Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 48 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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r */\. ff. T Ecuador ist eine demokratische und einheitliche Republik mit .einer starken Macht «es Präsidenten. ' Mehr .als die9 Hilf te der Ein wohner ist roter Rasse. Die Regierung der Re mhlik Ecuador würde, wie das Komitee des weiteren mitteilt, die individuelle und Masseneinwanderung europäischer Elemente ohne' Unterschied der Konfession akzeptieren. ' Es besteht kein' Vorurteil, was Ursprung und religiösen Glauben der Eingewanderten betrifft, was auch.die jüdische Einwanderung in sich schließt." •rv . •; >->;!x;1 jBBT J ü d i sch e n Telegraphe.n-Agentur-ist nach-, stehende Mitteilung aus Quito, der Hauptstadt von Ecuador, über Möglichkeiten für jüdische Einwanderung . in Ecuador. zugegangen: ' Die an Naturschätzen reiche, aber Wirtschaftlich noch nicht entwickelte Republik Ecuador besitzt Möglichkeiten für jüdische Einwanderung bestimmter Berufskategorien. Namentlich für Kleinindustrien besteht .weiter Spielraum.* Die jüdische-Gemeinschaft in Ecuador 1st die jüngste und darum kleinste in ganz Südamerika. Meist kommen die Juden nach Ecuador aus der benachbarten Republik Peru. Es wäre zu wünschen, daß die zuständigen jüdischen Institutionen Europas sich für die Möglichkeit einer Einwanderung nach Ecuador - interessierten.;v" Kolumbien Durch Bekf-et vom 18. Dezember 1931 wurde eine Quotenbasis für die Einwanderung von Bulgaren. Chinesen, Griechen. Indien), Libanesen, Litauern' Palästinensern, Rumänen, Russen. Syriern', Türken und 'Jugoslawen festgesetzt und für das Jahr 1932* die Quote für Einwanderer aus diesen Lindern auf je 10 he- . schränkt. Kür die Einreise derselben ist die Genehmigung des Auswirtigen Amtes in Kolumbien erforderlich. Personen dieser Staatsangehörigkeit, die wenigstens drei Jahre in Kolumbien gelebt haben, und die Elfern. - Kinder. Gatten oder Gattinnen solcher Personen wuideti der'Quote nicht unterworfen; die vorerwihnten_r Familienmitglieder sollten jedoch nicht zugelassen werden, .wofern nicht der Nachweis geliefert würde, daß das bereits in Kolumbien wohnende Familienmitglied imstande sei, sie zu unterhalten. —. . . . ]« '* ' v Bei der Landung sind 200'amerikanische Dollars zu deponieren, die nach einem Jahre oder beim Verlassen des Landes früher zurückgezahlt werden. Von der Beibringung des Landungsdepots sind bestimmte Kategorien befreit; u. a. Passagiere, die im Besitz, eines Min einem kolumbianischen Konsulat beglaubigten Arbeib¬ oder Anstellungsvertrages sind. ' Die Visumgebühr für einmal ige Einreise innerhalb 6 Monaten beträgt 2 Golddollar. Die Beglaubigung der erforderlichen Papiere,. Führungszeugnis,* Gesundheits-Attest, Impfschein, beliuft sich zusammen auf eiltet» Golddollar. •••*» Die Entwertung des Dollar hat auf die Wirtschaft Kolumbiens einen großen Einfluß ausgeübt. Da die Vereinigten Staaten zirka 85»/« der kolumbischen Kaffeeernten aufkaufen, mußte Kolumbien zwangsläufig auch die eigene Währung ab- ' gleiten lassen, uhi den großen Abnehmar »eines Haiintaiiftitihrartikels nicht zu verlieren, und hieraus entstanden große währungspolitische Schwierigkeiten. Mit den entwerteten Dollars ■ konnte den Anforderungen des Imports picht mehr., genügt werden, und schon im September v. J. hatten die unerledigten Devisengpsuche eine Gesamthöhe von 8 Millionen Dollar 'erreicht. Um ein weiteres Steigen dieser Summe zu verhindern, führte, die Regierung ojm »balbfrelen" Devisenhandel ein, und es ,gelang durch die hierdurch verursachte Verteuerung-der ausin ildischen Währungen, den Import erheblitth einzuschränken. Dre» Bemühungen Kolumbiens, die .in früheren Jahren übern .. . jj. . : : .