Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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>•» innerhalb von zwei Monaten den Antragstellerp schriftlich mit, an welchem Ort sie ihren Beruf als Mediziner, Dentisten, Apotheker oder Hebammen ausüben dürfen. Wir geben nachfolgenden Bescheid ans einem Brief aus Persien an einen Ingenieur wieder, in dent speziell Angaben über Arbeitsmöglichkeiten für Ingenieure gemacht werden: ' Sie wissen wahrscheinlich selbst, daß hier in Fersten augenblicklich und noch ca. 8—4 Jähre die .große Eisenbahnttreeke gebaut f/ird, die sehr vielen Ingenieuren Asbeil gibt. Die Zeit der Projektierung ist aller, ding» schon bald, abgeschlossen und die Starecke, soweit mir bekannt ist, auch nun größten Teil schon vermessen Und abgesteckt. Trotzdem bleibt Lheim Bau selbst noch viel iu vermessen übrig,- und, ich kann daher s Chancen hier als solche nicht als gerade aussichtslos bezeichnen. Allerdings wire »ehr notig, daß Sie fur den Strecken bau selbst" einige Erfahrungen besitzen oder sich wenigstens zutrauen, fehlende irgendwie hier auszugleichen. Ich mochte Ihnen bei dieser Gelegenheit sagen, daß meine beiden Freunde, mit denen, ich hierhergekommen bin, früher Brückenbau- und Hoch- und Tiefbau-Ingenieure waren und jetzt beide bei der Eisenbahn und beim Wegebau arbeiten. Allerdings war vor sechs Monaten, die Konjunktur noch etwas besser. Inzwischen sind eine, Menge schwedischer und österreichischer Ingenieure hier angekommen. Trotzdem bitten Sie hier noch Möglichkeiten.., _ü _Nun su dem wichtigen Punkt der Stellung selbst. Hier im voraus ohne - Ihre Anwesenheit sine Stellung far Sie zu bekommen, ist ausgeschlossen. Man engagiert hier niemanden, ohne ihn zu kennen. Da haben auchdie besten Zeugnisse keinen Sinn. Sie maßten hier sein und alle' Kirnten und Unternehmer besuchen.. Aber auch dann kann es sein, daß man for Sie nicht sofort Verwendung hat. Sie müssen hier warten können. Meine beiden Freunde mußten so drei Monate warten. Dazu braucht man Mittel. Wenn Sie diese Mittel nicht haben, können—Sie nicht hierherkommen. Sie brauchen mindestens fur drei, besser für vier Monate i ca. 70 RM. Wenn Sie bis dahin nichts gefunden haben, . was ich bezweifle, müßten Sie weg von hier, d. h. auch das Geld für eine Rückreise 'haben. Arbeitserlaubnis bekommen Sie sofort. Um das - Visum zu erhalten, ist notwendig, dem Konsulat in Berlin einen gewissen - Geldbetrag-nachzuweisan. . , 1 * ' Ober das moderne Fernen hat der persische Gesandte in Paris. Ende Mai einen.. sehr interessanten Vortrag gehalten. Wir führen aus demselben folgendes an: Außer dem Bau von lausenden Meilen neuer Straßen ware eine trans- . - persische Eisenbahn, etwa 1000 Meilen lang, vom Persischen Golf bis an das kaspische Meer, im Bau. Mehr als ein YierteJ sei, bereits, vollendet and fur den Verkehr offen. Der Rest wird dem. Programm gemSß innerhalb der nächsten vier Jahre oder fuy .Beginn von. 1938 beendet , Die leichteren Verkehrsverhältnisse bitten den',inneren Güteraustausch bejebt. wobei besonders der Ackerbau Nutzen hätte. Das Departement der . öffentlichen Gesundheit sei eine andere Schöpfung der neuen Ara. Persien 'wünschte, ungestört