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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1934-08-01 · August 1934 · p. Seite 49

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1934. Bestand UB Ffm
Issue
August 1934
Date
1934-08-01
Page
Seite 49 (sequence 51)
Language
German
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; . - >» . :■ m * , auf «ochs Monat«, Welcher 600 RM. nicht übersteigen darf. Auf Wunsch . bekommt er auch Möbel jmd Haushaltungsgegenstände: Abtragung des L a n d 1 o se « i n k 1 u i i v e der Kredite. r Wer lieh den Anordnungen de» kolumbianischen Wirtichaf ta vertreten fügt, wird aus 'diesem Landlos eis jährliches Einkommen von netto 2600 KM.* garantiert. Von diesem Einkommen muß er zwei Drittel als ,Abzahlung leisten, und zwar in der Form, daß ihm vom Erlös des gemeinsamen Verkaufs seiner Ernte «wei Drittel als Abzahlung, put geschrieben werden,, bis seine Schuld abgetragen ist. Die, Verwaltung der Siedlung geschieht auf (renoasenschaftl^cher Basis. Aus einem Briefe von Ende Januar Nachstehend folgt Auszog eines Briefes, den wir aus Kolumbien erhalten halben; es wird darin su verschiedenen Problemen Stellung genommen: Die Voraussetzung für eine Niederlassung hier istdie, daß die Betreffenden sich keine unnötigen Illusionen machen. Das Land . Kolumbien, ein durch seine unermeßlichen Bodenreichtümer sehr zukunftsreiches Gebiet, nimmt einen immer größeren Aufschwang. Dies hauptsächlich durch das seit kurzer Zeit sich einsetzende nationale Bestreben, dem Land eine viel bedeutendere Industrie zu geben als bisher und es dadurch ^unabhängiger vom Ausland zu machen. Ea sind hier in den letzten Jahren sehr bedeutende Industrien entstanden, z. B.: Brauereien, Tuchfabriken, Fabriken von Baumwollgeweben «Her Art, Glastuid Porzellanfabriken usw. Es ist Platz und Absatz für; weitere Klein- und Großindustrien aller Art. Von sehen der Regierung wie. auch von den Städten und Dörfern, bzw. deren Gemeindevorständen wird Gründern von Neuindustrien sehr, viel Entgegenkomm*» gezeigt. . Die Einfuhr von Maschinen ist sehr billig im Zoll. Besonders aber in der Landwirtschaft und der damit. verbundenen Industrie bietet das Land noch aehr viele Geschäftsmöglichkeiten. Natürlich ist die. Niederlassung und Absiedlung für den Neuankommenden .mit yfclen Schwierigkeiten verknüpft. Vor allem bedarf es vieler Vorsicht. Die Landwirtschaft und deren verwandte Zweige hier zu, betreiben, beruht auf ganz anderen Grundsätzen als in Europa, ganzeinfach, weil es Tropenklima ' ist. —t Die klimatischen Verhältnisse selbst sind hier aehr verschieden. Das Land -hat heißes, temperiertes' und kaltes Klima Die Ansiedhing, 'well unter allen dreien lehr viel gesunde Gegenden; ist überall möglich. Bogota z. B.,.-Hauptstadt Kolumbien», liegt 8400 m hoch und hat eine Durchschnittstemperatur von 14" C. Man lebt dort wie in einer mittleren deutschen Großstadt, hat alle' angenehmen Leberismögliclikei'en. Man lebt frei und ungezwungen.. Der Deutsche besonders 'ist hier im Lahde der beliebteste unter allen 'Ausländern.' . - ' , , *. .' . •<. . Die Lebenshaltung im Lande selbst ist sehr verschieden: Großstadt ■ teurer als flaches Land. In Bogota braucht eine Familie mit fünf Köpfen für ein anständiges bürgerliches Lehen allerhöchstens 100 kol. Pesos; ein lediger junger Mann bekommt eine Pension von 86 kol. Pesos auf wirb. Auf dem Lande braucht .dieselbe Familie -höchstens 90 bis 60 Pesos; das Leben selbst ist viel einfacher, da es "keinerlei Vergnügungen usw. gibt. Ais aehr wichtig ist zu sagen, daß für Stellungsuchende so gut wie gar keine Aussicht ist, auch haben diese bei der Einwanderung sehr große Schwierigkeiten. Es gibt auch hier eine ganze Anzahl