jahr ab trägt, und der Ausbau der Pflanzung zwei bis drei Jahre* dauert Ob sich, die Neuanlage' von Kaffee- -T_n£lanzungen iiirzeit lohnt, «st fraglich. Der geringe Preis des - Kaf-fresv auf dem Weltmarkt hat" auch auf den Absatz des- Ang&lak'affees, del ' meist' zu den billigeren Sorten gehört, ungünstig eingewirkt Zur sachgemäßen Auswahl von Kaffeeland gehört^große Erfahrung. '.' j In der Mitte und im Süden liegt die Möglichkeit vor, mit weniger Kapital anzufangen. Je Dach praktischer Vorbildung in der Landwirtschaft, praktischem Sinn, bescheidenen Ansprüchen an-Lebenshaltung und Mitarbeit der Familienmitglieder kann man mit einer Summe von 25 000 bis 30000 RM. eine Absiedlung wagen. ■ Der Siedler müßte mit einer Jahreskultur (z. B. Weizenl anfangen und allmählich -jZir einer Dauerkultur (Kaffee, Olpumen) Übergeben, sofern sich sein Land hierzu eignet .'--<-, ___ Auf jeden FaU ist es, notwendig, sich Zeit tu lassen, um durch Herumreisen im Lande (bei dem vorhandenen Netz von Autostraßen keine Schwierigkeit) das Land kennenzulernen. Die beste Zeit für Fährten im'Lande sind'die''Endmonate der Trockenheit, Juli bis September. Abgesehen von dem guten »Zustande der Straßen läßt sich dann bei"'Landbelegung das Vorhandensein von ständig fließendem Wasser feststellen. Wünschenswert ist ea, zunächst ohne Frau auszureisen und auf anderen bestehenden Pflanzungen zu lernen. Doch ist es schwer, eine Lehrstelle bei. einem deutschen Farmer oder Pflanzer zu finden. Die meisten Betriebe sind noch zu jung, um jungen Leuten neben der freien Station, wie es in Südwestafrika üblich ist, noch ein Taschengeld zu geben,' sie verlangen meist ein Pensionsgeld von 100 RM. monatlich. Schwierig' fat bisher die Frage der. Besitzt!tel für Regierungsland. Die vorläufige Konzessjon stellt noch keinen endgültigen Besitz dar. Diese Unsicherheit des Landbesitzes zwingt auch zur Vorsicht bei dem Erwerb von Land aus Privatbesitz oder bei dem Fingehen einer Teilhaberschaft. , Die Arbeitsverhältnisse in Angola sind im allgemeinen günstig. J)ie Erlernung der Eingeborenensprache (Kimbundu) ist für einen Pflanzer wichtig. Ein farbiger Arbeiter steUt sich für Kost und Lohn einschließlich «nier Nebenkosten je nach der Gegend auf 800 bis 1500 Angolares im Jahr. Eine .geregelte Absatzorgan it a tlon gibt es in Angola noch nicht. Unsicher ist in Angola die Zoll- und Wirtschaftspolitik. Wesentlich für den Einwanderer ist, daß er Portugiesisch kann und daß er sich der Mentalität der Portugiesen gut. anpaßt , - 7 - ■ ■ t »■''*» '• "'•'.*■ - »"•*..'. *■ v SUtistik " . •In einar Statistik Über Ausländer in Angola finden sich folgende Angaben : 'Ende Dezember 1932 befanden siefe m der Kolonie 1445 Auslinder — 894 mannlichen und 551 weiblichen -Geschlechts —, die sich auf die! einzelnen Nationalititen wie folgt »erteilen: Deutsche 470, Engländer 23g, Südafrikaner 816, Amerikaner 117, Italiener 8t, Belgier 62, Fi-aVuoaen 6*9, Spanier 48, Polen 29, Griechen 29; Brasilianer 28, SchweiZkf ,19, Österreicher 9, Tschechoslowaken 6, Holländer 6, "Russen 6, Serben- 5, 'Schwedin 5, Norweger . 6, Marokkaner S, Chinesen 8, Rumänen 8, Australier 1. Nach .ihrer Tätigkeit werden unterschieden: 237 Pflanzer, 220 Missionsangehörige, 56 Kaufleufe, 50 Ingenieure, 28 landwirtschaftliche Angestellte, 25 Handelsangeslelltc,' 20 Mechaniker, 25 Büroangestellt», 18 kaufmännische Leiter, 20 Buchhalter, 18 Telegraphilten, 10 technische und Handelsagenten, 8 Industrielle, 9 Zimnierleute und Tischler, 8 Unternehmer und Werkmeister, 10 Maurer, 6 Elektriker, 7 Krankenpflegerinnen, 6 landw. Direktoren, 6 Kraftfahrer, 8 Schlosser, 6 Lehrer, 8 Minenangestellte) 5 Rechnungsführer, 4 Putzmacherinnen, 4 Geistliche, 4 Arzte, 3 Fuhrleute, 8 Viehzüchter, 8 Jager, 3 Krankenpfleger, 2 Gutsbesitzer, 2 Lehrerinnen, 2 Uhrmacher, 1 Flieger, 1 Tabaktechniker,, 1 Geometer, 1 Topograph,. 1 Schneider, 1 Photograph, 1 Baggerer, 1 Architekt, 1 Gerber, 1 landwirtschaftlicher Sachverständiger, 1 Maschinenmonteur, 1 Geologe. i| Ober je 60 Personen sind in den folgenden Bezirken der Kolonie;, Bié, Ganda, Huambo, Libollo, Loanda, Lobito, Chitato, CaèonàT, Saurino.;__ ~ . "' *- ■ \ - ' "-'** ■ Nach einer Pressemeldung hat der portugiesische Kolonialminister erklärt', dieportugiesisch*—Rggi-rnng wüH« Vorschläge betreffs jüdischer Massensiedluog nicht in- Betracht riehen, EinzeleinwanaWung nach Angola und anderen Kolönialgebiclen würde, sie jedoch erleichtern. ■~>— .v '■ "v\ '~ . . .'. ' ji t-''' ■ ■ '"'y " » -, V.; Fr»riiö%itcli West- und Mittel-Afrika Franz. W es t-A f tri k a: 4 659 707 qkms Bevölkerung: 14 451600. Weiße: 21 740" <1931).-Safait Louis; 19000; Porto- Novo f 21 700. ff' (, Frans. Mittel-Äquatorial.-Afrika: 2255870qk<n. Bevölkerung: 3 12T707. Städte: Fort-Lamy: 1OO00; Brazzaville 4000: Librevüle": »OD. . *: Paß- und Ein re ise bes t im m u n g en: Außer dem Visum wird ein von. dem zuständigen französischen Konsulat *> TT f . - *T

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