Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 42 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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J .. : V: C •«,;'•' v ' . Ortsübliche Lohn- und G e h a 11 s » â 11 e : Tagelohn fur ungelernte Arbeiter 3—6, Wochenlohn fur Handwerker 30—60, * Bauhândwerker 40—60, Möbeltischler 36—40, Mechaniker 36—40, MonaHlohn für Landarbeiter, mil freier Station 30—40, ohne freie Station 60—30, Monatsgehalt für deutache tlandelsangestellte 160—1300, Techniker 200—1000, Ingenieure, Architekten, Chemiker usw. 300—1600. Barlohn für ein deutsches Dienstmädchen — also außer Kost und Wohnung — monatlich 60--80, einheimisches 40—-.70. * Da» Klima ist für den Mitteleuropaer auf die Dauer sXitriglich. Besonder« Gefahren bestehen für die Gesundheit nicht. Endemische Krankheiten gibt es nicht. , " 1 . Steuern: 3 o(0 (les Einkommens, insbesondere bei Einkommen aus Arbeitsverhältnis. Steuerfreies Mindesteinkommen fur Ledige 300, für Verheiratete 360, für Verheiratete mit 1 Kind 276. Soiial Versicherung: Pensionskassen für Bankbeamte, Eisenbarwbeamte und Angestellte, sowie Arbeiter usw. in elektrischen Betrieben. Unfallenbcbldigungsgeseti für Arbeiter (Unfallentscltidigungs- [•flicht für den Arbeitgeber). Bolivien - _ ' 'Nach Mitteilungen: des Konsulats ist Bolivien für Landwirte und Handwerker mit ' kleinem Anfangskapital -offen. r . . In ..Memoria Semestral del Banco National de Bolivia"" werden folgende Angaben über die finanzielle Lage Boliviens gemacht: -^Die unvermeidliche Folge des Chacokrieger für Bolivien« ist eine starke Depression der wirtschaftlichen und finanziellen- Lage. Der Import wurde auf die hotwendigsten Artikel beschränkt: Der stark verminderte1 Export unterband jegliche Handelstätigkeit und Kapitalsbewegung. Die bolivianische Industrie macht gewaltige Anstrengungen, * viele Bedarfsartikel künftighin selbst zu erzeugen. Kin den bedrängten Verhältnissen ende» ßankengesetz ist in Vorbereitung. Die Beiträge, der bolivianischen Staatsbank für die National Verteidigung haben fast ihren ganzen Grundstock an Devisen erschöpft. . Eine Wiederanpassung der Währung' an die gegebenen Ver- . liaiIhläse ist notwendig. x . •;• _ -' '. . ' ' ^< In Voraussicht dieser Notwendigkeit wurden '30 Bolivianos einem Pfund Sterling gleichgesetzt. 1?''•' \ 't*-. V." V '■' ' ■ ' ' -; >'-■ - - - * irr- ■ ■ ' ■'' ■ ■■■ ■*. ' .»•»• .. . .-f .;. -v- ■■;< .. Brasilien Nach der Eiirwanderung^tatistik für 1932 kamen 34 683 Personen als Einwanderer (1931 31410) nach Brasilien, wahrend sich di«.Zahl der Auswanderer auf 24 225 (16 871, Manner .und 7354 Frauen) belief (1931 v— 38775). Die höchste Zahl der Einwanderer stellen die Japaner mit 11678 Personen. (Auswanderer 352.) ... . ■ *<b-~ - ' r-'; * ' - ' ik, I . v. ■• . ■ r fr. ' » ' ', - -fc, - ... 1 ... IkJ lt Bisherige E i n r e i se be d i n gn n g en if Die Einreise der Passagiere 3. Klasse nach Brasilien-war beschrankt. Das Visum wurde bei. Anforderung von Ausländern durch Regierungsbehörden und von Landairbeitern, Landwirtuntl Handwerkerfaniilion durch Angehörige, sonstige, Einzel - personen oder Gesellschaften-erteilt (vgl. unser Korresbondenzblatt vom Februar 1933). Ausländische Passagiere, die nicht unter eine der'obigen Gruppen freien, mußten eine Mindest summe von 3 conto de reis, Kinder unter 12 Jahren von 2 conto de reis besitzen. — '• •- ~" ' Wir erhielten von der Konsularabteilung der brasilianischen Gesandtschaft die folgende Mitteilung bezüglich (1er Erteilung von l'alixisen.: Bürgschaftserklärungen, welche vor einer brasilianischen Polizeibehörde abgegeben und unterzeichnet wurden, haben nurdann Gültigkeit, wenn sie vom \ r!> e i t s m i n i s t e r i n in bestätigt werden. Die Visumgebühr beträgt jetat 9,80 RM. , (legen F r e ni d <■ n e i n w a n d e r u n g( insbesondere in bestimmten Fällen, haben sich in Brasilien starke Widerstande geltend gemacht, so gegen die Ansiedlung .von Assyrern, wegen dererder, Völkerbund verhandelt hat; auch gegen die Tätigkeit fremder Kolonisationsgesellschaften, die einen Staat im Staate schflfen, wurden Angriffe erhoben.' Insbesondere wird auch die japanische Einwanderung-bekimpft, deren Kolonien In Brasilien schon îahln i< Ii sind und gu,t prosperieren. Auch gegen den Zuzug von ausländischen Ärzten setzt man sich zur Wehr. , - . y ."v: *;M-"« :r Es waren. Schritte in die Wege geleitet worden, BéMenk gegen die Einwanderung von Asajrern in zerstreuen, und d Verhandlungen'des Völkerbundes mit der brasilianischen Regierung sollten weitergeführt werden/ , In einer Sitzung des Völkerbundes von^Anfang Juni wurde die Frage von neuem erörtert. Der Berichterstatter, Senor Madariaga, teilte mit, daß es nicht länger möglich sei, die Assyrer nach -Brasilien iu senden, da ein naues Gesetz 'angenommen worden sei, das die Einwanderung (von jedem Lande beschränkt.. Er schlug unter diesen Umstanden vor, das Komileo^zu instruieren, neue Verhandlungen mit Regierung«» geeigneter Länder zu. eröffnen.