Arbeitsloser, darunter auch Deutsche. Streng abgeraten muß auch Kaufleuten werden, die hier ein Handelsgeschäft eröffnen wollen. Dieser' Beruf ist überfüllt, es gibt sehr große Handelshäuser, gut fundiert, der Kleinhandel liegt viel in den Händen, von Türken und Juden aus Polen. — Deshalb, ohne Geld soll niemand hierher kommen, unter. gar keinen Umstanden. Weiterhin sollte jeder. Mann erst allein eine Exutenzmöglichkeit zu schaffen -«««suchen und dann erst seine Familie, nachkommen lassen. Er. hat auf diese Weise mehr Bewegungsfreiheit sunt Suchen eindj Existenz. Nochmals: wer hierher kommt, muß sich ganz anders einstellenals drüben, er muß ohne Klagen auf viele, viele Annehmlichkeiten verzichten, ' dagegen manches Widerwärtige in bezug auf Klima usw. hinnehmen. Also, nur solche u, die gewrJH and befähigt stmt, unter Schwierigkeiten sich eitle neue Existenz tu gründen in einem freien Lande, können hierher kommen, sofern sie ein Mindestkanital von 8000 bis 6000 kol. Pesos — heute ca. 3000 bis 10.000 RM, — besitzen. Die deutsche Reichmark steht ja sehr gut, d. h. 'der kol. Peso ist im Ausland sehe achwach. Für Deutsche ist es ein tbrteü; denn er. bekommt heute ,fQr 1000 RM' ca. 580 kol. Pesos gegenüber früheren Normalzeiten, für 1000 RM. nur' ca. '240, Pesos. Im hiesigen Lande selbst ist der Peso nicht entwertet, d.h., es sind natürlich die impor- , a'b$r andererseits 7 -Güter usw. sind <~ ' ,V~L _ ' _V ':;■,' . i ,.- ,- ' . f:, - Laad wir te. Lente, die Landwirte sind und sich evtl. zu diesem Beruf umstellen wollen, finden hier als Gehilfen und Angestellte' eine sehr schlechte Zukunft. Arbeiter in diesem Zweige verdienen hier höchstens bis zu 7 kol. Pesos im Monat bei freiem Essen und Wohnung^ Dies ist nicht zum Leben undnicht zum Sterben. Dagegen können Leute, die in diesem Beruf tätig sind und'tätig sein wollen-, mit-etwas ' Eigenkapital sich sehr hillig Land erwerben und durch damit verbundenen Vichhandel und Viehzucht sich eine langsame, aber sichere Zukunft aufbauen. Als. Anfangskapital können schon ca. 1000 kol. Pesos, das sind - heute ungefähr oa. 1300 deutsche Reichsmark, in Frage kommen; dies als frei verfügbares Kapital. Es muß aber unbedingt erwähnt werden, daß die Landwirtschaft hier auf ganz anderen Grundlagen als in Europa beruht, und deshalb ein vollständiges Umlernen nötig ist und nur solche Leute" an ein Vorwärtskommen denken können, die gewillt sind, sich Land und Leuten von Grund auf anzupassen. - In diesen Zweig fügt sich ein anderer ein, upd zwar für Blumen- und Gemüsegärtnerei. Diese kommen in der Hauptsache für die Hauptstadt Bogota und deren engste Umgebung in Betracht. Es kann in der UmgebBng für diese Industrie billiges Land erworben oder auch mit. entsprechender Vorsicht gepachtet werden. Der Absatz sowohl von Blumen als auch von Gemüsen ist ein guter1 Und andauernder bei guten 1 Preisen. Hier kann ein kleiner Anfang schon mit 1000 RM. bewerkstelligt werden; dies bei gutem Willen und Sicheinfügen. InduxJ r i e-Z we ige. Auf diesem Gebiete ist hier noch ein sehr großes Feld.. Es würde zu weit führen, Ihnen alle die Branchen anzugeben, die hier in Frage kommen könnten,, und beschränken wir" uns darauf, Ihnen einige zu nennen. * 3*^ Tuch- .und Seide-Fabriken, wozu, allerdings ein gxoßes Kapital notwendig ist, wenn an einen Erfolg gedacht werden soll,, und vor allem Mitbringen sämtlicher Maschinen .und Zubehöre. / Kür Chemiker ist Herstellung von Fruchtweinen ein sehr erfolgversprechender Fabrikationszweig. -£s gibt hier eine ganze Anzahl tropischer Früchte, die sich vorzüglich dazu eignen, ,sfer Absatz ist ein guter, weil gern getrunken, wird Pharma acuten. Deutsche Ausbildung wird hier nur teilweise angerechnet, die Leute