für die friedliche Tërwirk-- iiehung. notwendiger Reformen zu arbeiten. Ea sei " willig, fremde Unternehmungen im Lande su fördern, beanspruche aber ' als Bedingung solcher Förderung, daß seine Rechte von , den. Landern, von denen solche Unternehmungen kommen, respektiert werden, und daß Cooperation die Vejjichtleistung auf alle Vorurteile, ihrerseits bezeugen sollte. Philippinen ' 297 90Ö qkm, 12 604 IQtT Bewohner. Manila. Schätzung : 1928 324 522. Die Philippinen halfen eine Anzahl mehr oder minder tätige Vulkane. November, Dezember, Januar und Februar sind ----die gemäßigten Monate. Die Mitteltemperatureh rndieset Zeit sindetwa 77 bis 790,Fah'renheit April, Mai und Juni sind die heißen ' Monate. Der Durchschnitt ist zwischen 83 und 84°. I n den anderen Monaten ist er um 80°. Die Nichte sind selten unangenehm heiß, sogar nicht in der bzSißea Saison, und eine Temperatur von 100° * ist eine Seltenheit in Manila Die Berggegenden im Norden sind kühl Wie der September in der cemaßigten Zone. Er gibt zwei Jahreszeiten:'die regnerische und die trockene.- Die Regenfälle sind am stärksten im Juli, August und September, am leichtesten im Februar und Min.; . ~" ■'; ** :; Die. Inselgruppe der Philippinen, die nördlichste des Ma laiiarhen Archipels, zwischen der Insel Formosa und Celebes gelegen, besteht aus. einer großen Zahl von Inseln. Die größte ist die Insel Luzon mit der Hauptstadt Manila. Die Bevölkerung weist außer den 'Philippine* eine sehr bunte Zusammensetzung auf. Es leben neben etw*"/5000 Amerikanern und!Europäern viele Chinesen, Japaner 'and Kreolen auf den Philippinen. 2 Die Haniptexportartikel sind der Manila-Hanf, Tabak, Kokosöl,. ~ Kopra, Die Ausfuhr von Zucker ist stark .zurückgegangen. £• . "V? . -\ J " * v " 5 st?;, , ■ . / Die Stadt Bagutt», 100 Meilen nördlich von Manila, ist das Zentrum des, Goldminendistrikts. Drei modern ausgerüstete Minen ■ sind im Betrieb. Der Goldertrag in den Philippinen war 1932 4 748900 Dollar, 1931 3 765 100 Dollar, von 1907 bis 1932 inklusive 40098935 Dollar. : '>:j Silber,'Blei, Zink, Kupfer, Eisen, Kohle, Petroleum, Asbest . und Braunstein werden gefördert, ebenso wie Ton, Mardfor, Sali usw. Die'Inseln sind .reich an Mineral-Reserven. Dieselben sind aber noch unentwickelt. *" ' President Roosevelt hat die Erklärung der Unabhängigkeit der Philippinen unterschrieben, die noch vom phiüppinisohenParlarnent iu ratifizieren ist Wenn dies geschieht, wird sich die wirtschaftliche Lostrennung von den Vereinigten Staaten fur das philippinische Wirtschaftsleben später schwer fühlbar machen, und es werden auch Rückwirkungen auf die Möglichkeit der Einwanderung der Philippinos nach den Vereinigten- Staaten, die bisher frei war, nicht ausbleiben. « V Uns ist von folgender' Zuschrift ans Manila an das Komitee in Char bin vom Dezember 1933 Kenntnis gegeben worden. „Ich nehme an, daß die Philippinen eine kleine Zahl von Personen in. sich aufnehmen könnten. Allerdings werden sie dabei von ihrem früheren Lebensstandard heruntergehen müssen. Augenblicklich ist bei uns Hochkonjunktur im Bergbau. Für Personen, die in Deutschland Bergbau-Ingenieur-Kurse _ besucht haben, würde sich hier eine günstige Gelegenheit