-I . p Der Haupteinwand, daß Kolumbien ein tropisches Land ist,; kânn leicht widerlegt werden :■ Kolumbien hat eine Oberfläche von 1236-214 Quadratkilometer, von denen nur 250000 qkm Bewohnt sind. Die .letzten offiziellen Zahlungen ersehen eine Gesamtbevölkerung von 8 600 000 Bewohnern. Die pberf liehe des Landes ist etwas mehr als zweimal so groß wie die von Frankreich. , .---- ' Es ist richtig,' daß ungefähr die Hälfte des Landes aus einer Ebene besteht, die sich von den Kordilleren zum Antillenmeer und Amazonen - bassin erstreckt. Dagegen ist der andere Teil des Landes, die westliche' Hilf te, sehr bergig und setzt sich aus den Kordillerefiketten zusammen, die .sich ausweiten, wenn''sie sich, dem Anüllenmee'r nähern. Diese verschiedenen Ketten sind durch Plateaus und tiefe Täler verbunden, die aber mehr ab 1000 oder 1600 m Ober dem Meeresspiegel liegen., Diese ganze Gegend — beinahe so groll wie Frankreich hat infolge ihrer Höhe ein subtropisches, wenn'nicht gemäßigtes Klima; die Gipfel der Anden sind sogar mit ewigem Schnee bedeckt, so daß* Kolumbien das verschiedenartigste Klima in sich vereinigt: rein tropisches Klima bis zum gemißigten und selbst, kalten Klima Die Verkëhrsachwierigkeiten sind eine der Hauptursachen, die Kolumbien bisher außerhalb der großen Einwandertmgs- und Bevölkerungsströme gehllten bat. Dieses Land stellt eine koitbare Reserve for die Menschheit dar ab Kolonie far Bevölkerung -und ab Möglichkeit fur wirtschaftliche und industrielle Entwicklung. Kolumbien vereinigt ganz exzeptionelle Bedingungen. Ï" Den weiteren Betrachtungen wird das Werk von Georges Lafond Qber Südamerika zugrunde gelegt. ' Die Hauptstadt Bogota £2644 m hoch) ha( ein sehr angenehmes Klima; es ist einesmoderne S*tadt mit.einer Universität und angesehenen" Schulen; es führt jetzt eine Eisenbahn zu ihr; Luftdienst« werden organisiert. > Aus der Tatsache, daß die anderen Städte des Landes eine sehr niedrige Bevölkerungszahl haben, ist zu ersehen, daß Kolumbien noch sehr entwicklungsfähig ist. Kolumbien fehlen noch genügende Verkehrsmittel; die Eisenbahnlinien durchziehen nur einen kleinen Teil des Landes, doch sind bereit« große Fortschritte gemacht worden. 1929 gab es ungefähr 2400 km Bahnwege. Der Rio Magdalena ist 1700 km lang und 1500 km schiffbar; er bildet einen Verkehrsweg vongrößer Wichtigkeit. Infolge der Verschiedenheit de» Klimas sind die landwirtschaftlichen Kulturen mannigfaltig: Kaffee, Kakao, Zuckerrohr; Tabak, 'Bananen, Baumwolle usw. In den temperierten Zonen sind alle europäischen Kulturen vorhanden. Auch für Viehhaltung sind große Möglichkeiten vorhanden; die Berggegendpfl und andere bieten eine Fülle von Weideplätzen, - die im Überfluß mit ' Wasser versehen sind; das ausgedehnteste natürliche Weidegebiet ist ~Ai%- Gebiet El Meta, genannt Los Llanos, 16 Millionen Hektar groß; et ist gegenwärtig verlassen und 'doch sehr fruchtbar. Auch die Wilder stellen eine enorme wirtschaftliche ' Reserve dar. 