müssen hier zwei Prüfungen an zwei verschiedenen 'Universitäten ablegen, die sehr, schwer zu bestehen sind. Als .Angestellter in diesem Beruf kann pin junger Mann, wenn er schon eine Anstellung bekommt, ca. 30- bis 50 Pesos monatlich verdienen, also kaum daa nackte- Lfben. Um sich, in dieser Branche selbständig zu' machen, wird ein Kapital von wenigstens 10 000 $ benötigt. Für wirklich tüchtige Leute, die versiert sind in der Herstellung von Farben, Pflanzenfetten, mit allerdings starkem 'Kapital, bieten sich besonders erfolgversprechende Chancen. -, », . Wir mochten Ihnen schließlich noch sagen, daß,'wenn es sieh'um 'wirkliche Experten auf besonderem 'Gebiete, wie auch, auf den, obengenannten Gebieten handelt, auch' *enn diese kein Kapital barr^ hier eine Existenz werden finden können. —» ■ ' \ ' sc Kolumbien hat wie alht anderen Linder seit Jahren eine furchtbar« Krise durchzumachen; es hat eine Menge Arbeitsloser. Die Löhne ainrf Gehälter sind auf das nlernotwendigste Lebensmaß eingeschränkt. Es muß unUer allen Uniständen abgeraten werden, daß Leute hierher kommen, die Stellung suchen; denn erstens dürfen sie nur unter erschwerten Umstanden ins Land, zweitens finden sie kaum Arbeit. Handwerker. Als Gesellen verdienen sie kaum ihr Loben, sie müssen, wenn sie .sahen Arbeit ' finden würden, zu einem -Lohn arbeiten, der kaum sum Leben ausreicht'. Experten in verschiedenen Branchen können ab und zu unterkommen, aberes ist richtig, für Stellung vor Einwanderung zu sorgen; denn wenn ent hier sind,.- müssen sie der Not halber billig arbeiten. ' Ars te müssen hier.'an zwei Bniversillteri Prüfungen ablegen. Zahnärzten, Dentiste-sf muß sehr abgeraten werden, weil sie sehr schlecht bezahlt weiden.1. ■ ^, Mv. Krankenpflegerinnen können hier.' Anstellung finden, sich ■audi Us>hl mil apaste Kapital «FlliitS—lig machen. tierten Waren aus den veiutastarken Ländern die Löhne und* besonders die Preise für Land, Häu fast dieselben geblieben. -'-;—-—:-u—!—sas* Wir geben nachstehend xwei weitere Schilderungen speziell Ingenieure werden meist kontraktlich von hier aus verpflichtet; Stellung hier* au finden, Unschwer, sehr schwer. '; .Mechaniker, soweit sie sich selbständig machen können, haben Fortkommensmöglichkeiten. . , « ' ' Weibliche Angestellte sind hier sehr schwer unterzubringen, weil die Freuen hier mir erst in wenigen Berufen stehen. Das einzige ' sind vielleicht, außer Krankenpflegerinnen, Gouvernanten. Für diese müßte man für jeden einzelnen Fall hier " durch Bekannte Stellung suchen oder durch Inserate, ' was vielleicht zu einem Erfolg hin und wieder führen könnte. "■'.<• ■ Landwirte. In diesem- Beruf ist eine sehr große Möglichkeit nba/ Bcrufsmöglichkeiten und 'BerufseYfoi^emisse, -vom Jfadi April und Anfang Mai, .von .einer dortiggo Organisation und von einer Persönlichkeit,,-die' in Kolumbien schon einé' Reihe . von Jahren wohnt und selbst, große Terrains besitzt, die sie cb durch Ausbau machen will: industrieller Unternehmungen nutzbar * Y jjOsft '.ür1". ■Mi i-i i. ('■• -v. « * :. . i. i «. A- '. hier, aber keinesfalls für AngesïeîTle; denn hier verdienen diese ca. sieben .Pesos monatlich und das Lefen; dies ist keinerlei Zukunft. Dagegen sind unbegrenzte Möglichkeiten in der Niederlassung gegeben. Die Regierung hat in verschiedenen Landesteilen noch sehr viel Freiland zu vergeben, in anderen Teilen können Land und* Güter sehr billig erworben werden.- Wenn . Viehzucht, Viehhandel damit verknüpft ist, bietet dieser BeAfI sehr viel Zukunft. Ist man ist der Nähe einer Großstadt, kann Butter- und Käseerzeugung damit verbunden werden. Die -40 £ £É m <■>•«., v* '.;-.« V •; \ I ■ ~ ^Ip-Jr i t. •A ' I

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