bieten. Aller- „. dings müßten sie englisch sprechen. Ich würde den Leuten raten, j Englisch su lernen. HôchstwânrsâSeïnlich könnte innen auch mit ,' ^1n -bißchen Spanisch geholfen sein. Ich nehme an, daß sie vor die Prüfungskommission kommen würden. Auch die Zahnärzte werden 'eine Prüfung bestehen müssen. Wir haben hier zwei jüdische Ante. Lehrer haben wir nur wenige, desgleichen Landwirte; aber es gibt ja viele Philippinos..Als fachmännische Schneider gelten solche, die das Zuschneiden verstehen. Mit etwas Kapi- . tal könnten sie sich mit einigen hiesigen Finnen verbinden.* v ■'■ '-.•'*' .---''v'. ..' ■*'■'■'. .'■".!-"'. " ,r?-- "î*/*-V .' : .SU» .'. -; ■ 1 V V Das siamesische Einwanderungsgesetz ist am 15. August 1931erlassen worden. Erg&nzungsbösümmüngcn d&ru haben wir . in unserem Korrespondenzblatt vom Oktober 1933 angegeben.. Der Visumzwang für Deutsche ist aufgehoben. . ffl^jT-^"a>r Wenn auch die außerordentlich niedrige Preislage ..von* Reis und Jeakholz Schwierigkeiten für Siam zur Folge hat, so hjat doch der Handel keine ernstliche Störung, erlitten,"wie* aus einem Vergleich der Export- und Impor,tziffern von 1932. und ' 1933 hervorgeht: 1932 1933 , £ 1JZ/VT0JT— " 4. 1J 161 UU0 £ '7993000 " . £ 8694 000 . . Export) 'Import: Ticals in £-umgerechnet 1 sh 10 d. Bericht' eines Auswanderers? î ' '- ~ i ■ ■ Wir bringen nachstehend einen uns vor kurzem zugegangenen ï Berich) von einem Auswanderer, der voriges Jahr dort eingetroffen ist; *..?Von Stedten seien hier genannt: Ghieagamsi und Chisag-— h r ai, entere die Endstation der siamesischen Eisenbahn, die höchst modern ausgestattet ist, und deren -Züge ' mh "Dieselmaschjnen arbeilen. Das iat »K«r «wJi «IU. *-..g.Kr.t. St~ftT n1(r .Trjgf)^, Jan beiden Städten und etlichen Kilometern zur Shan-Grenze. Der Nord« ist gebirgig und reich an Bodenschätzen. In der Nähe von Changh r'a u gewinnen die. Eingeborenen Erdöl durch Abschöpfen vein der Oberfliehe eines kleinen Flusses. Malaria, inibesondere" Schwarzwasserfieber, ferner Vénerie, stark verbreitet. Die Regierung steht einer Erschließung des Nordens fablehnend 'gegenüber; man will das. spate * Generationen reservieren. Di .das Land sehr fruchtbar ist,' so ist Bevölkerung an Arbeit nicht 'interessiert Curry und Reis, sowie Bananen sind stets vorhanden. Verkehrsmittel sind Pony und Bnffelkarren: ~-8in Pony kostet zwischen 10 und ,20 Mark; Büffel gibt ea schon fQr 6 Mari. Die Bevölkerung braucht die Markte nur, um Be- . trlge von zirka 6—16 Pfennig umzusetzen und dafür Oel und dringendsten Bedarf einzuhandeln. (Id) habe selbst viele Markte besucht.) Streichhölzer gehören zum Luxus; man soll dort, oben wieder Feuer reiben, wie mir -in Ùh i e n g h r a i gesagt wurde. Ich habe es selbst nicht gesehen. Jagd ist mit Pfeil und Bogen üblich. Handel und^Handwerk insbesondere sind in Händen der Chinesen. Europaer sind mit Ausnahme -jron Chicnghmai ganz rar. * ' Dir* Haunkttadt Bangkok i,t f„r östliche Verhältnisse Oberaus möllern. Wasserversorgung "nach modarmten Grundsätzen erbaut. ' Ausgezeichnete Hospitaler, eine Anzahl hervorragender Boulevards .u ,!y* î'* ' à :: il J I * . .. n Mim i ü , - / '*.'■''■ i : . >. ' > .yl) 'J, SH T » : i G