'Der Metalland Mineralreichtum ist außerordentlich.;' * . Es wird betont, daß die Tätigkeit der' Einwanderer sich auf Landwirtschaft, Industrie, Bergwerksausbeutung und Handel erstrecken Könnte, und et wird eine Einwartderungsmöglichkeit für linsende I Firnissen angenommen* Der Wochenschrift „Obersee" entnehmen wir die folgenden Mitteilungen über Kolonisation in Kolumbien: .* ,,Die Regierung von Kolumbien ist der Einwanderung der Deutschen günstig gesinnt,' hat aber kein Interesse an kleinen Aktionen und Einzelajisjedïungen, Wenn sie* solche such nicht verbietet. Vor kurzem ist es durch die Vermittlung eines kolumbianischen Wirtsoha f ta Vertreter« in Europa zur'Gründung großer Kolonien in Kolumbien im Getamuutmaß von 200 000 Hektar gekommen. |. _ tt' ' Lage der Siedlungen. Eine dieser Kolonien-liegt im Departement Magdalena, die übrigen in den Departements Cundinamarca, Tolinia und 1 fViila. Jede der Kolonien erstreckt jtich über mehrere tausend Hektar.) Sie liegen sämtlich' in der unmittelbaren Nihe der Hauptorl« der Departement« und in sehr gesunder Höhenlage (1200 bit 8000 ml. r-fehijilhfuàSJlSIsÜ!U*gLg_niJB^worden geathlotsent' Dorf■. "tf. „ aus große Einfuhr an Lebensmitteln dueecj Seibatproduktion zu ersetzen, sind erfolgreich gewesen. . jj . Einem Exposé, das von einer Persönlichkeit herrührt, die in Kolumbien baanndèn gute Verbindungen hat und ein optimistisches Urteil über die Kolonitaüonsmöglichkeiteji, die Ko- Imnliien bietet, wie über die Stellungnahme dortiger maßgeben- ' der Kreise zur Einwanderung aus Deutschland fällt, ist folgender kyraei -Anwug entnommen: \ £ ■■ M > i ' . . '" .. \1 I 'Ji*- '* üie ,4, Etfan Siedlungen eingerichtet, welche auf geniiataintchtftlicher Grundlage gemeinsam bewirtschaftet werden. Jeder Interessent,'Welcher dieser. Genossenschaft als Siedler beû/itt, bekommt ein'Landlos von je 10 Hektar inklusive zugeschnittenes Holz, ausreichend für ein Haus. Es \itjn aber auf Wunach . jeder mehr Land bekommen. Es werden im Jahre idurclischnittlichf zwei volle Ernten erzielt. , ' t- Teilnahmeu n d S i e d 1 u n g s b e d i n g u n g e n. Teilnahmen kann jede unbescholtene, gesunde, männlich* Person, verheiratet oder ledig. Der Preis eine* Landloses voit 10 .Hektar betrag*' 5000 RM. Derjenige Lotinhaber, der eine Anzahlung leistet, erhält jofort hei der" Ankunft ein notarielles Eigentumsrecht ausgehändigt, welche) bei Be- «ehlung '<!**■ H»*i"T""»» y,r •r.tr.^.^r. A„ft...,mg kee»^-J^a< i^fi fPir*'1' automatisch in sein Eigentum übergeht. Derjenige Losinhaber, der keine - Anzahlung leistet, muß' dieselbe abzahlen und» erhält ebenfalb das notarielle. Eigentumsrecht, 'wenn er vorher eine vereinbarte Summe bezahlt, welch» dann ebenfalls, nach Bezahlung de* Rettet, tut. sofortigen Auflassung berechtigt und dann somit ebenfalb automatisch, in sein .Eigentum übergebt. 'Farner erhält jeder Lotinhaber auf Kredit ein his drei Kobe, zwei Schweine, zwei Schafe oder Ziegen und sacht Stück Geflügel, die nötigen Ackergeräte, Samen und einen. .Lebeiumittelkredit ( >*V '/''' '"''" "'' '" -'•.;-''.'.--•;,'.• . r i