-- *t - ' / . , V-. vK rk , . .v „• -v r . I- * » .1 •■■ a.; . . ' * - ' < r i ' * t* ' ' » >4' i Über Neureglung der Einwanderung entnehmen wir Publikationen der Reiehfstelle für das Auswanderungswesen vom Anfang Juli folgendes: , - „Nach Mitteilungen der deutsch-brasilianischen Presse hit der' Chef der Provisorischen Regierung einen Erlaß unterzeichnet, der die Zulassung von Aualändern auf brasilianisches Gebiet regelt Nach dem Dekret, das das Datum vom 9. Mai trägt und von den Ministern der Arbeit, des Äußeren und der Justiz gegengezeichnet ist, wird als Einwanderet im Sinne, des Erlasses jeder Ausländer angesehen, der,nach Brasilien kommt, um hier länger als" dreißig Tage zu verweilen, und um hier ia irgendeinem erlaub- |en* einkömmlichen Berufe tätigzu sein, de» ihra^irl den von 'in abhängigen Personen das Auskommen sichert. Nicht hereinlaMeB wirrf: .« jf ___• .>>";- "\ ■ . ■ ' ,. , ' \ \_ i 1. Wer verkrüppelt oder verstümmelt ist, es sei denn, daß. er noch Ober volle Arbeitskraft oder mindestens 80urozentige (nach dem mittleren EnUchidiguugsgrade der Tabelle für Arbeitsunfälle) verfügt. 2. Wer blind oder taubstumm ist. 3. Wer an' Geisteskrankheit, Neurose oder sonstigen nervösen, Erkrankungen leidet. 4j Wer Träger eînôr unbeitbâTên oder stark äusterkendcri Krankhe CAussaU, Schwindsucht, Trachom, Geschlechtskrankheit, anderer im Reglement des Gesundheitsdienstes erwähnter) ist. ' ' 5. Wer dem Rauschgift verfallen is.t. * - ■ *6.' Wer eine ofganische Verletzung mit der Bcgleilerscheinuiig funk- ' Ii.ma 1er Unrulinglichaeit (nach der einschlägigen Getetzgekung) aufweist. 7. Wer junger als 18 und liter ab 60 Jahro ist. 8. Zigeuner oder Nomaden. V 9. Wer nicht die Ausübung eines erlaubten Berufes oder den ßesils ausreichender Mittel su seinem und der von ihm abhängigen Personen Unterhalt naohweisen kann, so .wie es die zu diesem! Gesetze zu orlasserlden Ausführungsbestimmungen vorschreiben werden. » ■' ■' ■ 10. Wer des Lesens und Schreibens unkundig M 11: Wer sich' der Prostittttion' hingibt oder Ton dieser lebt und offensichtlich unmoralische Eigenschaften kundgibt. . » ■ 18. Wer ein offensichtlich der jBtfentlichen Ordnung oder der nationalen Sicherheit nachteiliges Verhalten zeigt. ' 13. Wer früher aus Brasilien ausgewiesen wurde, es sei denn', dali die Ausweisung widerrufen worden ist. .'• -»«v 14. War in einem anderen Lande wegen eines Verbrechens verurteilt -worden ist, dessen Art die Ausweisung, aus Brasilien nach hiosigem Gesetz zur Folge haben würde. . ■ j«, £ j r ■ ' — Iii» vqrfas.unggphpnrle Vprsaimnlimg nahm folgenden Artikel der netien Verfassung an: : Der Eintritt der Einwanderer in das nationale Gebiet wird die Einschränkungen erleiden,, die notwendig sind zur Garantie der ethnischen und bürgerlichen 'Eingewöhnung' des Einwanderers. Der Einwandererstrom aus jedem einzelnen Lande darf nicht größer sein als jährlich 2 •>/< der Gesamteinwanderung aus dem -betreffenden Lande in den" letzten SO Jahren. Einziger Paragraph: Verboten ist die Konzentration der Einwanderer an irgendeinem Punkte des nationalen Gebietes. Die Materie zu regeln, jällt der ordentlichen (iesetzgebuna z»i. die über Auawahl, Lokalisierung und Assimilicrung der Fremdstänimigen zn entscheiden ha(.-— Ii', j Mit dieser Annahme ist der Artikel noch nicht, in Kraft getreten; dazu muß erst die ganze Verfassung als solche Gesetz geworden sein. . Die Quote, der deutschen Kin Wanderung wird auf etwa 2000 Köpfe im Jahr geschätzt." . . \ Am 16. Juli wurde von der Nationalversammlung in iUo de Janeiro die neue Verfassung der Bundesrepublik angenomHreW „Am folgenden Tage wurde Dt. Getulio Vargas /.um brasilianischen Staatspräsidenten gewählt. . ' .1 ' ' T^' '* -t . J . ' l. ' t / . ■ ■ ■ ' i.- J